AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

MorgenpostHerausgefordert: Der neue Bischof, der Papst und das schönste Amt neben dem Papst

Der tägliche Morgenpost-Kommentar aus der Chefredaktion.

Weiterlesen mit unserem Digitalabo

Gratis testen

    Sie erhalten Zugriff auf:

  • Alle Kleine Zeitung Plus Artikel
  • Tägliches E-Paper
  • Smartphone App
 

Guten Morgen!

Papst Franziskus hat mit der - nun offiziellen - Ernennung von Josef Marketz zum neuen Kärntner Bischof ein historisches neues Kapitel aufgeschlagen. Erstmals wird ein Kärntner Slowene die Mitra der Diözese Gurk-Klagenfurt tragen. „In aller Demut und im Vertrauen auf die Hilfe Gottes und vieler Menschen, die mich unterstützen werden, möchte ich diesen so wichtigen, aber gewiss nicht einfachen Dienst in unserer Diözese antreten“, sagte der designierte Bischof gestern zu seiner Herausforderung nach der Ära Schwarz und der Visitation über diese sowie die Folgezeit der Abrechnung, deren Bericht der Papst bald vorlegen sollte.

Marketz´ Ernennung, die voraussichtlich heute von der Bundesregierung formal bestätigt werden wird, sollte der Zweisprachigkeit in Kärnten einen bedeutenden zusätzlichen öffentlichen Status verleihen. Deshalb gibt auch die Morgenpost seinen gestrigen ersten Worten zur Ernennung in seiner slowenischen Muttersprache Raum: „Vsem slovensko govorečim vernikom se zahvaljujem za spremstvo v dosedanjih službah in prosim vse ljudi dobre volje tudi v prihodnje za molitev in sodelovanje.“ (Allen slowenischsprachigen Gläubigen danke ich für ihre Unterstützung in den vergangenen Gottesdiensten und bitte alle Menschen guten Willens, auch in Zukunft zu beten und zusammenzuarbeiten.)

Als neuem Hirten einer in der jüngeren Vergangenheit ziemlich strapazierten Herde werden Marketz die besten Attribute zugeschrieben: „Das Ohr bei den Menschen … besonnen und auf Ausgleich bedacht“, so Weihbischof Franz Lackner. „Ein Bischof…, dessen Herz für die Armen schlägt“, so Caritas Präsident Michael Landau, der Marketz als bisherigen Caritas-Direktor in Kärnten unter anderem für das Migration Social Business-Projekt „magdas“ würdigte, wo geflüchtete Menschen in der Gastronomie ausgebildet werden. „Marketz bringt … reiche seelsorgliche und administrative Erfahrung mit. Als neuer Bischof steht er ganz im Sinne von Papst Franziskus für eine Kirche, die von Jesus Christus her für den Menschen da ist“, erklärte das Gurker Domkapitel, das dem neuen Bischof Josef „Unterstützung und Loyalität zusichert“.

Über die Kärntner Ortskirche und die Weltkirche hinaus, steht dieser Tage auch das „schönste Amt neben dem Papst“ im Blickpunkt. So wird sprichwörtlich der Posten des SPD-Chefs bezeichnet, wo man nicht minder vor der Herausforderung, Glaubwürdigkeit zu erringen, steht. Die Doppelspitze der deutschen Sozialdemokraten Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans, die in einer Basisabstimmung überraschend gekürt wurden, steht für ein Sprengen der GroKo mit der CDU.

Im Sommer 2017 hatte der Autor der Morgenpost Gelegenheit, Walter-Borjans als damaligen Finanzminister Nordrhein-Westfalens ausführlich bei einem Treffen in Velden zu interviewen. Er hatte damals mittels einer Whistleblower-CD aus der Schweiz mit 70.000 Adressen quer durch Europa Jagd nach Steuerhinterziehern gemacht und „auf Malta in ein Wespennest gestochen“. In seiner Amtszeit hat er mit seiner Steuerfahndung sieben Milliarden Euro hinterzogener Steuern eingebracht. Den umstrittenen Kauf der Steuer-CD hätte er auch dem damaligen Finanzminister Hans-Jörg Schelling empfohlen: „Wir müssen als Staatengemeinschaft genauso international vorgehen wie die Betrüger, sonst haben wir keine Chance.“

Am Freitag werden Walter-Borjans und Esken noch auf dem SPD-Parteitag abgesegnet. Ihr Wahlhelfer, Juso-Chef Kevin Kühnert, will dort als Vizeparteichef kandidieren. Kühnert hat in öffentlichen Diskussionen erklärt, dass „jeder maximal den Wohnraum besitzen [dürfe], in dem er selbst wohnt“ und seine Vision einer „Kollektivierung“ das Eigentum infrage gestellt. Na dann, SPD, gute Nacht.

Einen guten Tag, dober dan, wünscht Ihnen

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.