Neues LeitspitalEine Chance für die Reformer

 

Ganz sicher waren sich die Regierungsvertreter im Vorfeld nicht, dass die Bekanntgabe des Spitalsstandortes für Liezen glattgehen würde. Zu aufgeladen war im Vorfeld die Debatte. In der Bevölkerung machte sich Sorge breit, je länger die Standortfrage schwelte. Bei der Bürgermeisterkonferenz am Donnerstag wurde deshalb der Einlass kontrolliert, Medienvertreter waren nicht zugelassen.


Doch der Aufruhr blieb aus. Wie schon bei der Beschlussfassung des Gesundheitsplans im Vorjahr sind jetzt einmal ÖVP und SPÖ geschlossen an Bord. Sie und die wesentlichen Instanzen des Gesundheitssektors (Ärztekammer, Krankenkasse, Kages, bis hin zur Patientenanwältin) sind sich einig, die Reform durchzuziehen: In Liezen wird aus drei
Spitälern eines gemacht. Das ist zweifellos ein großer Schritt, einmalig bisher in Österreich, fast so bedeutsam in seiner Symbolik wie einst die Zusammenlegung von Gemeinden.


Medizin ist ein heikles Feld, die Ängste der Menschen vor Ort sind ernst zu nehmen. Sie müssen spüren, dass das Versprechen
einer künftig verbesserten Versorgung kein leeres Wort ist. Aber wenigstens eine Chance sollte man dieser Strukturveränderung geben.

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