Pleite der Wienwert HoldingFluchtgefahr für den Hausverstand

Der Konkursfall der Wienerwert Holding und der drohende Totalverlust der Anleihen-Gläubiger zeigt einmal mehr: Überzogene Renditeversprechen sind nichts wert.

 

Die Sanierung der Wienwert Holding ist gescheitert, bevor sie überhaupt begonnen hat. Stattdessen gibt’s einen glatten Konkurs. Mit fatalen Folgen für 900 Anleihengläubiger, die insgesamt 35 Millionen Euro in dieses windschiefe Anlagevehikel gesteckt haben. Ihnen droht jetzt ein Totalverlust. Dass es rund um diesen Bankrott auch auf juristischer Ebene noch so einiges aufzuarbeiten gibt, scheint klar.

Schadenfreude gegenüber den betroffenen Anlegern wäre fehl am Platz. Allzu stark ausgeprägtes Mitleid aber wohl ebenfalls. Die Anleihen wurden mit Renditen jenseits von sechs Prozent und „3-fach Sicherheit“ in übelster Marktschreier-Tonalität angepriesen. Da muss man einfach hellhörig werden und die Fluchtgefahr für den eigenen Hausverstand eindämmen. Auch die Finanzmarktaufsicht warnte eindringlich.

Wer in einem Zinsumfeld, bei dem die Zuschreibung „karg“ bereits als schamlose Übertreibung bezeichnet werden muss, auf solche Renditeversprechen hineinfällt, muss sich auch selbst hinterfragen.

Kommentare (1)

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KarlZoech
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Lesenswert?

Herr Neuper, Ihren klaren Worten braucht man nichts hinzuzufügen.

Die Gier (nach Renditen) is a Hund....

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