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Zum Datenverkauf der PostTrotz Datenschutzgrundverordnungs-Irrsinn gibt es große Lücken im Datenschutz.

 

Die Post bringt allen was. Aber wie sich jetzt herausstellt, holt sie auch immer etwas ab, wenn sie etwas bringt: Sie sammelt nämlich bienenfleißig Informationen über ihre Kunden. Dieses Wissen verdichtet sie zu Kundenprofilen und verkauft die daraus entwickelten Annahmen – um mehr handelt es sich nicht – an die Werbewirtschaft. Ein lukratives Zubrot zulasten ausgespitzelter Bürger.

Diese Praxis ist aus mehreren Gründen ein starkes Stück. Es gilt nämlich hierzulande nicht von ungefähr ein Post- und Fernmeldegeheimnis, um die Privatsphäre der Menschen zu schützen. Deshalb ist es schlicht unstatthaft, dass der Überbringer der Botschaft die bei der Tätigkeit des Überbringens gewonnenen Einsichten über den Empfänger hinterrücks verwertet. Was kommt als Nächstes? Werden Taxifahrer ihre Adresskenntnisse und die mitgehörten Kundengespräche kommerziell weiterverwursten? Werden Kindergärtnerinnen, Lehrer, Pflegekräfte nebenbei zu wissbegierigen Lausch-angreifern? Blickt die Müllabfuhr aufmerksam in die Tonne, um aus dem Abfall auf den Einzelfall zu schließen? Lüften Schneider, Masseur, Friseur und Pfarrer künftig gegen gutes Geld jenes Wissen über die Lebensverhältnisse ihrer Kunden (bzw. Schäfchen), das man bisher zu Recht als „Geschäftsgeheimnis“ bezeichnet hat?

Natürlich stimmt eines: Wer immer bei einem Geschäft eine Kundenkarte erwirbt oder sich für ein Online-Portal anmeldet, hat damit seine Daten gegen vermeintliche Vorteile preisgegeben. Er hat sich damit der zweifelhaften Logik der durch Algorithmen generierten Typologisierung des eigenen Lebens unterworfen. Er wird fürderhin genau jene „personalisierte“ Werbung erhalten, die auch die Käufer der Post-Datensätze im Sinn haben.

Jedoch: Die Post ist kein x-beliebiges Unternehmen der Privatwirtschaft. Von der Post kann man sich nämlich nicht abmelden. Sie ist mit dem sogenannten „Universaldienst“ betraut, beliefert also von Staats wegen die Bürger mit so heiklen Sendungen wie Mahn- und Strafbescheiden, Prozess-Ladungen und Urteilen. Das ist dann nicht mehr ganz so harmlos, wie wenn der Bioladen ums Eck mein Lieblingsgemüse ausspioniert.

Vollends bedenklich wird das eigenartige Fern-Melde-Wesen der Post, wenn aus dem Inhalt des Briefkastens auch gleich detektivisch auf die mutmaßliche politische Gesinnung des Empfängers geschlossen wird. Wie geht das eigentlich? Wer Liederbücher bestellt, ist FPÖ-Anhänger? Müsli-Esser tendieren zu Grün? Oder müssen Briefträger Stricherllisten führen, wenn sie die Mitgliederzeitungen der Parteien austragen? Es wäre lustig, wäre es nicht so ernst.

Übrig bleibt die Erkenntnis, dass wir trotz Datenschutzgrundverordnungs-Irrsinn große Lücken im Datenschutz haben. Die Kunde zählt heute mehr als die Kundschaft. Und wenn sich eine Firma ins Post-Geheimnis-Zeitalter begibt, sind wir ziemlich schutzlos.

Kommentare (1)

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erhardvallant
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DSGVO - Datenschutz oder Tor zum Datenmissbrauch?

Wer geglaubt hat, die DSGVO bringe ein Mehr an Datenschutz hat sich wohl schwer geirrt, vor allem wenn sie so vollzogen wird wie bei uns in Österreich. Die Datensammelwut mit ihren Bespitzelungsmethoden und ihre kommerzielle Verwertung grenzt an Blockwart-Mentalität.

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