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OpernweltPlacido Domingo will nicht mit Harvey Weinstein verglichen werden

"Es verletzt mich, als Weinstein der Opernwelt beschrieben zu werden", beklagt Startenor Placido Domingo in einem Interview.

Möchte für die Rehabilitierung seines Namens kämpfen: Placido Domingo © AP
 

Der an Covid-19 erkrankte und inzwischen genesene Opernsänger und Dirigent Placido Domingo will sich gegen Anschuldigungen des sexuellen Fehlverhaltens, die gegen ihn erhoben wurden, entschlossener verteidigen. "Ich bin heute eine andere Person, ich habe keine Angst mehr", so der Künstler im Interview mit der römischen Tageszeitung "La Repubblica" (Donnerstagsausgabe).

"Nachdem ich an Covid-19 erkrankt bin, habe ich mir selber versprochen, dass ich mit all meinen Kräften für die Rehabilitierung meines Namens kämpfen werde, sollte ich wieder genesen. Ich habe niemanden missbraucht. Das werde ich solange ich lebe wiederholen", sagte der Spanier. Aufgrund der gegen ihn laufenden Ermittlungen habe er bisher geschwiegen. "Ich bin wütend und deprimiert, vor allem, weil meine ganze Familie verwickelt worden ist. Das Leid ist für uns alle enorm. Es ist eine fürchterliche Lage", sagte der 79-Jährige. Er wird heute, Donnerstag, bei der Verleihung des Österreichischen Musiktheaterpreises 2020 mit dem Sonderpreis für sein Lebenswerk geehrt.

Schwere Beschimpfungen

Dass er mit Hollywoodmogul Harvey Weinstein verglichen und als "Weinstein der Opernwelt" bezeichnet worden sei, habe seiner Karriere enorm geschadet. "Es verletzt mich, so beschrieben zu werden. Ich habe schwere Beschimpfungen gegen mich gelesen. Wer schreibt, unterschätzt das Leid, das er zufügen kann. Man spricht, als wäre ich mit schweren Vorwürfen bereits vor Gericht gelandet, doch das ist nicht der Fall. Diese Unklarheit ist unannehmbar", erklärte der Startenor.

"Wenn ich zurückblicke, sehe ich kein Fehlverhalten meinerseits, das offene Wunden hinterlassen haben könnte. Hätte ich gemerkt, dass ich jemanden - vor allem eine Frau - beleidigt habe, hätte ich sofort versucht, alles wieder gut zu machen", sagte Domingo. Er dementierte auch, die Karriere anderer Personen negativ beeinflusst zu haben. "Wer mich kennt, weiß, dass das Wort Missbrauch nicht zu meiner Sprache gehört. Ich habe niemals die Karriere junger Künstler verhindert, im Gegenteil, ich habe junge Künstler stets gefördert", sagte der Tenor.

Nach dem Skandal wünscht sich Domingo Ruhe. "Ich hoffe, Frieden zu finden und dass alles zu Ende geht. Ich will noch die Jahre, die mir bevorstehen, in Ruhe mit meinen Liebsten verbringen", sagte der Opernsänger.

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Lodengrün
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Das nicht

aber auch nicht mit Mutter Teresa. Wie versucht er jetzt nun krampfhaft das Geschehene zu relativieren. Es war stets im gegenseitigen Einvernehmen. Schmarrn.Da waren seine ungefragten Küsse auf den Mund, da waren seine Machtspiele. Und bevor noch die Frage aufkommt. Als jemand der mit ihm auf der Bühne stand war ich live dabei.