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San SebastianWoody Allen enttäuscht bei Festivaleröffnung

Oscar-Preisträger Christoph Waltz hat in "Rifkin's Festival" nur kleine, aber gut gespielte Nebenrolle - "Patria", Johnny Deep und Matt Dillon im Mittelpunkt des Festivalbeginns

Woody Allen war coronabedingt bei der Eröffnung nur virtuell mti dabei © AFP
 

"Der Stadtneurotiker", "Hannah und ihre Schwestern", "Midnight in Paris". US-Regisseur Woody Allen bescherte uns einige der besten amerikanischen Komödien der vergangenen Jahrzehnte. "Rifkin's Festival" mit dem österreichischen Oscar-Preisträger Christoph Waltz ist davon weit entfernt. Dennoch ist Allens neue Romantikkomödie, die am Freitagabend als Weltpremiere das 68. Internationale Filmfestival von San Sebastian eröffnete, durchaus sehenswert und unterhaltsam.

Christoph Waltz und Woody Allen blieben dem Teppich in der nordspanischen Küstenstadt wegen der Corona-Pandemie fern. "Sehr ärgerlich", erklärte der US-Kultregisseur per Videokonferenz aus New York, denn sein Film sei eine Hommage an die traumhafte Stadt, ans Festival und ans Kino im Allgemeinen.

"Rifkin's Festival" erzählt die Geschichte eines amerikanischen Ehepaars. Mort Rifkin (Wallace Shawn) ist ein etwas frustrierter Schriftsteller und Filmkritiker, der seine Frau, gespielt von Gina Gershon, aufs Filmfestival von San Sebastian begleitet. Beide werden von der Magie des Events und der Schönheit der Stadt ergriffen. Sie fängt eine Affäre mit einem jungen, attraktiven französischen Regisseur (Louis Garrel) an. Doch auch Mort, der sich seinem Schicksal hinzugeben scheint, fühlt plötzlich etwas für eine attraktive spanische Ärztin (Elena Anaya).

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Hommage an das klassische Kino

Humorvoll geht Woody Allen in seiner Komödie große Fragen an: Was erwartet man vom Leben? Vom Partner? Die Suche nach sich selbst! Es geht aber auch um den Film und die Filmbranche als solche. "Rifkin's Festival" ist auch eine Hommage ans klassische Kino, gefüllt mit Hinweisen und szenischen Anlehnungen an Filme großer Regisseur wie Orson Welles, Buñuel, Fellini, Dreyer und vor allem Ingmar Bergman. Wie in Bergmans Klassiker "Das siebente Siegel" trifft Mort auf den Tod und darf solange weiterleben, wie ihn der Tod nicht im Schachspiel schlägt. Der "Tod" ist Christoph Waltz. Es ist nur eine kurze, wenige Minuten dauernde Rolle. Doch der österreichische Schauspieler füllt wie gewohnt die gesamte Leinwand mit seiner Präsenz.

Dennoch bleiben die oftmals karikaturhaften Figuren sehr eindimensional. Unterdessen wirken die Handlung und Dialoge streckenweise gekünstelt, konstruiert und sehr berechenbar. Aber es ist ein Film von Woody Allen, dem Meister der intelligenten Unterhaltung.

Mediale Aufmerksamkeit

Dennoch gehört die mediale Aufmerksamkeit zum Festivalbeginn vor allem zwei anderen Produktionen. "Patria", die seit langem mit großer Spannung erwartete Buchverfilmung von Fernando Aramburus Bestseller "Vaterland". Die am 27. September startende HBO-Serie zeigt auf ergreifende Weise, wie der Kampf der baskischen Terrororganisation ETA für die Unabhängigkeit des Baskenlands von Spanien das Leben der Menschen beeinflusste und zerstörte. Vor allem in San Sebastian der Festivalstadt, wo die Terroristen noch bis vor zehn Jahren Menschen ermordeten.

Unterdessen wird am Samstag einer der wenigen internationalen Hollywood-Stars in San Sebastian erwartet, der in diesem Jahr am Filmfestival teilnimmt. Johnny Depp ("Piraten der Karibik") stellt als Produzent den neuen Musikfilm "Crock of Gold" von Julien Temple vor. Am Montag wird auf dem Festival dann Matt Dillon seinen großen Auftritt haben. Dillon drehte den Dokumentarfilm "The Great Fellove", der die Geschichte des kubanischen Sängers und Showmans Francisco Fellove erzählt.

Beide Filme befinden sich im offiziellen Wettbewerb. Im Rennen um die "Goldene Muschel" sind im diesen Jahr auch viele hochkarätige Regisseure wie Francois Ozon, Thomas Vinterberg und Naomi Kawase dabei. Harry Macqueens stellt seine Liebetragödie "Supernova" mit Colin Firth und Stanley Tucci vor. Wer seinen Preis schon sicher hat, ist Hollywoodstar Viggo Mortensen ("Herr der Ringe"), der am Donnerstag den Festivalehrepreis für seine Filmkarriere erhält.

 

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