Leserbrief zu Offen gesagt „Der Gruß der Wölfe“ und Pro & Kontra „Sollen sich Sportler politisch äußern?“, 7. 7.

Der Aussage von Michael Gregoritsch, dass wir alle in diesem Land für eine Sache stehen können, die gut ist, wird keiner widersprechen. Was aber ist gut? Nicht gut ist vor allem Extremismus. Ganz egal, ob von links oder rechts. Herr Gregoritsch macht einen großen Fehler, wenn er rechts und rechtsextrem gleichsetzt. Die ÖVP oder die CDU sind zum Beispiel im politischen Spektrum als rechts oder Mitte rechts einzustufen. Ist es rechtes Gedankengut, wenn diese Parteien weniger Staat und mehr Eigenverantwortung einfordern? Oder den politischen Islam und die radikalen Islamisten bekämpfen? Wenn das rechts ist, bin ich auch rechts.
Werner Stitz, Voitsberg

Weitere Leserbriefe zum Thema

Kontinuitäten

Hubert Patterer mag wohl richtig liegen, dass der Zulauf durch die Wählerschaft, den rechtsnationale Parteien derzeit erfahren, wenig (so gut wie nichts, wie es Patterer ausgedrückt hat, würde ich nicht schreiben) mit Kontinuitäten aus der dunklen Vergangenheit zu tun hat. 

Unter anderem ist jedoch der springende Punkt, dass gerade nationalistische Parteien – denn das ist der Kern des Nationalismus, den Stefan Zweig als „Erzpest“ bezeichnet hat – ihre Ideologie mit auch aus der dunklen Vergangenheit ihrer Vorgängerparteien beziehen. Auch dies sollte von allen ihren Zuläufer/innen beim Lauf mit berücksichtigt werden.
Dr. Peter Lang, Graz

Gefahren

Wenn Herr Patterer anklingen lässt, dass die türkisch-stämmigen Zuschauer die Folgen gescheiterter linker Zuwanderungspolitik seien, so scheint ihm entgangen zu sein, dass praktisch alle von ihnen ihren Daueraufenthalt in Deutschland der Anwerbungspolitik der Wirtschaft aus den 1960er Jahren verdanken. Ihr kamen die armen Gastarbeiter sehr gelegen, um das Lohnniveau niedrig zu halten und das Wirtschaftswachstum anzufeuern bzw. die unersättliche Geldgier, die kapitalistischem Denken innewohnt, stillen zu helfen.

Links in Sachen Zuwanderung heißt ja nur, aus Mitgefühl politisch Verfolgten Asyl zu gewähren, was die Deutsch-Türken unter den Zusehern, meist Erdoğan-Fans, nicht brauchen. Dass von rechts heute keine Gefahr ausgehe, ist falsch. Man verinnerliche sich nur die jüngst seitens eines FPÖ-Politikers öffentlich geäußerte Empörung über die Gay-Parade in St .Pölten oder die politischen Exzesse republikanischer Spitzenpolitiker in den USA.

Die wohl einzige Gefahr von links könnte höchstens die Vorbildwirkung der auf große Teile ihres Gehaltes verzichtenden kommunistischen Kommunalpolitiker sein.
Hubert Fischer, Feldkirchen

Nicht vermengen

Sport und Politik zu vermengen, ist nie ratsam. Auch Michael Gregoritsch tat sich nichts Gutes, als er sich im Interview bemüßigt zu fühlen glaubte, irgendetwas „gegen Rechts …“ faseln zu müssen, noch dazu ausgerechnet im Zusammenhang mit dem Thema „Nationalstolz“! Ralf Rangnick hingegen konnte im ZIB 2-Interview ja fast nicht anders, als in das medial verordnete Chorstück „Die bösen Rechten“ einzustimmen, wurde er doch bei einem Sport-Interview (!) direkt dahingehend angesprochen.

Das alles ist fatal naiv: Denn das „mutige Bekenntnis gegen Rechts“ geschieht, während die Linken dieses Land und den gesamten Kontinent mit Vollgas gegen die Wand fahren!
Arno Malik, Gunskirchen

Freie Meinung

Zu Ihrem „Nein-Artikel“ beim Pro & Kontra erlaube ich mir anzuführen, dass wir noch freie Meinungsäußerung haben dürfen. Können Sie sich vorstellen, Ihren Artikel in einem von Diktatoren beherrschten Land zu schreiben?
Heribert Glatzhofer, Leibnitz

Fan-Unkultur

Der türkische Nationalspieler Demiral hat mit dem zutiefst menschenverachtenden Wolfsgruß gejubelt, was wegen massivem Verstoßes gegen die Fair-Play-Regeln mit einem sofortigen Ausschluss geahndet werden müsste. Menschenverachtende und hetzerische Gesten sollten im Sport erbarmungslos geahndet werden.

Noch bestürzender war, dass ihm dabei Zigtausende Türken im Stadion zugejubelt haben. Noch etwas wurde „überhört“, nämlich, dass die türkischen Fans auch durch massives Auspfeifen des Gegners in Ballbesitz ihre große Verachtung der gegnerischen Mannschaft gegenüber gezeigt haben. Damit haben sie die Fair-Play-Regeln des Sports zweifach mit Füßen getreten. Im Sport sollte derartiges Verhalten mit einer automatischen Strafverifizierung geahndet werden. Sonst ist so einer Fan-Unkultur offenbar nicht beizukommen.
Adrian Kert, Ferlach

Grenzen überschritten

Der Referee verteilte gerechtfertigt Gelbe, hätte jedoch in prekärer Situation konsequenter handeln müssen. Fanatische Gesten, wie seitens der Türkei und deren Fans, die sportliche Grenzen überschreiten, dürfen gar nicht erst einreißen. Aus dieser Sicht hätte das Spiel wiederholt werden müssen. Dann hätte der verdiente Sieger festgestanden! An dieser Stelle aus Deutschland: Herrn Rangnick und der Österreichischen Nationalmannschaft ein herzliches Dankeschön für die zauberhaften Momente!
Sabine Pelster, Deutschland