Eine Kampagne des Luxuslabels Balenciaga löste in den vergangenen Tagen weltweite Empörung aus. Im Rahmen der "Gift Shop Kampagne" des Modeunternehmens wurden Kinder auf Fotos mit Plüschteddybären im Bondage-Look inszeniert – Bilder, die in den sozialen Medien aufgrund der kaum zu übersehenden Nähe zu BDSM-relevantem Content von der Öffentlichkeit als Verharmlosung von Kinderpornografie wahrgenommen wurden.

Neben den Fetisch-Bären wurden die Kinder unter anderem auch mit leeren Weingläsern abgebildet. In der ursprünglichen Presseaussendung der Marke wurde die Kampagne als "Toy Stories" beschrieben, die ergründen sollen, was Menschen sammeln und geschenkt bekommen. Nach der negativen Resonanz auf die Kampagne entfernte das Label die Fotos und postete ein öffentliches Statement. In diesem entschuldigte sich das Unternehmen und erklärte, dass die Kampagne nicht mit Kindern hätte durchgeführt werden dürfen.

Verwendung von Dokumenten aus Missbrauchsfall

Im Zusammenhang mit dem Skandal rund um die Fotos der Weihnachtskampagne wurde zudem auf ein weiteres Foto aus einer anderen Kollektion gemeinsam mit der Sportmarke Adidas aufmerksam gemacht. Auf dem Foto ist ein Dokument aus dem Urteil rund um "United States vs. Williams" aus dem Jahr 2008 zu sehen, das als Referenz dafür verwendet wurde, dass "virtuelle Kinderpornografie" zur "freien Meinungsäußerung" zählte.

In einem Posting, das Balenciaga am 28. November veröffentlichte, erklärte das Unternehmen, dass versichert worden war, dass es sich um falsche Dokumente handelte, die für die Kampagne zur Verfügung gestellt worden waren. Balenciaga bezeichnet die Inkludierung der Dokumente als "verantwortungslose Fahrlässigkeit".

In selbigem Posting übernimmt das spanische Unternehmen volle Verantwortung für die Geschehnisse und wolle aus Fehlern lernen. Interne und externe Untersuchungen wurden laut des Labels eingeleitet.
Zusätzlich hat das Unternehmen nun vor einem Gericht in New York eine Schadensersatzklage eingereicht – in der Höhe von 25 Millionen Dollar. Gerichtet ist die Klage gegen die produzierende Werbeagentur North Six und Set-Designer Nicholas des Jardins, der auch das Cover für Beyoncés Album Renaissance gestaltete.

Kim Kardashian bricht spät ihr Schweigen

Kim Kardashian, die immer wieder mit Balenciaga zusammenarbeitet, kommentierte den Skandal erst nach mehreren Tagen, nachdem sie für ihr Schweigen auf Social Media hart kritisiert wurde. Sie erklärte ihre Zurückhaltung offiziell damit, dass sie sich mit ihrem Team habe absprechen wollen und sei "als Mutter von vier Kindern von den verstörenden Bildern erschüttert und empört."