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Die rote LinieKonrad Paul Liessmann: Moralische Machtdemonstration, die immer nur für den anderen gilt

Wo es früher genügte, jemandem zu sagen, dass er zu weit gegangen sei, begegnen sie uns heute überall. Doch womöglich geht es bei der Verkündigung roter Linien gar nicht um eine bessere Welt, sondern um das gute Gefühl, auf der richtigen Seite zu stehen.

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Seit geraumer Zeit gewinnen die Landkarten der Moral eine neue Gestalt. Unübersehbar nimmt die Zahl der roten Linien, die sie durchziehen, zu. Seit Barack Obama dem syrischen Potentaten Assad klar gemacht hat, dass durch den Einsatz von Giftgas gegen die Zivilbevölkerung eine rote Linie überschritten würde, erfreut sich diese Metapher einer zunehmenden Beliebtheit. Zwar ist Obama längst Geschichte und Assad hat sich soeben durch eine wohl nicht ganz freie Wahl in seinem Amt bestätigen lassen, aber wer von roten Linien spricht, hat Großes vor, selbst wenn dabei wenig herauskommen mag.

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