­Das Bonus-Malus-System ist auch schon in die Jahre gekommen. Es wurde vor vielen Jahren eingeführt, um Versicherungen zu ermöglichen, verhaltensauffälliges Autofahren höher zu „bepreisen“ (so sagt man das heute) als umsichtiges. Das war logisch: Wer oft Unfälle verursacht, zahlt höhere Prämien.
 
Seit Sonntag gibt es einen neuen Bonus. Logisch ist er nicht. Warum heißt etwas Bonus, was mit keinerlei Wohlverhalten in Verbindung steht? Um diesen „Klima-Bonus“ zu erhalten, genügt es nämlich, zu existieren. Weil ich bin, bekomme ich Geld. Und weil ich in Wien bin, sind es leider nur 100 Euro im Jahr. Anderswo wäre es mehr. Was das alles mit dem Klima zu tun hat, konnte bisher noch niemand stichhaltig erläutern. Es ist nämlich schlicht wurscht, wieviel CO2 ich auszustoßen gedenke: Der Klima-Bonus steht mir zu.
 
Seit Tagen müssen nun Regierungsvertreter ausrücken, das schwer Erklärbare zu deuten. Klarheit hat es nicht gebracht. Gestern war der Finanzminister dran. Der schönste Satz, den Gernot Blümel im „Report“ formulierte, sei hier dokumentiert: „Das ist eine Bepreisung und keine Steuer.“ Ja dann…
 
Die schlimmste Nachricht des gestrigen Tages erreichte uns aus Frankreich. 330.000 (!) von Priestern oder kirchlichen Mitarbeitern missbrauchte Kinder nennt die Studie einer unabhängigen Kommission, die den Zeitraum seit 1950 untersuchen musste. 13 Fälle pro Tag, das ist leichter vorstellbar in seiner ganzen Schrecklichkeit. Und warum? Weil systematisch weggeschaut wurde, weil Opfer nicht gehört und Täter stillschweigend pardoniert wurden. „Die Kirche als Konzern ohne Moral, die vertuschte und damit neuen Missbrauch ermöglichte“, schreibt Carina Kerschbaumer in ihrem Kommentar zu den Ungeheuerlichkeiten. Dem ist nichts hinzuzufügen.