Als exzentrischer russischer Schmuggler Yuri versucht Nikola Djuricko in der vierten Staffel der Netflix-Erfolgsserie "Stranger Things", die Pläne von Joyce Byers (Winona Ryder) und Jim Hopper (David Harbour) zu vereiteln. Der serbische Schauspieler, der so auch hierzulande einem größeren Publikum bekannt wurde, wird am 1. und 2. Oktober der Vienna Comic Con einen Besuch abstatten. Über seine Erlebnisse beim Dreh und über Yuris Zukunft äußerte er sich im Vorfeld im APA-Interview.


Wie fühlte es sich an, zu diesem mittlerweile seit Jahren eingespielten Cast hinzuzustoßen?

NIKOLA DJURICKO: Es war eine große Ehre. Ich habe mich sofort als Teil der "Stranger Things"-Familie gefühlt. Alle waren sehr freundlich, nicht nur der Cast, sondern auch die Crew. Ich habe mich gefühlt, als würde ich für immer Teil des Teams sein.

Sie hatten in der Serie Szenen mit Winona Ryder und Brett Gelman. Konnten Sie auch die anderen Schauspieler kennenlernen?

Ja, konnte ich. Bevor wir gefilmt haben, hatten wir in Atlanta Proben mit dem gesamten Cast. Dort hatte ich die Möglichkeit, alle kennenzulernen. Ich hatte aber auch Szenen mit David (Harbour) und Tom (Wlaschiha, Anm.).

"Stranger Things" ist seit der ersten Staffel ein internationaler Erfolg. Wie gingen Sie mit dem Druck um?

Ich habe versucht, nicht so zu denken, also fühlte ich mich nie unter Druck gesetzt. Ich war inspiriert und aufgeregt, weil ich einen außergewöhnlichen Charakter spielen und mit talentierten Co-Stars und Crew-Mitgliedern arbeiten durfte.

Ihr Charakter Yuri ist Russe. Würden Sie jetzt - angesichts des Ukraine-Krieges - zögern, eine solche Rolle anzunehmen?

Ich bin professioneller Schauspieler, ich spiele Charaktere und Menschen, keine Nationalitäten. Mein Charakter ist aus der Sowjetunion, könnte also u. a. Russe, Ukrainer oder Moldawier sein.

Wie haben Sie sich auf diese verrückte Rolle vorbereitet?

Ich glaube, man muss auch selbst ein bisschen verrückt sein. Die Duffer-Brüder (Matt und Ross Duffer, die Schöpfer der Serie, Anm.) und die Autoren haben bei der Kreation von Yuri so tolle Arbeit geleistet, dass es leicht war, von dem Charakter inspiriert zu sein und kreativ mit ihm zu umzugehen. Ich glaube, wir haben einfach eine gute Balance zwischen ihrer Vorstellungskraft und meiner "Verrücktheit" gefunden.

Yuri ist einer der (menschlichen) Antagonisten der Staffel.
Wie nehmen Sie ihn wahr? Verstehen Sie seine Motivation?

Natürlich. Yuri glaubt, Profit daraus schlagen zu können, Ausländer hereinzulegen. Das dabei verdiente Geld soll ihm dabei helfen, Probleme zu lösen, etwa seiner Mutter ein Haus zu kaufen. Aber wir sehen seine Entwicklung und erkennen, dass er einmal ein guter Mann war. Am Ende rettet er unsere Helden und wird einer von den Guten. Viele denken nicht daran, wie viel Yuri aufgegeben hat, um Hopper und Joyce zu retten.

Stephen King hat Ihren Charakter Yuri auf Twitter gelobt und
behauptet, er würde seine eigene Show verdienen. Könnten Sie sich das vorstellen?

Lang lebe der King! Ich fühle mich geehrt und dankbar. Von einem so großartigen Mann anerkannt und erwähnt zu werden, hätte ich mir in meinen wildesten Träumen nicht vorstellen können. Es ist nicht nur eine Bestätigung meiner Arbeit, sondern auch der des Teams, das an der Entstehung und Kreation meines Charakters gearbeitet hat: Die Duffer-Brüder, Shawn Levy (Executive Producer bei "Stranger Things", Anm.), die Autoren, die Make-up- und Kostüm-Abteilungen, meine talentierten Co-Stars usw. ... Und ja, ich kann mir absolut vorstellen, meine eigene Show zu machen.

Werden wir Yuri in Staffel fünf wiedersehen?

Das können derzeit nur die Duffer-Brüder und die Schöpfer von "Stranger Things" beantworten. Ich persönlich würde liebend gern mehr von Yuris verrückten Abenteuern sehen.

(Die Fragen stellte Ines Garherr/APA per Mail)