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Konzerte, Alben und Co.Was das Popjahr 2019 bringt

Rammstein, Ed Sheeran und Bon Jovi zieht es in die Stadien, einen Hype-Alarm gibt es bei Greta van Fleet und The 1975. Zudem feiern Bilderbuch im royalen Ambiente und Elton John liefert einen standesgemäßem Abschied.

FREQUENCY 2017: FESTIVALBESUCHER / BILDERBUCH / SPACE STAGE
Bilderbuch am Frequency 2017. © APA/HERBERT P. OCZERET
 

Altstars, die es noch einmal wissen wollen. Junge Wilde, die Richtung Thron schielen. Und eine geballte Ladung musikalischer Härte: Ein Blick auf das Popjahr 2019 zeigt, dass sich die heimischen Konzertbesucher warm anziehen können. Eine ganze Armada an großen Namen erwartet die Fans, denn nicht nur im Ernst-Happel-Stadion herrscht Hochbetrieb. Die Auswahl reicht von Cher bis Rammstein.

Vor allem unter freiem Himmel sollte es eng werden: Immerhin gibt es in den kommenden Monaten gleich sechs Bands und Künstler, die in Österreichs größtes Stadion laden. Zunächst bespielt Ex-Genesis-Frontman Phil Collins im Rahmen seiner "Not Dead Yet"-Tour das Ernst-Happel-Stadion (2.6.), bevor die US-Rocker von Bon Jovi zum gemeinsamen Singen animieren (17.7.). Pop in Reinform zelebriert US-Sängerin Pink (24.7.), während die Herren von Metallica eher das härtere Spektrum bedienen (16.8.). Dass diese Schiene funktioniert, beweisen auch die deutschen Kultrocker Rammstein, die für zwei Abende nach Wien kommen (22. und 23.8.). Und "Volks-Rock'n'Roller" Andreas Gabalier feiert am 31. August schließlich sein 10-Jahr-Jubiläumskonzert.

Über mangelndes Interesse kann sich auch Herbert Grönemeyer nicht beklagen, den die Tournee zu seinem aktuellen Album "Tumult" für ein Open-Air nach Schladming (13.9.) führt. Eine Spur kleiner geht es bei seinen Auftritten in der Wiener Stadthalle (22.3. und 12.9.) sowie in Graz (30.3.) zur Sache. Stadien füllen kann natürlich auch Ed Sheeran: Der englische Rotschopf mit den eingängigen Melodien beweist das am 28. und 29. Juni im Klagenfurter Wörthersee-Stadion. Sein schon bedeutend länger im Geschäft stehender Landsmann Sting macht es ihm (beinahe) nach und kommt für zwei Gastspiele nach Graz (4.7.) und auf die Burg Clam (5.7.). Dort wird sich auch Reibeisenstimme Rod Stewart zeigen (26.6), während die deutsche Indie-Formation AnnenMayKantereit mit einem Open-Air gar nicht auskommt: Dreimal hat das Quartett das Freiluft-Venue der Wiener Arena ausverkauft (23.-25. Mai), aber auch in Graz (4. und 5.4.) sowie Innsbruck (6.4.) ist man heiß begehrt. "Never Ending" lautet immer noch das Motto von Bob Dylan: Der Literaturnobelpreisträger spielt und spielt und spielt, kommendes Jahr im Wiener Konzerthaus (16. und 17.4.) sowie in Innsbruck (19.4.).

Zeitgeistige Sounds und viel Zuspruch, diese Kombination kennt man von Bilderbuch: Die heimische Erfolgsband hat kürzlich mit "mea culpa" überraschend ein neues Album vorgelegt, wird diesem am 22. Februar "Vernissage My Heart" folgen lassen und liebt offenbar ein kaiserliches Ambiente. Immerhin gibt man am 24. und 25. Mai zwei Open-Air-Gigs vor Schloss Schönbrunn. Weitere Konzerttermine stehen für Innsbruck (24. April), Linz (13. Juli) und Graz (24. August) an. Verabschieden muss man sich hingegen von einer rot-weiß-roten Institution: Die EAV will es nach rund 40 Jahren gut sein lassen, lässt sich davor aber noch einmal ausgiebig feiern. Die lange Tour beginnt am 3. Februar im steirischen Fehring.

Aber auch international gesehen gibt es Grund für Melancholie: Mit Elton John kehrt einer der größten Songschreiber des Pop der Bühne den Rücken zu. Wer den britischen Sir davor noch einmal erleben will, hat dazu am 1. und 2. Mai in Wien sowie am 3. Juli in Graz Gelegenheit. Die steirische Hauptstadt ist auch guter Boden für Fans von britischem Art-Rock: Diesen zelebriert Muse seit bald 20 Jahren, wenngleich die jüngsten Alben eher in Sachen Bombast denn anspruchsvollem Songwriting gepunktet haben. Die Show in der Grazer Stadthalle am 29. Mai dürfte dennoch ein nicht nur optisch eindrucksvolles Erlebnis werden. Ähnliche Ansprüche, wenngleich musikalisch dezent anders ausgerichtet, haben Tool: Die Prog-Metaller um Exzentriker Maynard James Keenan kommen nach langer Pause wieder nach Österreich und gastieren am 5. Juni in der Wiener Stadthalle.

In dieser tummeln sich ohnehin allerlei Stars und Sternchen: Von den wilden, jegliche Genregrenzen ignorierenden Jungspunden Twenty One Pilots (17.2.), der Dave Matthews Bands (28.3.) und Italobarde Eros Ramazotti (15.4.) über die Mainstream-Metaller Disturbed (24.4.) bis zu den Klampfenstreichlern Mumford & Sons (3.5.), Popschmeichlerin Dido (11.5.), den nimmermüden Backstreet Boys (28.5.) oder den Glamrockern Kiss (29.5.) reicht die Bandbreite. Wie man eine Gitarre mehr als ordnungsmäßig bedient, stellt Eric Clapton (6.6.) unter Beweis, Popsternchen Ariana Grande beehrt die Halle am 3. September und Jazzsänger Michael Buble greift am 21. September zum Mikrofon. Dieses wird auch eine der ganz großen Diven in Händen halten: Cher ist nach dem jüngsten Kinoausflug für "Mamma Mia 2" wieder in ihrem Stammmetier angekommen und beehrt die Bundeshauptstadt am 7. Oktober.

Eine zuvor eher selten in Erscheinung getretene Konzertlocation wird in Wien von zwei aktuell sehr gehypten Bands beehrt: In der Metastadt im 22. Bezirk beschwören die Burschen von Greta van Fleet den Sound von Led Zeppelin (9.7.), während die Briten The 1975 eher dem perfekten Popsong in all seinen Facetten nacheifern. Besonders gut ist das auf dem aktuellen Album "A Brief Inquiry into Online Relationships" gelungen, das am 8. Juli sicherlich ausreichend beackert werden wird. Ein Wanderer zwischen den Welten ist hingegen Zach Condon, der als Beirut sein neues Album "Gallipoli" im Wiener Gasometer (14.4.) vorstellen wird. Hier finden Folk, Weltmusik und Herzschmerz zusammen.

Wer stattdessen auf Beats und tighte Rhymes steht, dem steht Dank Dendemann ein feines Comeback ins Haus: Der deutsche Rapper veröffentlicht sein drittes Soloalbum "Da nich für!" und geht damit auf Österreichtour (20. bis 22.2. in Salzburg, Wien und Linz). Spannend geht es auch im Hause Fettes Brot zu, ist das Hamburger Trio doch ab Herbst unter dem Titel "Lovestory" live unterwegs (u.a. am 25.10. in Wien). Und Seeed animieren nach längerer Bühnenpause ebenfalls wieder zum gemeinsamen Tanz, wenn sie am 1. und 2. November in Wien und Linz aufspielen. Bereits Anfang des Jahres sind weitere alte Helden des Sprechgesangs am Start: Die Fantastischen Vier bringen ihren "Captain Fantastic" am 9. Jänner in die Wiener Stadthalle. Qualität von jenseits des Atlantiks bringt der US-Amerikaner Anderson .Paak (27.3.), der für höchst eingängige Songs steht.

Und dann gibt es natürlich noch einige Highlights made in Austria: Der gebürtige Schweizer Raphael Ragucci, der längere Zeit in Wien gelebt hat, steht als RAF Camora mittlerweile am Deutschrap-Thron. Dass sein Erfolg nicht nur in der digitalen Streamingwelt Niederschlag findet, beweist sein Doppel in der Wiener Stadthalle am 23. und 24. Februar. Auch, aber nicht nur dort ist das Musikkabarettduo Pizzera & Jaus kommendes Jahr zu erleben (30.3.), während es eine der spannendsten heimischen Künstlerinnen, Soap&Skin, unter anderem am 3. April ins Konzerthaus verschlägt. Wer mit dieser Auswahl immer noch nicht genug hat, für den warten beim Nova Rock (14.-17.6.) etwa die Toten Hosen oder die Ärzte beziehungsweise heizen beim Frequency (15.-17.8.) u.a. Macklemore und die Swedish House Mafia ein.

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