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Von Mensch zu MenschWenn der Kanzler vor Gift warnt, sollte er auch selbst nicht zur Hacke greifen.

 

Agressive Sätze, die da jetzt zwischen Regierung, Opposition und Kirche hin- und herfliegen. Keine Neiddebatten, rufen die einen und werfen der Regierung vor, Menschen gegeneinander auszuspielen. Der Kardinal mahnt, wer kein Herz für den Nächsten habe, habe auch für Gott nichts übrig. Der Kanzler sagte wiederum gestern, es sei „Gift für unsere Gesellschaft, wenn der Arbeitende schlechter aussteigt“.

Also darüber schweigen oder nicht schweigen, dass Familie A mit drei Kindern und einem 40-Stunden-Job monatlich mit 2300 Euro auskommen muss, während die Nachbarsfamilie ohne Job seit Jahren mit allen Unterstützungsleistungen mehr erhält als Familie A? Einen Mantel des Schweigens darüber breiten, weil dieser Vergleich Familie A frustrieren könnte? Muss es natürlich nicht. Familie A könnte dankbar sein, nicht vom Staat abhängig zu sein.  Ob der Vergleich moralisch nicht korrekt ist, weil er Menschen gegeneinander ausspielen könnte? Was aber bedeutet es, wenn Fakten nicht mehr ausgesprochen werden? Oder die Frage unterdrückt wird, was es für einen Sozialstaat bedeutet, wenn der, der arbeitet, schlechter aussteigt als jener, der Unterstützungsleistungen erhält.

Rund 670 Millionen spenden Österreicher im Jahr. Ein eindrucksvoller Beweis für Solidarität. Wer den Sozialstaat bewahren möchte, muss für diese Solidarität im Sinne jener, denen es schlecht geht, kämpfen. Ein Sozialstaat, der aber dem Hackler vermittelt, schlechter behandelt zu werden als sein seit Jahren nicht erwerbstätiger Nachbar, läuft Gefahr, sich auf offener Bühne die Helfershände abzuhacken. Wie aber auch der Kanzler zur Hacke greift, wenn er mit Sprüchen „Da stehen in der Früh oft nur mehr die Kinder auf, um in die Schule zu gehen“ riskiert, Mindestsicherungsbezieher kollektiv als Schmarotzer zu diffamieren.
Alles zusammen ein Giftcocktail für das benötigte Herz für andere. Mit oder ohne Gott. 

 

Kommentare (1)

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Ifrogmi
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4
Lesenswert?

Was das bedeuret?

Staatliche unterstützung wird sich immer im unteren Bereich abspielen
Wenn arbeitende weniger haben als unterstützte, dann bedeutet das, dass die Arbeit unter ihrem wert vergolten und der Arbeitnehmer ausgebeutet wird.

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