AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

ItalienPactum Lucae, Puccini und Papier

Es muss nicht immer Florenz, Siena oder Pisa sein. Mit Lucca bietet die Toskana ein wenig bekanntes Juwel abseits der großen Tourismusströme.

Sehenswert: San Michele in Foro
Sehenswert: San Michele in Foro © Fotolia
 

Für Giuseppe Bulleri ist es eine unumstößliche Tatsache: Schon Julius Caesar war zu Besuch in Lucca – und noch mehr: Er war auch in seinem Haus, der „Domus Romana“. Ersteres gilt als historisch sicher: In Lucca, einem militärischen Vorposten des Römischen Reichs, hat Caesar 56 vor Christus mit Pompeius und Crassus den „Pactum Lucae“ geschlossen und damit das erste Triumvirat ins Leben gerufen. Zweiteres ist immerhin möglich. Liegt die Domus Romana doch hart an der Außenseite des antiken Militärlagers.

2010 hat der Neapolitaner Bulleri den Palazzo in Lucca gekauft und umgehend archäologische Untersuchungen durchgeführt. Mit Erfolg. Unter dem Renaissancepalast befinden sich mittelalterliche, langobardische und schließlich römische Funde. Nun ist die Domus Romana ein Museum – und zwar eines, in dem man auch essen und trinken kann. Römisch natürlich, und als edler Tropfen wird der „Pomerium“ serviert. „Der Wein von Julius Caesar“, ist der Hausherr überzeugt.

Toskana: Toskana

1. Tipp: Porta dei Borghi

Die gut erhaltene Porta dei Borghi ist Teil der noch bestehenden mittelalterlichen Stadtmauer von Lucca.
Den Reisebericht lesen Sie hier

Ulf Tomaschek

2. Tipp: Der Dom San Martino

San Martino ist die Kathedrale des Erzbistums Lucca. Die Kirche stammt aus dem ausgehenden 12. Jahrhundert und überrascht mit ihrer eigenwilligen Architektur, etwa den drei absichtlich ungleichen Bögen am Portal.

Ulf Tomaschek

3. Tipp: Piazza San Michele

Die Piazza San Michele, der alte römische Marktplatz, besticht durch seine Architektur.

Ulf Tomaschek

4. Tipp: San Michele in Foro

Nach dem Dom ist San Michele die bedeutendste Kirche in Lucca. Sie stammt aus dem 12. Jahrhundert.

Ulf Tomaschek

5. Tipp: San Frediano

Das Mosaik "Himmelfahrt Christi" auf der Kirche San Frediano gehört zu den eindrucksvollsten Kunstwerken der Stadt.

Ulf Tomaschek

6. Tipp: Piazza Anfiteatro

Die runde Form des Platzes zeigt uns heute noch die Form des römischen Amphitheaters, das außerhalb des damaligen Militärlagers errichtet worden ist.

Ulf Tomaschek

7. Tipp: Giacomo Puccini

Der berühmteste Sohn der Stadt und die Namen seiner Opern sind allgegenwärtig: vom Kaffeehaus bis zum Kaffehäferl. Im Bild sein Denkmal.

Ulf Tomaschek

8. Tipp: Puccini-Museum

Im Geburtshaus des berühmten Komponisten Giacomo Puccini ist heute ein erstklassiges Museum eingerichtet. Im Bild das Kostüm der Turandot bei der Uraufführung der gleichnamigen Oper.

Ulf Tomaschek

9. Tipp: Antica Bottega di Prospero

Die "Antica Bottega di Prospero" besteht seit dem Jahr 1790. Dort hat schon Puccinis Mutter eingekauft. Heute versorgen sich dort die qualitätsbewussten Bewohner von Lucca mit Lebensmitteln und Delikatessen.

Ulf Tomaschek

10. Tipp: Celle

Das 40-Einwohner-Dörfchen Celle liegt außerhalb von Lucca. Von dort stammt die Familie Puccini. In Celle wurde ein kleines, aber feines Puccini-Museum eingerichtet. Im Sommer finden in Celle auch Freilichtkonzerte statt.

Ulf Tomaschek
1/10

Caesar hin, Pompeius her: Der große Star in Lucca heißt Giacomo Puccini. Und wenn die „Lucchesi“, wie sich die Bewohner Luccas nennen, den Komponisten heutzutage als touristisches Aushängeschild hochleben lassen: Zu Lebzeiten war er in der Stadt verfemt. Der Grund dafür war seine Freundin – und spätere Ehefrau – Elvira, mit der er einen unehelichen Sohn hatte. Ein Frevel in einer Stadt mit 100 Kirchen! Weltliche Freuden waren Puccini ohnehin nicht fremd. Heute verzeiht ihm seine Heimatstadt die ungezählten Frauengeschichten, seine fünf Häuser, 18 Autos, drei Boote und den Hang zu gutem (und unmäßigem) Essen und Trinken. Manches davon erfährt man im Museum in seinem Geburtshaus, das seit 1979 der Öffentlichkeit zugänglich ist und 2011 liebevoll restauriert wurde.

Hoch angesehen und schon lange ansässig war die Familie Puccini in Lucca, ehe der missratene Giacomo vor nunmehr 160 Jahren auf die Welt kam. Seine Mutter hat schon in der „Antica Bottega di Prospero“ in der Via Santa Lucia eingekauft, die es heute noch gibt. Ein Delikatessenladen, in dem man auch einen Happen essen kann und wo sich die qualitätsbewussten Lucchesi mit sämtlichen Zutaten für ihre Küche versorgen.

Auch wenn die Puccinis längst als Familie aus Lucca gelten, stammen sie doch von außerhalb, aus Celle. Dort, in dem 40-Einwohner-Dörfchen, hoch auf einem Hügel gelegen und nur schwer zu erreichen, hat die Associazione Lucchesi nel Mondo 1976 ein Museum für den großen Komponisten eingerichtet. 1968 gegründet, zählt die Vereinigung der Lucchesi in der Welt 80 Vereine über den Globus verstreut. Präsidentin Ilaria del Bianco und Museumsdirektor Giovanni Frediani sind stolz auf das Haus, in dem Giacomo Puccinis Vorfahren bis ins 18. Jahrhundert gelebt haben und das heute zahlreiche Originale aus der Schaffenszeit des Komponisten beherbergt. Und die Vereinigung veranstaltet in dem kleinen Örtchen sogar Konzerte unter dem Motto „Puccini unter den Sternen“. Shuttledienst inbegriffen, denn Busse schaffen es gar nicht bis Celle hinauf.

Lucca: Zahlen und Fakten

Die Stadt Lucca ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz in der Toskana. Die Stadt hat 88.000 Einwohner, innerhalb der alten Stadtmauer leben etwa 9000 Menschen.

Ursprünglich etruskisch, wurde Lucca später römisches Militärlager, wo Caesar 56 v. Chr. mit Crassus und Pompeius den Grundstein zum ersten Triumvirat legte.

Im 13. und 14. Jahrhundert war Lucca vor allem wegen der Textilindustrie eine der wichtigsten europäischen Städte.

Informationen unter www.enit.at, www.italia.it, www.luccaturismo.it.

Die Reise wurde unterstützt von LucaPromos.

Durch die Seide wurde Lucca im 13. und 14. Jahrhundert reich. Heute ist es ein anderes Produkt, das den Lucchesi Arbeit und Brot gibt: Hygienepapier. Und so, wie die Seide über die Frankenstraße nach Norden kam, sind es heute Toilettenpapier, Küchenrollen und Papiertaschentücher, die den Weg zu uns finden. Lucca ist also näher, als wir denken.

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung! Kommentieren