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''Umgang mit Ängsten''Bill Clinton spricht über Affäre mit Lewinsky

Der 73-jährige ehemalige US-Präsident berichtet in einer Doku über die schwierigste Zeit seiner Präsidentschaft.

Bill Clinton © 
 

Der frühere US-Präsident Bill Clinton hat seine Affäre mit der Praktikantin Monica Lewinsky als Versuch bezeichnet, mit dem Stress seiner Präsidentschaft umzugehen. In einer vierteiligen Doku-Serie für die Internetplattform Hulu, die am Freitag erschien, sagte er, die sexuelle Beziehung zu der damals 22-Jährigen sei etwas gewesen, was er getan habe, "um mit meinen Ängsten umzugehen".

Anlass seien "Druck und Enttäuschungen und Schrecken, Ängste vor was auch immer" gewesen. "Wir haben alle unser Päckchen zu tragen und manchmal tun wir Dinge, die wir nicht tun sollten", sagte der 73-Jährige. "Es war furchtbar, was ich getan habe." Auch Lewinskys Leben sei durch die Affäre "unfair" bestimmt worden, sagte Clinton. "Über die Jahre habe ich sie dabei beobachtet, wie sie versucht hat, ein normales Leben zurückzubekommen."

Bill Clinton und seine Frau Hillary, die spätere Außenministerin und Präsidentschaftskandidatin, wurden für die Hulu-Serie getrennt voneinander befragt. Sie sei "am Boden zerstört und persönlich tief verletzt" gewesen, nachdem ihr Mann ihr die Affäre gebeichtet habe, sagte Hillary Clinton. Dann habe sie ihrem Mann gesagt, er müsse die gemeinsame Tochter Chelsea informieren, bevor es die Medien täten.

Eine "total andere Person"

Dies sei sehr hart gewesen, sagte Bill Clinton. "Ich habe es gehasst, sie zu verletzen." Seiner Frau dankte Clinton dafür, dass sie zu ihm gestanden habe. "Gott weiß, welchen Preis sie dafür bezahlt hat." Er selbst sei "heute eine total andere Person als damals". Er hoffe, dass dies nicht nur dem Alter geschuldet sei.

Clintons Affäre mit der ehemaligen Praktikantin im Weißen Haus stürzte seine Präsidentschaft (1993 bis 2001) in eine schwere Krise. 1998 kam es zum Amtsenthebungsverfahren gegen Clinton, weil er die Beziehung zu verschleiern versucht hatte. Die Anschuldigungen lauteten auf Meineid und Behinderung der Justiz. Eine Mehrheit im Senat stimmte jedoch gegen eine Amtsenthebung.

Auch Lewinsky arbeitet die Affäre filmisch auf. Sie produziert die dritte Staffel der Serie "American Crime Story", die sich mit dem Amtsenthebungsverfahren gegen Clinton befasst. Die Ausstrahlung ist für den 27. September geplant, nur wenige Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl.

Anfangs habe sie "mehr als nur ein bisschen Angst" gehabt, sich an dem Projekt zu beteiligen, hatte Lewinsky im vergangenen August der Zeitschrift "Vanity Fair" gesagt. Letztlich habe sie sich aber dazu entschlossen, um ihre Version der Ereignisse zu erzählen.

Kommentare (2)

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joe1406
4
9
Lesenswert?

Noch immer um Welten besser

ein untreuer Clinton als ein treuer Trump ...

cathesianus
1
5
Lesenswert?

Stimmt,...

... obwohl man an Trumps "Treue" berechtigte Zweifel hegen darf... Ehefrau Nr. 3 hat er ja bereits. Es dringt halt nichts nach außen....