Conchitas OutingDie Sache mit dem Stigma

Wieso Conchitas Outing von großem Mut zeugt.

 

Freiwillig hat Conchita Wurst das nicht öffentlich gemacht: „Ich bin seit vielen Jahren HIV-positiv“, postete Thomas Neuwirth, Alter Ego der erfolgreichen Drag-Queen, jüngst auf Instagram.

Weil ein Ex-Freund ihm drohte, die Nachricht zu verbreiten, entschloss er sich zum Coming-out, so Neuwirth: „Ich gebe auch in Zukunft niemandem das Recht, mir Angst zu machen und mein Leben derart zu beeinflussen.“ Ein Satz, der von großer Tapferkeit zeugt.

Auch, weil die Mitteilung reihum wie ein Geständnis aufgenommen wurde. Von manchen gar mit gehässigen Postings auf Social Media.

Wer bisher dachte, es brauche heute keine Courage mehr, sich als HIV-positiv zu outen, hat dabei einiges gelernt. „Soziales Aids“ nennen Hilfsorganisationen das Stigma, mit dem die Erkrankung noch immer behaftet ist.

Das erinnert daran, dass der hässliche alte Mechanismus, Krankheit als Strafe zu betrachten, wieder an Wirkmächtigkeit gewinnt. Mit Aids als quasi logischer Konsequenz von lockerem Sex. Solches Denken führt zu Mitgefühlsdefiziten, und diese schwächen die öffentliche Auseinandersetzung mit Erkrankung und Vorsorge.

Auch davon zeugt der Umstand, dass ein mieser Hohlkopf meinte, eine HIV-Diagnose zum Gegenstand einer Erpressung machen zu können. Tom Neuwirth hat mit seinem Outing die Stigmatisierung HIV-Infizierter öffentlich gemacht. Das war ein mutiger und, wie sich zeigt, nach wie vor notwendiger Schritt.

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