DänemarkFeierliche Begräbnisfeier von Prinz Henrik im kleinen Kreis

Die Trauerfeier für den dänischen Prinz Henrik fand in Kopenhagen statt - nur 60 Gäste waren geladen.

Die dänische Königsfamilie mit dem Sarg von Prinz Henrik © 
 

Am Ende konnte Margrethe II. ihre Tränen doch nicht mehr zurückhalten. Nach dem Tod ihres Mannes Prinz Henrik hatte die dänische Königin in den vergangenen Tagen öffentlich immer ein Lächeln auf den Lippen. Auch am Dienstag lächelte sie, während der wohl wichtigste Mensch in ihrem Leben in Kopenhagen beigesetzt wird.

Doch zugleich liefen der Monarchin in den letzten Minuten unter dem schwarzen Schleier die Tränen über die Wangen. "Du, der Millionen Sterne erstrahlen ließ", sang sie da. So bewegt habe man die Königin noch nie gesehen, kommentierten dänische Medien. In der Schlosskirche von Christiansborg nahm die Königsfamilie in einer emotionalen, kleinen und außergewöhnlich ehrlichen Zeremonie Abschied von Prinz Henrik. Der 83-Jährige war am vergangenen Dienstag nach schwerer Krankheit gestorben.

Ein Staatsbegräbnis hatte er nicht gewollt, deshalb waren zur Trauerfeier nur 60 Gäste geladen - neben der Königsfamilie, seiner französischen Familie und Angestellten vom Hof nur ganz wenige Offizielle. Alle anderen konnten ihre Anteilnahme nur mit Blumen zeigen: Mehrere hundert farbenfrohe Kränze lagen im Kirchenschiff.

"Bunt, unberechenbar, unerschrocken, französisch!"

Bischof Erik Norman Svendsen, der persönliche Seelsorger der Königsfamilie, erinnerte in einer außergewöhnlichen Rede an das Leben des Prinzen. Henrik sei immer er selbst gewesen und habe keine Rücksicht auf Gepflogenheiten genommen, sagte er. "Bunt, unberechenbar, unerschrocken, französisch!"

Mit seiner Rolle in der dänischen Monarchie sei der Prinz nicht immer glücklich gewesen, sagte der Geistliche. "Er fühlte sich manchmal übergangen und übersehen und gab dem Titel Prinzgemahl die Schuld." Für ihn sei das eine Frage der Ebenbürtigkeit und Gerechtigkeit gewesen.

 

Dänemark: Begräbnisfeier für Prinz Henrik

Die dänische Königsfamilie zeigte sich bei der Beisetzung am Dienstag in der Schlosskirche Christiansborg gerührt aber gefasst.

Prinz Henrik war am vergangenen Dienstag mit 83 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben.

Der Prinz hatte kein Staatsbegräbnis gewollt - nur 60 Gäste waren geladen.

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Prinz Henrik hatte bis zum Schluss damit gehadert, dass er nie den Titel König bekam. Deshalb hatte er entschieden, dass er nicht im Dom von Roskilde begraben werden wollte, wo Königin Margrethe später einmal liegen wird. Sein Leichnam wird stattdessen eingeäschert - ein Teil der Asche kommt in den privaten Garten seines geliebten Schlosses Fredensborg, die andere Hälfte wird über dem Meer verstreut.

Seiner Familie sei Prinz Henrik trotz seiner Frustration immer ein liebevoller Ehemann, Vater und "Grand Papa" gewesen, berichtete Svendsen. Nach außen hin sei die Königin natürlich Nummer eins gewesen, "aber zuhause im Schloss war Prinz Henrik erster Mann, der die Erziehung der Kinder genauso bestimmte wie das Abendessen. Mit Französisch als bestimmendem Akzent".

Geliebter "Grand Papa"

Bei Enkeln, Söhnen und Schwiegertöchtern flossen nach diesen Worten die Tränen. Vor allem in seiner Rolle als Opa - als "Grand Papa", wie die Enkel ihn nannten - war Henrik in den letzten Jahren aufgegangen. Damit gewann er auch immer mehr Sympathien bei den Dänen, die dem geborenen Franzosen zunächst sehr skeptisch begegnet waren. Vor seiner Beisetzung erwiesen sie ihm am Wochenende zu Tausenden die letzte Ehre am geschlossenen Sarg.

Dieser wurde, umhüllt von der dänischen Flagge mit dem Wappen des Prinzen, am Ende der Trauerfeier von acht rot Uniformierten aus der Kirche getragen. In diesem Moment wurden alle Flaggen im Land, die eine Woche auf halbmast wehten, wieder voll gesetzt. Die Kirchenglocken läuteten. Salutschüsse erklangen. Und Margrethe II. lächelte wieder.

 

Dänemark: Prinz Henrik, der Gemahl der Königin, ist tot

Dänemark trauert um Prinz Henrik.

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Der 83-Jährige sei am späten Dienstagabend auf Schloss Fredensborg nördlich von Kopenhagen gestorben, teilte das Königshaus am Mittwoch mit.

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Bis zum Schluss haderte Henrik damit, dass er als Gemahl einer Königin nicht den Titel König bekam.

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Henrik wurde am 11. Juni 1934 als Graf Henri Marie Jean Andre de Laborde de Monpezat im französischen Talence geboren. Weil er sich in Dänemark nicht respektiert fühlte, zog er sich immer wieder auf sein Weingut in Frankreich zurück.

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Nach der Hochzeit 1967 mit Margrethe, die er in London kennengelernt hatte, änderte er seinen Vornamen ins dänische Henrik.

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Seine Frau wurde 1972 Königin von Dänemark. Die beiden verbanden vielfältige kulturelle Interessen.

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Im vergangenen Sommer erklärte der Prinz, er wolle ohne den entsprechenden Titel auch nicht neben seiner Frau, der Königin, begraben werden. Bei dieser Entscheidung sollte es nach Angaben des Palasts auch nach der Demenz-Diagnose bleiben.

 
 

 

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Die meisten öffentlichen Aufgaben gab Henrik bereits 2016 ab. Damals legte er auch den immer ungeliebten Titel Prinzgemahl nieder.

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Schon im vergangenen Jahr hatte der in Frankreich geborene Prinz mehrmals ins Krankenhaus kommen müssen.

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Im September hatte das Königshaus dann mitgeteilt, der 83-Jährige leide an Demenz. Seitdem war er öffentlich kaum noch aufgetreten.

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