Was Leser meinenMenschen, die uns versorgen, haben keinen Wert mehr

Zu wenig Personal bei Lkw-Fahrern, in der Pflege und zu wenig Nachwuchs für Lehrberufe: Leser machen sich Gedanken über Ursachen und Auswirkungen.

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Hausgemachtes Problem

Unsere Wirtschaftsbetriebe jammern, die Pflegeeinrichtungen jammern, viele Sparten suchen händeringend nach Arbeitskräften. Dabei ist das Problem hausgemacht. Ein Hauptübel liegt in der falschen Schul- und Ausbildungspolitik der vergangenen Jahre, als man anfing, alles, was einen Bleistift gerade halten konnte, in die Maturaklassen zu hieven und die Lehrlingsausbildung in handwerklichen Berufen wurde abgewertet.
Ein weiteres Grundübel ist der steigende, gut gemeinte, aber falsche Arbeitnehmerschutz. Arbeitszeiten wurden rigoros eingekürzt, Überstunden beschnitten und Arbeitswillige per Gesetz eingeschränkt. Für Arbeitslose wurden die Zumutbarkeitsgrenzen derart zurückgenommen, dass es zu einfach ist, einen Job abzulehnen. Und die Freizeitindustrie ist so stark, dass alle ein möglichst langes Wochenende haben wollen. Heute müssen wir froh sein, dass uns in diesen Problembereichen Kräfte aus dem Ausland unterstützen. Änderungen werden nur passieren, wenn der Staat mit der Wirtschaft, den Schulen und den Arbeitskräften gemeinsam zu Lösungen kommt.
Schlussendlich tragen auch die Betriebe eine nicht mindere Schuld an dieser Misere der fehlenden Köche, Pfleger, Kraftfahrer, Elektriker usw. Die Firmen müssen einfach für das Personal mehr Geld in die Hand nehmen und nicht die Arbeitnehmer als wichtigsten Kostenfaktor sehen. Man muss auch auf den Menschen hinter der Arbeit schauen, weil Leistung genauso einen Wert hat wie ein neues Auto.
Ernest Maier, Mooskirchen

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