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MorgenpostWenn die Opposition schwächelt, werden Medien in die Oppositionsrolle gedrängt.

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NR-WAHL: WAHLPLAKATE DER PARTEIEN
© APA/HANS PUNZ
 

Er ist derzeit das Feindbild der ÖVP, muss sich vom Kolumnisten einer reichweiten starken Tageszeitung unflätigst beschimpfen lassen und spaltet die Branche in Kritiker und Unterstützer: Florian Klenk, der Chefredakteur der Wochenzeitung "Falter". Weil ihm Datensätze über die Buchhaltung der ÖVP zugespielt wurden und er mit seinen Enthüllungen mitten im Wahlkampf Sebastian Kurz & Co. quält, ist Klenk einmal mehr selbst zum Streitobjekt geworden. Die ÖVP sieht sich als Opfer eines Hacker-Angriffs, was ihr von einem Cybercrime-Experten bestätigt wird. Die politische Konkurrenz glaubt eher an einen "Maulwurf" aus den Kurz-Reihen. Die Diskussion über die Parteispenden hat jedenfalls Dynamik in den Wahlkampf gebracht und die notwendige Diskussion über wichtige Zukunftsfragen noch weiter in den Hintergrund gedrängt.
 
Man könne den Eindruck gewinnen, die Medien hätten in diesem Wahlkampf die Rolle der Opposition übernommen, analysierte denn auch Politologin Kathrin Stainer-Hämmerle gestern Abend bei einer Diskussion in Klagenfurt die Situation. Klenk, Oliver Pink, der Innenpolitik-Ressortleiter der "Presse" und ich diskutierten mit Stainer-Hämmerle über die Frage "Medien im Sog der Politik?". Meine Position: Es ist nicht Aufgabe der Medien, Opposition zu sein. Medien werden mitunter in diese Rolle gedrängt, wenn die Opposition schwächelt.

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