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FridoÜber junge Wilde und das Geschäft mit der Ehrlichkeit

Und von englischen Zeitungsständern und dem missglückten ersten Anlauf von Wikipedia.

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Vor Kurzem streifte ich durch die Südoststeiermark, eine gebenedeite Region von Wein und Rosen. Und auch viel biologisch angebautes Gemüse soll es dort geben.

Also fragte ich den freundlichen Albert Neumeister, Patron der vortrefflichen und ökologisch orientierten Saziani Stubn danach. Er gab mir Adressen von Biobauern, die sich Junge Wilde nennen.
Zumal es ein Feiertag war, bezweifelte ich, dass sie offen wären. Kein Problem, meinte Herr Neumeister, das Gemüse gibt es bei denen in Selbstbedienung.

Nun kenne ich Erdbeer- oder Blumenfelder, bei denen ehrliche Kunden Geld in eine gut gesicherte Kasse stecken können.
Anders die beiden Jungen Wilden, die ich aufsuchte. Inmitten von Paradeisern, Gurken, Paprika, Chilis, Himbeersaft und sogar Kernöl fanden sich Schachterln (mit Geld) in denen man die fällige Summe hinterlassen konnte.

Dieses System fordert niedrige Instinkte gleich doppelt. Theoretisch könnte man sich die Gartenfrüchte nehmen und auch ein wenig Geld dazu.

Zum Letztenmal hatte ich das im England der Siebzigerjahre gesehen, wo man Tageszeitungen auf diese Art feilbot. Das wäre heute zumindest in Städten undenkbar.

Diese kühnen Jungen Wilden hatten damit offenbar kein Problem; manche halten ihre Läden von 6 bis 22 Uhr offen.
Das erinnerte mich an einen Vortrag von Wikipedia-Gründer Jimmy Wales. Im ersten Anlauf, berichtete er, habe man für Beiträge enorme Sicherheitsschranken errichtet und sei kläglich gescheitert.

Dann drehte man die Annahme, die Welt sei voller Lügner und Betrüger um, öffnete das System und setzte auf Wohlwollen und Ehrlichkeit.
Mit Erfolg, Wikipedia ist mittlerweile das größte und verlässlichste Lexikon der Welt.

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