Top 10 10 schaurig-schöne Wien-Tipps für die Ewigkeit

„Es wird der Wein sein, und wir wern nimmer sein ...“ – so viel ist sicher. Genauso wie das innige Liebesverhältnis der Wiener zum Sensenmann. Sechs Tipps zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt.

Jogger, Fiaker, Rehe und Gäste, die ein Punschkrapferl in der Sonne auf der Terrasse der Konditorei Oberlaa genießen: Der Zentralfriedhof ist eine eigene Stadt, die im Übrigen mehr Einwohner als selbst Wien hat. 3 Millionen „Bewohner“ aller Konfessionen ruhen hier in stiller Eintracht.

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Wobei es rund um die Gräber Prominenter (mehr als 350 Ehrengräber) durchaus wuseln kann. Entweder man nimmt sich zum Erkunden richtig viel Zeit oder man bucht eine geführte Tour.

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Wer es ganz genau wissen will, besucht auch das dortige Bestattungsmuseum: von todernst bis urkomisch. Vom Sitzsarg über die Hitparade der meist gewünschten Lieder bei Begräbnissen bis zum Glockerl, das irrtümlich Begrabene läuten sollten, ist alles dabei. Und man lernt, was es bedeutet, wenn ein Wiener einen "mit dem 71er heimschicken" will ...

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Derzeit sind im und um den Stephansdom Werke des Künstlers Erwin Wurm zu sehen. Was auch die wenigsten wissen, wenn sie im prunkvollen Steffl stehen und staunen, ist, dass unter ihren Füßen mehr als 10.000 Tote in 30 Grabkammern liegen.

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Über eine Treppe im linken Seitenschiff gelangt man (nur) bei einer geführten Tour in die Katakomben: zuerst marmorstrotzende Grüfte hoher Herrschaften, dann düstere, niedrige Gänge, die sich unter dem
Stephansplatz schlängeln, in denen sich Gebeine
stapeln.

RIESS

Ein komplett verrückter Ort – da ist man sich beim Narrenturm in der Sekunde sicher. Er ist nämlich rund und war 1784 die erste psychiatrische Klinik Europas. Heute kann man im „Guglhupf“, wie ihn die Wiener nennen, eine riesige Sammlung medizinischer Präparate sehen.

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Mehr als 49.000 Exponate erzählen im Narrenturm aus der Geschichte der Heilkunst. Eine Stimme geben ihnen Medizinstudenten, die im weißen Kittel durch die Ausstellung führen. Und die Symptome immer im Blick haben: So mancher Besucher ist schon in Ohnmacht gefallen. Wasser, Traubenzucker und ein Speibsackerl haben sie immer bei der Hand.

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„Luftg’selcht“ heißt das so schön im Dialekt. Das Klima in der Gruft der Michaelerkirche hat einige der insgesamt rund 4000 dort bestatteten Menschen mumifiziert. Genauso wie deren Kleidung und die zum Teil bunt
bemalten Holzsärge, die von der innigen Liebesbeziehung der Wiener zum Tod künden.

Pfarre St.Michael Wien (Christopher Timmermann)

Nein, Wolfgang Amadeus Mozart ist nicht auf dem Wiener Zentralfriedhof begraben. Der Stein mit seinem Namen darauf ist nur ein Denkmal. Vielmehr wurde der Komponist 1791 auf dem Sankt Marxer Friedhof in einem einfachen Schachtgrab ohne Kreuz oder andere Kennzeichnung beigesetzt. Das weiß man, weniger genau dafür, wo.

Ingo Bartussek/stock.adobe.com (Ingo Bartussek)

Sehenswert ist der wildromantische Park (der Friedhof wurde 1874 stillgelegt), in dem die Vegetation die verwitterten Grabsteine vereinnahmt, unbedingt. Vor allem im April und im Mai, wenn unzählige Fliedersträucher blühen.

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„Im Großen und Ganzen geben s’ a Ruah“, sagt Josef Fuchs über seine Schützlinge. Er umsorgt in dritter Generation diesen ganz besonderen Friedhof nahe dem Alberner Hafen. Stellt frische Blumen auf, zündet Kerzen an, legt von Floristenlehringen gestiftete Kränze auf die sonst schmucklosen Grabstätten. Denn diese verlorenen Seelen haben abgesehen von seiner Familie niemanden, der sie besuchen kommen würde.

RIESS

Immer wieder wurden dort in Simmering am Ufer der Donau Leichen angespült. Wer diese Menschen waren – meist wusste man es nicht. Weil einige dieser unbekannten Toten ihrem Leben wohl selbst ein Ende gesetzt hatten, blieb ihnen ein kirchliches Begräbnis verwehrt. Also bestattete man sie bis 1940 gleich dort,
am Friedhof der Namenlosen.

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Für die unsterblichen Seelen von Kaiser Matthias und seiner Gattin Anna beten die Mönche täglich seit deren Ableben vor mehr als 400 Jahren – und bis ans Ende der Zeit. Sie waren die ersten Habsburger, die ihre letzte Ruhestätte in der Gruft unter dem Kapuzinerkloster gefunden haben, fast 140 weitere sind ihnen im Lauf der Jahrhunderte gefolgt.

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Die meisten von ihnen nach dem Tod kunstvoll einbalsamiert, sind es die schlichten bis monumentalen Sarkophage aus Zinn und Bronze, die regelmäßig restauriert werden müssen.

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Gleich nebenan in der Augustinerkirche ruhen die Herzen der Herrscherdynastie Habsburg in 54 Urnen in der Loretokapelle. Aber 55 Herzen: Maria Theresia und ihr Gatte Franz Stephan teilen sich eine.

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