VW-RekordbilanzDieselfahrer schauen durch die Finger

 

Drohende Fahrverbote für Dieselfahrzeuge, massive Entwertungen gebrauchter Diesel-Fahrzeuge, allgemeines Rätseln bei den Konsumenten, ob der Zukunft ihrer Dieselfahrzeuge? Wen kratzt's? Den VW-Konzern, Urheber der ganzen Malaise, augenscheinlich nicht. Vor 30 Monaten brachen die Dämme des Schweigens und Dieselgate ergoss sich über die zum Selbstzünder konvertierten Autofahrer, doch die Wolfsburger Automacher blieben nahezu unbeeindruckt. 14 Milliarden Euro Gewinn schrieb der Konzern 2017, die Bilanz des deutschen Autokonzerns strotzt nur so vor neuen Rekorden.

Der eilig angebrachte Hinweis, ohne Dieselgate wären es wohl glatt 17 Milliarden geworden, mag den VW-Chefs Kopfzerbrechen bereiten, für die Kunden ist das gewiss kein Trost. Die Umrüstung ist noch immer nicht abgeschlossen, die Causa juristisch längst nicht aufgearbeitet. Entschädigungen sind, zumindest in Europa, kein Thema.

Bleibt die Hoffnung, Konzernchef Müller möge recht haben mit seiner Ansage, der Diesel werde eine Renaissance erleben. Doch sollte die Prognose tatsächlich eintreffen - und daran bestehen durchaus Zweifel - würde sie sich wohl nur auf die kommenden neuen Modelle im VW-Konzernregal beziehen. Die entschwindelten Autos draußen auf den Straßen werden wohl keinen Wertzuwachs mehr erfahren.

Die Konsumenten sollten sich was vom VW-Konzern abschauen: Der sorgt trotz aller Treueschwüre für Diesel & Co. bereits vor für die Zeit nach dem Verbrenner vor und sieht in der Elektromobilität eine neue tragende Säule. Möge diese stabiler sein als die letzte.

Zwischen 22 Uhr und 8 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.