Mit 17 Jahren verließ Jeffrey Lynn Goldblum seine Heimat Pittsburgh und ging nach New York, um Schauspieler zu werden. Etwas anderes kam für ihn angeblich schon als kleiner Bub nicht in Frage: „Jeden Tag, bevor ich in die Schule gegangen bin, habe ich in einer Dusche mit Glastür geduscht, die Tür beschlug, und ich habe darauf geschrieben: ,Bitte, lieber Gott, lass mich ein Schauspieler werden!’.“

Der hochaufgeschossene Schauspieler (einer der frühen Filme der 1,90-Lackls heißt „Das lange Elend“) grundelte ein paar Jahre als Klein- und Nebendarsteller herum, bevor er mit Anfang 30 den Durchbruch schaffte: „Der große Frust“, „Kopfüber in die Nacht“ und „Die Fliege“ machten ihn in den 80ern zum Star, in den 90ern wurde er Superstar: Mit stets sarkastischen Nebenfiguren in „Jurassic Park“ und dem Alienspektakel „Independence Day“ kreierte er ein erfolgsträchtiges Image als leicht schusselige Intelligenzbestie.



Aber Goldblum blieb vielseitig: In „Marvel“-Filmen war er ebenso zu sehen wie in Wes Andersons Art House-Preziosen. Er spielte Theater, TV-Krimis und trat immer öfter als passabler Jazzpianist in Erscheinung. Da reichte es sogar einmal für Platz 1 in den Jazz-Charts. „Mit Sicherheit würde jede objektive Beurteilung meines Lebens zu dem Schluss kommen, dass es bis jetzt sehr ergiebig war und glücklicher, als man es ausdrücken könnte“, sagte der Charmebolzen einmal.



Vaterfreuden kamen übrigens erst spät dazu: Mit 63 bekam er einen Sohn, Mutter Emilie Livingston (49) ist seine dritte Ehefrau, davor war er mit den Schauspielerinnen Patricia Gaul (77) und (kürzer als drei Jahre) mit Geena Davis (66) verheiratet.

Nur die ganz große Anerkennung Oscar blieb ihm verwehrt, für seinen Kurzfilm „Little Surprises“ war er wenigstens als Regisseur nominiert. Und dass sich die großen Altersrollen (bis jetzt) nicht eingestellt haben, das wird Goldblum vermutlich mit einem breiten Grinsen quittieren.