10 Fragen an ...Olga Flor: "Entspann dich!"

Literatin Olga Flor über die Angst vor Abgabeterminen, das Bewusstsein für das Ökosystem Erde und warum man unbedingt zu „Don Quichote“ greifen sollte.

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Schriftstellerin Olga Flor
Schriftstellerin Olga Flor © (c) APA/ERWIN SCHERIAU (ERWIN SCHERIAU)
 

1 Was mögen Sie an sich?
Vielleicht das, was ich andererseits auch gerade nicht mag, weil es nicht immer einfach zu bewältigen ist: die Fähigkeit, mich zu hinterfragen. Hoffe ich wenigstens.

2 Was fehlt unserer Gesellschaft?
Solidarität mit Mitmenschen. Überhaupt die Offenheit für das Mitmenschliche im Mitmenschen, auch wenn er oder sie fliehen musste, aus welchen Gründen auch immer, und das werden in Zukunft immer mehr ökologische Gründe sein. Da sind wir bei einem weiteren Punkt: dem Bewusstsein für die Fragilität des Ökosystems Erde.

3 Wann hatten Sie zuletzt Angst? Wie haben Sie sie bewältigt?
Ich habe immer wieder Angst, etwa angesichts von Frage 2, aber auch angesichts von viel kleineren, greifbareren Alltagsdingen wie Abfahrts- oder Abgabeterminen.

4 Was gibt Ihnen Hoffnung?
Die Jugend und ihr Blick auf die Welt. Dass es trotz allem sehr viele Menschen gibt, die sich für die Rechte von Geflüchteten einsetzen, selbst wenn sie aus Afghanistan kommen.

5 Ihre Lieblingsserie? Warum?
Ich habe eine Schwäche für Thriller mit uneindeutigen Frauencharakteren, die auch mal stolpern. Etwa die schwedisch-britische Koproduktion „Fallet“, weil die sich selbst und das Genre des Nordic noir auf die Schaufel nimmt.

6 Mit dem Wissen und der Erfahrung von heute – was würden Sie Ihrem jugendlichen Ich ausrichten?
Entspann dich! (Und mein jugendliches Ich würde sich herzlich bedanken für gute Ratschläge.)

7 Welches Buch muss man gelesen haben und warum?
Während eines der Lockdowns habe ich mit Genuss „Don Quichote“ gelesen und gestaunt über die Modernität der Erzählhaltung, insbesondere im zweiten Teil, wo die Figur Fälschungen ihrer selbst begegnet. Auch die Komik ist enorm.

8 Was würden Sie gerne noch lernen wollen?
Reiten. Kraulen. Und Wendigkeit in neuen Sprachen.

9 Was bereuen Sie? Warum?
Dass ich nicht früher Kraulen gelernt habe. Allerdings hatte ich eine Turnlehrerin, die neben dem Becken hergegangen ist und mich mit Sprüchen wie „Du ersäufst mir ja gleich“ ermuntern wollte. Was übrigens eine sehr interessante Sprachfigur ist.

10 Was hat uns Corona gelehrt?
Vielleicht, dass wir als Menschen Teil eines Gemeinwesens sind und einzeln nicht über nennenswerte Zeiträume hinweg existieren können?

Kommentare (3)
tartaruga
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@Kleine Zeitung

Bitte in „zur Person“ Fendrich gegen Flor austauschen. Danke.

Kleine Zeitung
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2
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Lieber Tartaruga,

vielen Dank für den Hinweis. Da waren unsere Gedanken wohl noch zu sehr bei den 10 Fragen an Rainhard Fendrich von letzter Woche ;)
Wir haben die "Zur Person"-Box nun natürlich mit Infos zu Olga Flor aktualisiert und wünschen Ihnen noch einen schönen Sonntag.
Lg aus der Redaktion

Lodengrün
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6
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Hat er

sich auch mit den Kollegen versöhnt? Da sind noch einige sauer.