Tilda Swinton und Co. Hollywoodstars wollen Venedig retten

Mick Jagger, Tilda Swinton oder Francis Ford Coppola haben eine Petition unterschrieben, um das künstlerische Erbe und die Seele Venedigs zu retten.

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Tilda Swinton im Vorjahr bei den Filmfestspielen in Venedig © APA
 

Hollywoodstars und andere internationale Prominente machen zur Rettung Venedigs mobil und fordern ein Sonderstatut für die Lagunenstadt. An den italienischen Präsidenten Sergio Mattarella richteten sie eine Petition mit Vorschlägen zum Erhalt Venedigs. Ziel sei nicht nur die Rettung des künstlerischen Erbes, sondern auch der Seele der Stadt, hieß es im Schreiben.

Musiker wie Mick Jagger, Regisseure wie Francis Ford Coppola und James Ivory, die britische Schauspielerin Tilda Swinton, die ehemalige französische Kulturministerin Francoise Nyssen und der britische Künstler indischer Abstammung Anish Kapoor unterzeichneten das Papier. Auch Mäzen David Landau sowie der Direktor des Guggenheim Museums Richard Armstrong schlossen sich dem Appell an.

Das mobile Dammsystem MOSE zum Schutz der Stadt vor Flutwellen soll zu Ende gebaut und Kreuzfahrtschiffe müssten endgültig aus der Lagune verbannt werden, lauten zwei Forderungen. Außerdem plädieren die Promis für den Schutz des Ökosystems der Lagune sowie für Einschränkungen beim Wasserverkehr.

Der Kampf gegen den Massentourismus sollte laut Petition Priorität genießen. So urgieren die Unterzeichner einen geregelten Zugang von Touristen und eine Einschränkung bei der Zahl der zugelassenen Ferienwohnungen und von Bed & Breakfast. Des weiteren sprechen sie sich für die Einführung von Begünstigungen für Langzeitmieter von Geschäften und Wohnungen sowie stärkere Kontrollen der Shoplizenzen aus. Damit soll verhindert werden, dass Venedig zu einem Freizeitpark verkomme.

Kulturevents sollten unter Aufsicht einer Behörde geplant werden. Die Unterzeichner des Appells hoffen, dass Venedigs Rückkehr zur Normalität nach der Pandemie die Gelegenheit zu einer Neuorientierung werden könnte. Die Unesco-Welterbestadt kommt nur noch auf etwa 55.000 Einwohner. Dafür ist der Tourismus bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie kontinuierlich gestiegen. Millionen Menschen kamen mit Kreuzfahrtschiffen, 2019 wurden laut der Region rund 13 Millionen Übernachtungen registriert.

Kommentare (1)
dieRealität2020
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Letztendlich kein Problem.

In den letzten 40 Jahren gab es mehre Projekte "Venedig zu retten". Aus technischer Sicht wurden immer ein nicht durchführbare "Rückzieher" gemacht. Und der Kostenaufwand betrug eine 2-3stellige Milliardensumme.
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Na ja wenn die neunmalklugen und besserwisserischen Retter die finanzielle Durchführung übernehmen, da wird sich die italienische Mafia die mehrheitlich Venedig seit Jahrzehnten verwaltet (ist auch in Italien kein Geheimnis) sehr freuen.
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In den Jahren 1965 bis 1970 erreichte die Gesamtstadt mit knapp 370.000 Einwohnern die höchste Bevölkerungszahl. Seitdem ist diese um mehr als 100.000 zurückgegangen (Januar 2021: 255.609). Die Mehrheit der arbeitenden Venezianer lebt vom Tourismus. Dabei sind die früheren Übernachtungszahlen von 11 Millionen offenbar wegen der stark angestiegenen Preise seit Jahren rückläufig. (w)
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Venedig und seine Lagune stehen seit 1987 auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes. Und bis in die nächsten 5.000 Jahre soll noch weiter gefördert werden. Wenn Italien und Konsorten (gilt auch für andere Länder) dann sollten sie es auch tun und selbst finanzieren. Ich kann dieses Weltkulturerbe nicht nachvollziehen. Wo liegt hier der tatsächliche Sinn und Zweck?