Heute Abend vergibt die spanische Thronfolgerin Leonor (16) im nordspanischen Oviedo im Beisein von König Felipe und Königin Letizia die nach ihr benannten Prinzessin-von-Asturien-Preise. Die mit 50.000 Euro dotierten renommierten Auszeichnungen sind als "spanische Nobelpreise" bekannt und werden alljährlich in acht verschiedenen Sparten vergeben. Der spanische Dramatiker Juan Mayorga wird mit dem Literaturpreis geehrt.

Als "Symbol der Hoffnung für alle Flüchtlinge der Welt" erhalten die olympische Stiftung für Flüchtlinge und das Olympia-Flüchtlingsteam die Auszeichnung in der Sparte Sport. Der japanische Architekt Shigeru Ban wird für sein Notunterkünfte-Projekt für Opfer von Naturkatastrophen und bewaffneten Konflikten in der Sparte Eintracht geehrt. Ban habe mit seiner schnell konstruierbaren Kartonarchitektur Pionierarbeit geleistet und Unterkünfte entworfen, die Menschen in Notlagen ihre Würde ließen, so die Preis-Jury.

Die Entscheidung

Unterdessen erhalten die vier Informatiker Geoffrey Hinton, Demis Hassabis, Yann Le Cun und Yoshua Bengio als "Väter der künstlichen Intelligenz" den Preis in der Sparte Wissenschaft. Sie haben die Basis für das Deep Learning gelegt, begründete die Stiftung Prinzessin-von-Asturien ihre Entscheidung.

Die "Kultur"-Preise gehen heuer an Spanier. Der Madrider Autor und Theaterdirektor Mayorga wird mit dem Literaturpreis geehrt, Flamenco-Sängerin Carmen Linares und die Flamenco-Tänzerin und Choreografin Maria Pages bekommen den Preis der Künste.

Die Auszeichnung für internationale Zusammenarbeit geht heuer an die ehemalige britische Seglerin Ellen MacArthur, die mit ihrer Stiftung viele der weltweit größten Verpackungshersteller für ihre New-Plastics-Economy-Initiative gewinnen konnte, mit welcher die Weltmeere vom Plastikmüll befreit werden sollen. Der mexikanische Anthropologe und Harvard-Professor Eduardo Matos Moctezuma wird in der Sparte Sozialwissenschaft ausgezeichnet.

Verteidiger der Bürgerrechte

Im Mittelpunkt der diesjährigen Preisvergabe steht allerdings der polnische Journalist und Demokratie-Aktivist Adam Michnik. Der ehemalige antikommunistische Dissident und Chefredakteur der größten liberalen Tageszeitung des Landes "Gazeta Wyborcza" wird als einer der "herausragendsten Verteidiger der Bürgerrechte in Polen" in der Sparte "Kommunikation und Geisteswissenschaften" ausgezeichnet. Zudem sei Michnik eine der entscheidenden Persönlichkeiten bei der Rückkehr Polens zur Demokratie gewesen und ein außerordentlicher Journalist.

So ließ der 75-jährige politische Essayist auch nicht die Gelegenheit aus, in Oviedo über den Krieg in Osteuropa zu sprechen. Er warnte Europa davor, dass im Ukraine-Krieg die "Zukunft Europas auf dem Spiel steht". Der russische Präsident Putin benutze in seinem Angriffskrieg auf die Ukraine dieselbe Rhetorik wie Adolf Hitler bei der Invasion Polens.