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Notizen einer MutterGeburtsvorbereitung einer Großmutter

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© Kleine Zeitung
 

Als an einem sonnigen Tag im Mai die Wehen zur Geburt unseres vierten Kindes einsetzten, war mein Mann mit seiner Klasse auf Exkursion und mein Vater auf Dienstreise. Meine Mutter besaß zwar einen Führerschein, benützte ihn aber lediglich, um bei Wahlen ihre Identität nachzuweisen. Ich packte also meine drei Buben und die Kliniktasche ins Auto, brachte die Kleinen zu ihrer Großmutter und fand tatsächlich in der Nähe des Spitals einen Parkplatz. Bald darauf war Antonia geboren – gesund, süß und, nach drei Stammhaltern besonders erfreulich, weiblich.

Als wir von der Entbindungsstation heimkamen, erwartete mich ein wenig erfreuliches amtliches Schreiben: Ein motivierter Polizist, der an Tonys Geburtstag hinter mir an einer Ampel gestanden war, hatte bei dieser Gelegenheit festgestellt, dass das Heckkennzeichen an unserem Wagen „in einem zur Unleserlichkeit führenden Grad verschmutzt“ war. Trotzdem war es ihm offenbar gelungen, es zu entziffern und den Fahrzeughalter auszuforschen. Da es „dem Fahrzeuglenker zumutbar“ gewesen sei, sich vor Antritt der Fahrt vom ordnungsgemäßen Zustand der Kennzeichentafeln zu überzeugen, wurde ich aufgefordert, umgehend eine Mandatsstrafe von 150 Schilling mit beiliegendem Erlagschein einzuzahlen.

Nun ist Antonia mit ihrem zweiten Baby schwanger, der heutige Muttertag wurde als Geburtstermin errechnet – aber was heißt das schon? Elena wird während des großen Ereignisses bei uns sein, ihr Köfferchen ist schon da. Sollte ihr Papa gerade bei der Arbeit sein, wenn sich das neue Enkerl auf den Weg macht, starte ich unverzüglich, um Elena zu übernehmen und die werdende Mama im Krankenhaus abzuliefern.

Aber wie sagte der französische Mathematiker und Philosoph schon vor gut 350 Jahren: Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, erzähle ihm von deinen Plänen. Wie auch immer: Seit einer Woche mache ich morgens nach dem Füttern von Hund, Katzen und Hühnern routinemäßig einen Kontrollgang zu unserem Auto, um die Kennzeichen zu säubern. Einer werdenden Omama ist das schließlich durchaus jederzeit zumutbar.

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