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MissbrauchsverfahenEine Million Dollar Kaution für R. Kelly festgesetzt

Richter untersagt US-Sänger Kontakt zu Minderjährigen, Opfern und Zeugen.

R. Kelly
© AP
 

Im Verfahren gegen den US-Sänger R. Kelly wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen ist eine Kaution von einer Million Dollar (882.000 Euro) festgesetzt worden. Um auf freien Fuß zu kommen, muss Kelly aber nur ein Zehntel der Kautionssumme hinterlegen, wie Richter John Fitzgerald Lyke Jr. am Samstag bei der Anhörung in Chicago entschied.

Außerdem müsse der Sänger seinen Pass abgeben, wenn er aus der Haft frei kommen wolle. Der Richter untersagte Kelly überdies jeglichen Kontakt zu Minderjährigen sowie zu allen mutmaßlichen Opfern und Zeugen in dem Verfahren. Die Staatsanwaltschaft legte während der Anhörung dar, dass DNA-Tests von Sperma-Spuren Kelly belasteten.

Kelly hatte sich wegen eines Haftbefehls am Freitag der Polizei in Chicago gestellt. Ihm wird schwerer sexueller Missbrauch von Minderjährigen in zehn Fällen zur Last gelegt. Nach Angaben von Staatsanwältin Kim Foxx stammen die Fälle aus den Jahren 1998 bis 2010 und betreffen vier Opfer, darunter drei Minderjährige zwischen 13 und 16 Jahren.

Seit Jahrzehnten Vorwürfe

Der 52-jährige Kelly sieht sich seit Jahrzehnten mit dem Vorwurf konfrontiert, minderjährige Frauen missbraucht zu haben. 1994 heiratete er die damals 15-jährige R&B-Sängerin Aaliyah, deren Debüt-Album "Age Ain't Nothing But a Number" er produzierte. Später wurde ihre Ehe annulliert. 2001 kam Aaliyah bei einem Flugzeugabsturz ums Leben.

Ein Jahr später wurde gegen Kelly Anklage wegen Kinderpornografie erhoben, doch wurde er im Jahr 2008 freigesprochen. Er blieb allen Vorwürfen zum Trotz erfolgreich. Doch seit einem explosiven Dokumentarfilm im Jänner reißen die Enthüllungen nicht mehr ab. In der sechsstündigen Dokumentation des US-Senders "Lifetime" beschuldigten mehrere Frauen den Sänger, Sex mit Mädchen unter 16 Jahren gehabt zu haben.

Andere Zeugen versichern, der durch Hits wie "I Believe I Can Fly" bekannte Musiker habe Frauen wie Sexsklavinnen gehalten. Als Konsequenz kündigte das Plattenlabel RCA inzwischen die Zusammenarbeit mit Kelly auf. Nach Angaben des Opfer-Anwalts Michael Avenatti werden die neu aufgekommenen Anschuldigungen durch mindestens ein Video untermauert, das den Sänger beim Sex mit einer Minderjährigen zeigen soll.

Kelly ließ alle Vorwürfe über seinen Anwalt Steve Greenberg zurückweisen. "Ich glaube, die Frauen lügen alle", sagte der Verteidiger.

 

 

 

 

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