AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

MorgenpostDer Staat, seine Verwaltung, ist für das kleine Land zu groß und gefräßig, da soll man sparen.

 

Guten Morgen!

Es ist in der türkis-blauen Beschwörung der eigenen Auserwähltheit und im Exzess wechselseitiger Danksagung fast untergegangen: Die Regierung hat eine Null-Lohnrunde für Spitzenpolitiker beschlossen. Die Selbstbescheidung soll für die ranghöchsten Repräsentanten der Republik gelten, konkret vom Bundespräsidenten abwärts bis zum Kanzler, den Ministern und den Klubchefs im Parlament. Die betroffenen Gehälter wurden bereits heuer eingefroren, sie sollen auch im nächsten Jahr nicht angepasst werden.

Das werden viele im ersten Reflex ganz super finden. Darauf zielt die Maßnahme auch ab. Sie ist ein Ausdruck kopfloser Gefallsucht. Sie giert nach dem billigen Beifall. In Zeiten, da den Bürgern ein schwerer Opfergang abverlangt wird, ist eine solche Geste des Verzichts ein durchaus sinnvoller Akt der Solidarität. Man geht mit gutem Beispiel voran und setzt ein Zeichen. Während der Finanzkrise, die das Land vor zehn Jahren ordentlich durchgebeutelt hat, war das der Fall. Das war gut so. Aber jetzt, bei ungetrübtem Himmel, ohne Not?

Der Staat, seine Verwaltung, ist für das kleine Land zu groß und gefräßig, da soll man sparen. Am „System Österreich“. Die wiederholte Nicht-Anpassung der Gehälter bei den Sptzenpolitikern hingegen ist das falsche Signal. Es gleicht einem Misstrauensvotum des politischen Managements gegen sich selbst. Die Sphäre der Politik betreibt damit eine serielle Selbstabwertung und lässt sich dafür auch noch feiern. Das ist opportunistisch, schädlich und dumm.

Einen schönen Tag wünscht
Hubert Patterer

hubert.patterer@kleinezeitung.at

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.

gerbur
1
4
Lesenswert?

Das Gegenteil ist der Fall

Österreichs Verwaltung ist im internationalen Vergleich eine der schlankesten und das sollte eigentlich bekannt sein.Aber gewisse Gruppierungen hätten gerne noch weniger Staat um freie Hand zu haben. Eigentlich schäbig!

Antworten
carlcroy
2
1
Lesenswert?

Die Verwaltungseffzienz in Österreich

ist im internationalen Vergleich NICHT gut. In Österreich müssen 1000 Einwohner 80 Mitarbeiter im öffentlichen Dienst finanzieren, in Deutschland sind es 50 und in den USA 23.

Antworten
gerbur
1
0
Lesenswert?

@carlroy

das ESVG (Europäische System der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung) hat Norwegen, Dänemark,Schweden und Finnland mit 30% (!!) Anteil an Staatsdienern ermittelt. Alles Länder, die uns immer wieder in vielen Belangen als vorbildlich genannt werden, Österreich liegt in dieser Rechnung bei der Hälfte, nämlich ca. 15% Anteil , gleichauf mit den USA! und das sagt wohl alles.

Antworten