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RUSSLANDSt. Petersburg, die Kunstvolle

Gut 200 Jahre Hauptstadt des Zarenreichs, erstrahlt St. Petersburg heute erneut in voller Pracht und lädt zum Lustwandeln ein.

Unbeschreiblich: Die weißen Nächte in St. Petersburg
Unbeschreiblich: Die weißen Nächte in St. Petersburg © (c) AP (Dmitri Lovetsky)
 

Es ist ein besonderes Licht, in das St. Petersburg zur baldigen Sommersonnenwende nächtens getaucht ist – „belye notschi“, weiße Nächte – so nennen es die Russen selbst. Doch auch der Beiname „Venedig des Nordens“ kommt nicht von ungefähr. Begonnen hat alles um 1700: Zar Peter I. (später der Große genannt) tingelte durch Europa, um sich ein Bild von den neuen technischen, wirtschaftlichen und sozialen Errungenschaften zu machen. Zurück in Russland beschloss er, das Land in die Neuzeit zu führen.

Dazu brauchte es auch eine neue Hauptstadt, die in kürzester Zeit aus dem Sumpfgebiet am Finnischen Meerbusen gestampft wurde. Sankt Petersburg war geboren. Den deutschen Namen wählte Peter bewusst: Der Zar bewunderte die deutsche Handwerkskunst.
Widerwillig, aber doch folgte ihm dann der Moskauer Adel – und ließ sich prachtvolle Residenzen erbauen. Eine (wunderschöne) Auswahl davon bekommt der Besucher heute am Newski Prospekt zu sehen – etwa jene der Stroganows, die später auch dem Gericht aus Rinderfiletspitzen seinen Namen gaben. Nach dem Nähmaschinenhersteller Singer ist das Haus Nummer 28 benannt: Obwohl fast kein Russe mehr die Zeit in Bus, Straßenbahn und Metro nutzt, um Klassiker wie Dostojewski, Tschechow oder Tolstoi zu lesen, beherbergt der Jugendstilbau noch immer eine gut sortiere Buchhandlung.

Top 10: Russlands Metropolen

Der Rote Platz in Moskau zählt wohl zu den berühmtesten Plätzen der Welt. Auf der einen Seite erhebt sich der Kreml, eine alte Festung, die heute auch Sitz des Staatspräsidenten Wladimir Putin ist. Auf der anderen Seite beeindruckt die St. Basilius-Kathedrale mit ihren bunten Türmchen im altrussischen Stil.

Die Reportage zur Fotostrecke lesen Sie hier.

(c) yulenochekk - stock.adobe.com (© Yuliya Baturina +7-926-788-11)

Sozialistischer Realismus oder Stalins Zuckerbäckerstil: Die Moskauer Lomonossow-Universität ist eine Paradebeispiel dafür.

(c) APA/AFP/MAXIM ZMEYEV (MAXIM ZMEYEV)

Deutlich mehr von seinem alten Charme hat St. Petersburg bewahrt. Oder besser gesagt wiedergefunden. Nachdem Zar Peter der Große die Stadt im 18. Jahrhundert aus dem Sumpf herausstampfen ließ,...

(c) AP (DMITRY LOVETSKY)

... baute sie Zarin Katharina die Große zu einer prachtvollen Reichshauptstadt aus.

(c) Juulijs - Fotolia

Hier nur einige der architektonischen Leckerbissen: Das Bernsteinzimmer in Zarskoje Selo,...

(c) EPA (Anatoly Maltsev)

Der Winterpalast - der mit der Eremitage eines der berühmtesten Museen der Welt in sich birgt.

(c) pankow - stock.adobe.com

Die Peter-Paul-Festung, in der sich auch die Grablege der letzten Herrscher-Dynastie, der Romanows, befindet.

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Peterhof: von Peter den Großen als Sommerresidenz erbaut...

(c) Vladimir Sazonov - Fotolia (Photographer: Sazonov Vladimir)

... gibt er den Blick frei auf den ganzen finnischen Meerbusen.

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Blick auf die Newa, die die Stadt zweiteilt.

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Die Wassiljewski-Insel: Jahrhundertelang Hafen, Zoll und Lager zugleich.

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Das Singerhaus, gelegen an der Prachtstraße Newskij-Prospekt, beherbergt es bis heute eine riesige Buchhandlung.

(c) EPA (ANATOLY MALTSEV)

Nur wenige Meter entfernt ragt die Auferstehungskirche in den Himmel.

Ulrich Dunst

Die beste Reisezeit: die Sommermonate, vor allem wenn rund um Sonnwend die Tage besonders lang sind, oder wie die Petersburger sagen: die Nächte weiß...

(c) AP (Dmitri Lovetsky)
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Jedenfalls einen Abstecher wert sind die farbenprächtige Auferstehungskirche im altrussischen Stil und das Russische Museum, das Ikonen von Andrej Rubljow ebenso beherbergt wie Werke der Avantgardisten Kasimir Malewitsch und Marc Chagall oder des sozialistischen Realismus.

Am Ende der Prachtstraße liegt der Winterpalast – sein größter Schatz: die Eremitage. Von Zarin Katharina der Großen gegründet, ist sie heute eine der größten Kunstsammlungen. Diese entledigte sich zwar 1762 ihres Mannes Peter III., später erwies sie sich aber als umsichtig und kunstsinnig. Im ebenso an der Newa gelegenen Sommergarten soll sie zudem kleine Palais als Dank an ihre (verflossenen) Liebhaber haben bauen lassen. Auf Katharina geht auch das Schloss in Zarskoje Selo außerhalb der Stadt zurück. Mit einem besonderen Schmuckstück: das erst kürzlich rekonstruierte Bernsteinzimmer, das die Nazis im Zweiten Weltkrieg raubten.

Tipps für einen Abstecher nach Moskau

Kreml. Obwohl man das Wort in unseren Breiten in erster Linie mit der ehemaligen Sowjetunion und deren kommunistischer Regierung verbindet, meinte es ursprünglich nichts anderes als Festung. Der Moskauer Kreml ist trotzdem der opulenteste, war er doch jahrhundertelang Residenz der Moskauer Großfürsten und russischen Zaren.
Vor der Festung erstreckt sich auf 330 Meter Länge der Rote Platz. Fast direkt an der Moskwa liegt die Basilius-Kathedrale (siehe Foto). Sie ist das Wahrzeichen Moskaus.


Sowjet-Architektur. Stalin ließ auch architektonisch nicht kleckern, sondern klotzen. So ist etwa die Lomonossow-Universität oder das Außenministerium in der Stilrichtung Sozialistischer Realismus (auch Stalins Zuckerbäckerstil genannt) erbaut. Der klassischen Formensprache gehört er nicht an, gesehen haben sollte man den Stil trotzdem einmal.

Goldener Ring. Eine gänzlich andere Welt findet sich nur ein wenig außerhalb der Hauptstadt: eine Handvoll altrussischer Städte, die – wie auf eine Kette aufgefädelt – nordöstlich von Moskau liegen. Alexandrow, Uglitsch, Jaroslawl, Sergijew Possad oder Wladimir sind nur einige davon. Sie geben bis heute einen Eindruck vom alten Russland.

Noch öfter hielt sie sich in Peterhof auf. Unter Peter dem Großen erbaut, ist es heute (wieder) ein prachtvolles Palais mit Blick aufs Meer. Endgültig vorbei ist die Sowjetzeit und damit der Dornröschenschlaf der Schlösser, Palais und Gärten in und um St. Petersburg, das seit 1991 wieder so heißt.

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