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Interview mit Wilhelm Krautwaschl zur Fußball-EMKann sich die Kirche etwas vom Fußball abschauen, Herr Bischof?

Der steirische Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl über den Reiz der „Religion Fußball“, Spiele als liturgisches Schauspiel und die Kabinenpredigt.

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Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl ist ein echter Fußballfan
Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl ist ein echter Fußballfan © Richard Großschädl
 

Herr Bischof, Sie gelten als fußballbegeistert. Was ist für Sie so fesselnd an diesem Sport?
Wilhelm Krautwaschl: Die Atmosphäre im Stadion einerseits und andererseits, wie sich Menschen gemeinsam auf ein Ziel fokussieren können und welche Kräfte am Spielfeld manchmal frei werden. Die Begeisterung, mit der sich Leute beim Spielen wie auch beim Zuschauen da „reinhauen“, ist faszinierend. Dass man dafür einen Gegner braucht, den man niederringen möchte, ist eine andere Seite.

Haben oder hatten Sie einen Lieblingsspieler?
Wilhelm Krautwaschl: Das sage ich nicht, weil man glauben könnte, ich habe die anderen nicht gern. Und weil Fußball ein Mannschaftssport ist, kommt es ohnehin auf jeden an. Das ist wie in der Kirche.

Gut, kein Spieler. Aber dass Sie Sturm-Graz-Fan sind, ist bekannt.
Wilhelm Krautwaschl: Angeblich, ja. Aber ich gehe auch zu Spielen von Hartberg.

„Niemand kann zwei Herren dienen: Er wird an dem einen hängen und den andern verachten“, heißt es bei Matthäus. Das mit der Äquidistanz geht sich also nicht aus. Und die Farben Ihrer Kleidung verraten Sie ohnehin.
Wilhelm Krautwaschl: Das stimmt. Aber, aber, aber …

Aber?
Wilhelm Krautwaschl: Der eine Herr, dem ich diene, ist der liebe Gott und weder der Sturm-Präsident, noch die Hartberg-Präsidentin. Man muss da die Bibel im Dorf lassen.

Punkt für Sie.
Wilhelm Krautwaschl: Aber für mich ist es ohnehin oft weniger interessant, wer gegen wen spielt, sondern ob die Leute mit Herzblut dabei sind, ob es ihnen ein echtes Anliegen ist. Oder ob sie nur ihren Job machen. Für mich sind daher Spiele „David gegen Goliath“ das Schönste. Ich freue mich immer mit der eigentlich chancenlosen, kleineren Mannschaft, weil es zeigt, was möglich ist, wenn alle alles geben.

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