Zehn Fragen anViktor Gernot: „Lass dir nichts gefallen“

Kabarettist Viktor Gernot über Angst als festen Bestandteil des Lebens, sein Faible für „Game of Thrones“ und seine Ratschläge ans jugendliche Ich.

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Kabarettist Viktor Gernot
Kabarettist Viktor Gernot © APA/ORF/Hubert Mican
 

1. Was mögen Sie an sich?
Meine Ausdauer und meinen Ehrgeiz. Und dass mir wenig Menschliches fremd ist.

2. Was fehlt unserer Gesellschaft?
Liebe. Solidarität. Inklusion. Und die Bereitschaft und Fähigkeit, begangene Fehler zuzugeben und daraus zu lernen.

3. Wann hatten Sie zuletzt Angst? Wie haben Sie sie bewältigt?
Angst ist fester Bestandteil meines Lebens. Im vergangenen Jahr mindestens einmal pro Monat, wenn wieder einmal klar war, dass die Regierung es weiter nicht zulässt, dass ich meinen Beruf als Kabarettist und Musiker ausübe. Ich bewältige sie, indem ich sie zulasse und als Teil meines Seins akzeptiere.

4. Was gibt Ihnen Hoffnung?
Dass es immer weitergegangen ist und dass es noch immer viel Anstand unter den Menschenkindern gibt. Dass wir vielleicht lernen, vieles anders oder besser zu machen als vor 2020.

5. Ihre Lieblingsserie? Warum?
„Game of Thrones“. Weil es mit allen bisherigen Erzählweisen von TV-Serien gebrochen hat und etwa jede Saison 20 HeldInnen hat sterben lassen.

6. Mit dem Wissen und der Erfahrung von heute – was würden Sie Ihrem jugendlichen Ich ausrichten?
Hör auf dich. Steh dafür ein. Lass dir nichts gefallen. Und spiel mehr Tennis und mach mehr Urlaub.

7. Welches Buch muss man gelesen haben und warum?
„Gottes Werk und Teufels Beitrag“ von John Irving. Humanismus pur. Ein Buch über Verstehen, Verzeihen, Fehler, Lieben, Scheitern und Gelingen. Zutiefst menschlich.

8. Was würden Sie gern noch lernen wollen?
Big-Band-Arrangements schreiben.

9. Was bereuen Sie? Und warum?
Nichts. Weil alles zu deinem Weg dazugehört. Vielleicht einige wenige Male das berühmte letzte Glas.

10. Was hat uns Corona gelehrt?
Wie erschreckend inkompetent manche PolitikerInnen in höchsten Positionen sind. Dass der Föderalismus in unserem kleinen Land bewiesen hat, eine Schnapsidee zu sein, und glorios gescheitert ist. Und, dass man Verständnis selbst für die krudesten Querdenker zeigen muss, auch wenn man es nicht hat.

Zur Person

Vik­tor Ger­not wurde als Ger­not Jedlicka am 18. Jän­ner 1965 im ober­ös­ter­rei­chi­schen Enns ge­bo­ren. Er stu­dier­te am Kon­ser­va­to­ri­um der Stadt Wien Mu­si­cal, Ope­ret­te und Chan­son. Seit 1994 unter an­de­rem Mit­glied der Hek­ti­ker. Hatte zahl­rei­che TV-Auf­trit­te und ist fixe Größe in der ös­ter­rei­chi­schen Ka­ba­rett­sze­ne. Re­gel­mä­ßi­ge Auf­trit­te in der ORF-Sen­dung „Was gibt es Neues?“ und beim Ka­ba­rett­gip­fel am 21. Mai (ORF 1, 20.15 Uhr). Öff­net am 1. Juni die Tore sei­ner neuen „Pra­ter­büh­ne“. www.​vik​torg​erno​t.​at

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