Europäische UnionDas große Versagen in der Asylpolitik

Sechs Jahre sind seit dem großen Flüchtlingsstrom Richtung Europa vergangen. Sechs lange Jahre, in denen die Europäische Union in ihrem Bemühen scheiterte, eine tragfähige Lösung zu finden. Ist jetzt gar Österreich schuld für das Versagen?

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Kommentar von Hermann Fröschl © KLZ
 

Ausgerechnet Horst Seehofer. Jener deutsche Innenminister, der vor wenigen Jahren noch zu den Hardlinern der Flüchtlingspolitik zählte, wirft Österreich jetzt unsolidarisches Handeln vor. Und macht die Alpenrepublik mitverantwortlich dafür, dass die EU einfach keine gemeinsame Asylpolitik schafft.

Seehofer hat mit seiner Analyse ja recht. Die europäische Asylpolitik ist ein unbrauchbarer Torso. Weil es nicht und nicht gelingt, alle 27 auf Kurs zu bringen, und nach den Osteuropäern nun eben auch Österreich zusehends ausschert.

Nur hilft es niemandem, sich gegenseitig die Verantwortung für das gemeinsame Versagen vorzuwerfen. Auch der Pranger Einzelner hilft letztlich nicht weiter.

Sechs Jahre sind seit der großen Flüchtlingsbewegung vergangen. Sechs lange Jahre, in denen Europa weiß, dass es die Asylpolitik neu aufstellen muss. Sechs Jahre, in denen die EU auf offener Bühne streitet. Und jeder Tag, an dem es so weitergeht, das kollektive Versagen nur quälend verlängert. In diesem Sinn: Reißt euch alle endlich zusammen. 

Kommentare (1)
zweigerl
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Lesenswert?

Reißt euch zusammen?

Das Versagen der Flüchtlingspolitik ist kein Versagen der EU, sondern die logische Folge eines ständig herbeigeführten Ausnahmezustandes, der alle politischen Maßnahmen über den Haufen wirft. Die Migrationskrise wird erst beendet sein, wenn es keine spontanen, irregulären Migrationsbewegunbgen mehr gibt. ;Leider wird das niemals der Fall sein. Dafür sorgen die exponentiell steigenden Instabilitäten in den sogenannten "Herkunftsländern", die ihren Bürgern keine Lebensgrundlage mehr geben können.