Orbán gegen den Rest der EUWenn Zeitungen fette Anzeigenaufträge ablehnen

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Ungarns Premier Viktor Orbán habe den Bogen überspannt, hieß es letzte Woche beim EU-Gipfel in Brüssel. Das ungarische Gesetz, das Homosexualität in die Nähe von Pädophilie rückt und die Thematisierung gegenüber Jugendlichen unter Strafe stellt, brachte 17 EU-Länder dazu, ein Protestschreiben zu verfassen, und führte am Gipfel zu hitzigen Diskussionen.

Kommentare (3)
peso
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S.g. Hr. Lieb

Sie haben vollkommen Recht und die Medien sollten/müssten Werbekampagnen immer erst auf die Wertigkeit dem Menschen gegenüber abklären.
.......Da stellt sich jetzt natürlich die Frage, warum Sie gegen die Einschaltungen von Orban sind, im gleichen Augenblick aber Werbung (auch versteckte) für Klimaschädliche und somit auch menschenschädliche Autorennen machen. Aber nicht nur das, Sie verurteilen in sehr vielen Reportagen Dinge, die für den Menschen nachweislich schädlich sind, machen aber trotzdem dafür Werbung, wie für Zucker, Alkohol, Plastik, Glücksspiel usw.
Mag sein, dass dieser Kommentar nie erscheinen wird, weil Kritik von der Zeitung ja grundsätzlich abgelehnt wird, aber wenn doch, bin ich schon neugierig auf Ihre Antwort dazu

KleineZeitung
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Antwort

Werte(r) Leser(in),

tatsächlich haben wir im Lauf unseres Bestehens immer wieder auch Inseratenaufträge abgelehnt, weil sie nicht mit unseren Grundansprüchen an demokratischen oder ethischen Grundwerten übereinstimmten oder sich schlicht am Rand oder außerhalb des gesetzlichen Rahmens befanden. Mitunter gibt es auch Grenzfälle, über die man diskutieren muss. Autorennen oder die Bier-Werbung eines Supermarktes bewegen sich klar innerhalb dieser juristischen und auch der gesellschaftlichen Grenzen, über die man in einer freien Demokratie natürlich unterschiedlicher Meinung sein darf, die wir aber auch nicht zensieren wollen – jedem steht frei, wie er darüber denkt; und ob er, um beim Beispiel zu bleiben, zum Rennen fährt und das Bier kauft. Oder eben nicht. Im Fall der ungarischen Inserate geht es aber um den inneren Widerspruch: Die Regierung geht seit Jahren gegen freie Medien vor bzw. versucht, die Medien des Landes unter Kontrolle zu bringen und agiert nun auch gegen die Menschenrechte (im jüngsten Anlassfall gegen LGBTIQ-Menschen und somit aller Wahrscheinlichkeit auch gegen die EU-Verträge und die europäischen Werte).

KleineZeitung
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Fortsetzung

....
Ich denke, man kann den Argumenten der „Times of Malta“ folgen: Würde man das Inserat in dieser Form veröffentlichen, würde sich die Zeitung zu einem Instrument machen lassen und Unterstützung signalisieren für „einen Premierminister, der gegen Journalisten, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und andere Menschenrechte vorgeht.“ Ich denke, diese Entscheidung muss einem privaten Medienunternehmen zustehen. Im Übrigen setzen wir uns gerne mit kritischen Stimmen auseinander.

Freundliche Grüße aus der Redaktion!