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Tiroler SPÖEinen sexistischen Sager mit einem Polit-Aufstieg zu "belohnen", ist beschämend

 

Die Tiroler SPÖ hält an Georg Dornauer als künftigen Landesparteichef fest. Es ist dies jener Landtagsabgeordnete, der mit einem sexistischen Sager erstmals außerhalb seines Landes aufgefallen ist. Dass ausgerechnet er Bürgermeisterin Elisabeth Blanik nachfolgt, ist ein Schlag ins Gesicht aller Frauen. Auch der SPÖ-Frauen, die seit Jahrzehnten gegen den Alltagssexismus kämpfen.

Die Konsequenz der neuen SPÖ-Bundesparteichefin Pamela Rendi-Wagner, dem Tiroler die Wahl in ein Bundesgremium zu verweigern, war halbherzig. Kraft der Landesparteiobmann-Funktion wird er dort künftig ohnehin vertreten sein.

Die ÖVP hat eine Frauen beleidigende Aussage des Abgeordneten Efgani Dönmez mit dem Ausschluss aus der Nationalratsfraktion geahndet. Das Mandat war ihm nicht zu nehmen. Das wäre auch bei Dornauer der Fall. Ihn aber zum Parteichef zu machen, ist beschämend. Oder bei der Verfassung der Partei eh schon wurscht?

Kommentare (4)

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paulrandig
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Sind wir schon binärer als Computer?

Wer im Glashaus sitzt, usw...
Wenn wir jede Person, die einmal in vielen Jahren einen schlechten Tag hat und einen miesen Witz macht, für den sie sich sofort entschuldigt und sogar Einsicht zeigt, sofort und kompromisslos entsorgen, sind wir nicht besser als Selfie-besessene Ego-Sklaven, die per App sofort jedes Pickelpixel an ihrem Selbstbildnis retouchieren, das die perfekt glatte Haut stören mag und dabei nicht bedenken, dass ein geschleckt klinisches Bild vor allem eines ist: Langweilig. Langweilig. Langweilig.
Es darf und muss Weichbereiche einer Person geben, graue Flecken, die jeden - die betreffende Person eingeschlossen - zwingen, sich damit auseinanderzusetzen und Dinge zu verändern. "Verändern" im Sinne von "verbessern".
Es muss einen Unterschied geben zwischen den Konsequenzen für ein Schuldeingeständnis, verbunden mit einer sofortigen Entschuldigung einerseits, und andererseits einer tagelangen Nichtreaktion, gefolgt von Schuldzuweisungen an Schwächere und Angriffe auf alle anderen.
Die rhetorische Parallele zu perfektionistischem Putz- und Desifektionszwang, der mehr und mehr Allergien auslöst, die wiederum die Bandbreite des von uns Erlebbaren unwohltuend einschränken und unsere Lebensqualität beschneiden, ist schon ziemlich auffällig.
Gestatten wir uns doch ein ganz klein wenig Dreck und üben uns im Umgang damit! Sonst hat es nämlich der große - teils wieder bedenklich braune - Schmutz noch viel einfacher, uns alle in die wirkliche Güllegrube zu spülen.

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CuiBono
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@paulrandig

ICH sehe das anders.

Zero tolerance & no mercy.
So simple.

Sonst ändert sich nie was.

Dem Dornauer wurde - wie im Video eindeutig zu sehen ist - bei seiner unsäglichen Aussage mehrmals ans Bein getreten.
MMn wohlgemeint, um ihn zur Vernunft zu bringen.

Nachdem das eine Frau war, war's für ihn offensichtlich ein Ansporn, die Sache durch zu ziehen und den idiotischen Macho noch mehr raus hängen zu lassen.

Absolut inakzeptabel.
So ein G'fraßt hat in der Politik nix verloren.
Die Entscheidung der tiroler SPÖ ist ein Skandal und zeigt deutlich auf, wo sich diese Partei befindet.
Unwählbar.

Nicht nur in Tirol!

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paulrandig
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CuiBono

Das Problem, das ich bei dieser "Zero"-Einstellung sehe, ist folgendes:
Jeder Furz wird gleich laut und empört in die Welt posaunt, dass es eine Empörungsinflation gibt. Die wirklich wichtigen Dinge, die uns potentiell vernichten können - Umweltzerstörung, Hass, Demokratieabbau und ähnliches - gehen dagegen unter.
Es gibt nur mehr Vollgas oder nichts. Zero Tolerance oder Ignorieren. Eins oder null. Nein, niemand sollte böse Witze über andere machen! Aber dieselbe maximale Lautstärke für das Anprangern eines dummen Witzes, des Ersaufenlassens tausender Flüchtlinge oder der Torpedierung von Klimaabkommen zu verwenden ist eine Verhöhnung der wirklichen Opfer.

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Windstille
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Der Schlusssatz ...

… bringt es auf den Punkt - bei dieser Partei ist Hopfen und Malz verloren. Es wird nichts ausgelassen, um sich noch lächerlicher darzustellen - und diese Entscheidung in der heutigen Zeit noch dazu unter weiblicher Führung ist der Gipfel der Dummheit! Wenn die SPÖ so weitermacht, stellt sie bald die Grüninnen und Grünen in den Schatten - und da gehört wirklich was dazu!

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