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KapverdenWo die Sonne Überstunden macht

350 Sonnentage, tropisch-trockenes Klima, goldene Sandstrände und vom Massentourismus verschont: Noch sind die Kapverdischen Inseln vor der Westküste Afrikas ein Geheimtipp.

Der Strand von Santa Maria in Sal © Tui/Lindberg
 

Willkommen in meiner wunderschönen Heimat“, sagt Luis in bestem Englisch, als wir in sein Taxi steigen. Dabei trommelt er mit den Fingern am blau-gelb getupften Lenkrad zu Jazz-Klängen, die aus dem alten Radio krächzen. Selbst der Wackeldackel auf dem Plüsch-Armaturenbrett wippt gelassen im Takt mit, als uns der 31-Jährige über holprige Pflasterstraßen nach Santa Maria bringt – ins Herz der Kapverdischen Insel Sal.

Vorbei an Resorts großer Hotelketten, die nach und nach aus dem Boden gestampft werden. Seit sechs Jahren hält sich Luis auf Sal mit Taxifahren über Wasser. Reich sei er nicht, aber zufrieden. Als wir aussteigen, ruft er uns nach: „Don’t forget: No stress, guys!“

Auf dem Kai in Santa Maria wuselt es nur so vor Menschen. Fischer verarbeiten fangfrische Thunfische, Makrelen und Co. am Steg und verkaufen sie in Schüsseln. Scheibtruhenweise werden Fische weggebracht. Doch Stress kommt hier keiner auf, selbst aufgeregte Touristen mit Kameras bringen die Kapverdier nicht aus der Ruhe.

Kapverden: Die 10 besten Tipps

1. Baby-Schildkröten bewundern

Die Kapverden sind das drittwichtigste Nistgebiet für die gefährdete und geschützte Unechte Karettschildkröte. Freiwillige von Non-Profit-Organisationen haben es sich zur Aufgabe gemacht, frisch geschlüpften Schildkröten vor anderen Tieren, Wilderern und der zunehmenden Lichtverschmutzung an den Stränden zu bewahren.

Klz/Kerstin Oberlechner

Auf Sal gibt es eingezäunte Nistplätze, wo die Tiere geschützt vor Feinden schlüpfen können. Die Tierschützer bringen sie in der Nacht zum Meer, von wo aus die fünf Zentimeter großen Tiere ihre Reise antreten.

Klz/Kerstin Oberlechner

In der Früh und am Abend schauen Freiwillige, wie es um die Schildkröten-Eier bestellt ist. Im Schnitt schlüpfen die Babys nach 60 Tagen. Schildkröten haben einen unglaublichen Orientierungssinn: Zum Eierlegen kehren sie später an ihren Heimatstrand zurück. Doch das schafft von 1000 Schildkröten nur eine.

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2. Ein Boot schnappen

Auf Sal oder Boa Vista bieten Veranstalter und Private verschiedene Bootstouren an. Mit dem Katamaran geht es hinaus auf den Atlantik, wenn man Glück hat, begleiten einen Delfine oder Meeresschildkröten bei dem Ausflug. Badesachen nicht vergessen: Mit durchschnittlichen 25 Grad ist der glasklare Atlantik pures Vergnügen.

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3. Sonnenuntergang genießen

Im Alltag macht man es viel zu selten: Sich Zeit für die wirklich wichtigen Dinge zu nehmen. Was gibt es Schöneres, als der Sonne zuzusehen, wie sie langsam im Atlantik versinkt? Dabei den noch warmen Sand unter den Füßen spüren und einfach kurz innehalten. Unbedingt ausprobieren! ;)

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4. Fischer bei der Arbeit beobachten

Auf den Kapverden heißt das Motto nicht umsonst "No Stress!" Selbst am Vormittag, wenn die Fischer mit frischen Fischen am Anlegeplatz stehen und den Fang vor Ort verarbeiten. Hier zum Beispiel am Hafen von Palmeira.

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Ein wenig hektischer geht es am Kai von Santa Maria zu. Hier tummeln sich neben zahlreichen Kapverdiern auch Touristen, die den Fischern fasziniert beim Bearbeiten der Fische zusehen.

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Frischer geht es wirklich nicht mehr.

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5. Strände und Dünen entdecken

Die Sandinseln Sal und Boa Vista verzaubern mit ihren kilometerlangen Sandstränden. Diese kann man entweder ganz klassisch zu Fuß oder Hoch zu Ross erkunden. Abenteuerlustige können sich E-Bikes mit fetten Reifen oder Quads ausborgen. Empfehlenswert!

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Goldene, breite und kilometerlange Sandstrände auf Sal - soweit das Auge reicht.

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Im September hat der Atlantik feine 25 Grad, das türkise Wasser ist kristallklar. Genuss pur.

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6. Salzbad nehmen

Im bereits erloschenen Vulkan bei Pedra de Lume versteckt sich der Salzsee der Salinen von Sal. Der hohe Salzgehalt des Wassers macht es einem unmöglich, abzutauchen. Besonders für Neurodermitis-Geplagte ist das Baden eine Wohltat.

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Der Schlamm soll eine heilsame Wirkung haben. Am besten den ganzen Körper großzügig damit einreiben und trocknen lassen. Ein Spaß, nicht nur für den Fotografen!

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7. Durch Palmeira schlendern

Wer durch das Hafendorf Palmeira auf Sal spaziert, sieht nicht nur viele bunte Häuser, Straßenhunde und Einheimische, die im Schatten sitzen und sich auf Kreol unterhalten. Man kommt auch an der Wasserstation und dem Treffpunkt des Hafendorfes vorbei. In Kap Verde haben noch nicht alle Haushalte fließendes Wasser. Daher müssen die Dorfbewohner dort ihr Trinkwasser holen.

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Ständige Begleiter in größeren Dörfern sind die "fliegenden Händler", vor denen gewarnt wird. "Dahinter stecken meist organisierte Banden aus Senegal. Den Verkäuferinnen bleibt am Ende des Tages kaum Geld, da sie es abgeben müssen", warnt Reiseleiter Kevin, der seit zehn Jahren auf Sal lebt.

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8. Abstecher zum Markt in Praia

Im Gegensatz zu den Sandinseln Sal und Boa Vista ist die Hauptinsel der Kapverden Santiago üppig grün. Dort wachsen Papayas, Bananen, Ananas & Co. im Überfluss. Wie vielfältig das Angebot ist, zeigt sich am Markt in der Hauptstadt Praia.

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In der großen Markthalle werden Obst, Gemüse und Fisch verkauft. Ein Erlebnis für alle Sinne! Er ist übrigens der größte Markt auf der Insel und hat von Montag bis Samstag offen.

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9. Der Geschichte nachspüren

Obwohl die Kapverden Millionen Jahre alt sind, ist ihre Geschichte relativ jung. Vor 500 Jahren besiedelten portugiesische Seefahrer Santiago und nutzten das Dorf Cidade Velha als Handelsdrehkreuz. Von dort aus wurden nicht nur Waren nach Europa gebracht, sondern auch Sklaven aus Afrika. Der Pranger in der Dorfmitte erinnert an die dunkle Zeit.

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Wo früher Sklaven gequält wurden, spielen heute Kinder Fangen, Einheimische verkaufen Souvenirs und unterhalten sich auf Kreol.

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Ein Muss in Cidade Velha: Spaziergang durch die älteste Straße der Kapverden: Die Rua de Banana!

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10. Ins Hinterland fahren

Fruchtbare Täler, saftig grüne Plantagen und Bäume überziehen die Hauptinsel Santiago. Im 300-Einwohner-Bergdorf Longera ticken die Uhren anders, hier spielen die Kinder unter einem kleinen Wasserfall, die Wäsche wird im Bach gewaschen und gelebt wird in einfachsten Verhältnissen. Macht nichts, die Menschen sind zufrieden.

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Das Bergdorf ist für seinen "Grog" - der kapverdische Rum - bekannt. Kosten lohnt sich! ;)

Klz/Kerstin Oberlechner
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Hektik und Stress sind auf den Kapverden eben Fremdwörter. Ebenso wie Regen. Auf den Sandinseln Sal und Boa Vista regnet es gut fünf Tage im Jahr, jeder Tropfen ist ein Segen. „Wir haben kein Grundwasser, daher wächst hier auch nichts. Wir müssen alles bis auf Fisch von anderen Inseln importieren. Die Menschen leben nur von Fischfang und Tourismus“, erklärt Kevin (29). Der deutsche Reiseführer hat jeden Sommer seiner Jugend auf den Kapverden verbracht. Zu einer Zeit, als nur Surfer die Inselgruppe, die rund 600 Kilometer vor der Westküste Afrikas liegt, am Radar hatten. Mit 19 Jahren ist er auf Sal geblieben, hat sein Herz an seine Verlobte Mary (28) und die zwei gemeinsamen Töchter Kinara (7) und Luna (5) verloren. Nach Deutschland fährt er kaum: „Lustigerweise wollen immer alle uns besuchen.“

Der türkise Atlantik hat im September 25 Grad Foto © Klz/Oberlechner
Nicht zuletzt wohl wegen der kilometerlangen Sandstrände und des türkisen Atlantiks, der im September noch 25 Grad hat. Ein Paradies für Kitesurfer, Segler, Sonnenanbeter, Wanderer, Taucher und jene, die das Abenteuer suchen, Sanddünen mit Quads, E-Bikes oder Pferden erkunden wollen – oder sich fallen lassen, entweder in einen Liegestuhl mit einem Cocktail in der Hand oder in den Salzsee der Saline, die sich im Vulkankrater bei Pedra de Lume versteckt. Der hohe Salzgehalt des Wassers macht es einem unmöglich, abzutauchen. Besonders für Neurodermitis-Geplagte ist das Baden eine Wohltat, ebenso der Heilschlamm, in dem man sich hemmungslos suhlen kann.

Privat
Dem Schlamm in den Salinen werden heilende Kräfte nachgesagt. Kevins Verlobte Mary mit Töchterchen © Privat
So unterschiedlich wie die Kapverdier selbst sind auch ihre Inseln. Santo Antão ist saftig grün, Mangos, Papayas und Kokospalmen wachsen im Überfluss. Die Menschen hausen einfach, Touristen verirren sich kaum dorthin. Wohl auch, weil man Santo Antão nur per Fähre von São Vicente – die Insel mit dem brasilianischen Lebensgefühl – erreicht. Von São Nicolau stammt der Zuckerrohrschnaps, von der Vulkaninsel Fogo Wein und Kaffee. Auf der größten Insel Santiago, die von fruchtbaren Tälern und Plantagen überzogen ist, spielt sich das Leben ab. In der Hauptstadt Praia hat die Regierung ihren Sitz, auch hier wird groß ausgebaut, vor allem Chinesen investieren. Die Pläne des Inselstaates Kap Verde sind ehrgeizig: Bis Ende des Jahres sollen hier eine Million Touristen ihren Urlaub verbracht haben.

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Die saftig grüne Seite der Insel Santiago © Klz/Oberlechner

Obwohl die Kapverden Millionen Jahre alt sind, ist ihre Geschichte relativ jung. Vor 500 Jahren besiedelten portugiesische Seefahrer Santiago und nutzten Cidade Velha als Handelsdrehkreuz. Von dort aus wurden nicht nur Waren nach Europa gebracht, sondern auch Sklaven aus Afrika. Der Pranger in der Dorfmitte erinnert an die dunkle Zeit. Wo früher Sklaven gequält wurden, spielen heute Kinder Fangen, Einheimische verkaufen Souvenirs und unterhalten sich auf Kreol. „Wir fühlen uns mehr portugiesisch als afrikanisch“, sagt Kevin.

"Nur eine von 1000 schafft es"

Die Kapverden sind auch die Heimat der streng geschützten Unechten Karettschildkröte, die von Juli bis Oktober Sals Strände ansteuert und Eier legt. Um sie vor natürlichen Feinden zu schützen, übersiedeln Organisationen wie Project Biodiversity die Eier in eingezäunte Brutstätten am Strand. Dort kann der Nachwuchs ungestört schlüpfen. Wer helfen will, kann Schildkröten oder ganze Nester symbolisch für ein paar Euro adoptieren. „Schildkröten kehren zum Eierlegen zurück an ihren Heimatstrand. Das schafft aber nur eine von 1000“, sagt Shannon, als wir sie in der Vollmondnacht bei einer Patrouille begleiten. „Mit viel Glück sehen wir heute ein Weibchen.“

In geschützten Brutstätten am Strand von Sal schlüpfen die Baby-Schildkröten - Freiwillige haben ein Auge auf sie Foto © Klz/Oberlechner
Und wir haben Glück: Hinter einer Düne legt eine Meeresschildkröte Eier. „Sie ist jetzt in einer Art Trance und nimmt nichts um sich herum wahr“, flüstert Shannon, als wir uns dem Tier bis auf wenige Zentimeter nähern. Fasziniert sehen wir zu, wie sich das Loch im Sand füllt. Nach 30 Minuten gräbt sie es zu und robbt zurück in den Atlantik. In aller Ruhe und ohne Stress, versteht sich.

Die kapverdischen Inseln

Kap Verde. Der erst seit den 1980ern unabhängige Inselstaat vor der Westküste Afrikas besteht aus zehn Inseln, 500.000 Menschen leben auf den neun bewohnten Inseln. Im Schnitt 350 Sonnentage bei Temperaturen zwischen 21 und 29 Grad, tropisch-trockenes Klima. Der Atlantik hat zwischen 22 und 27 Grad. Die Hauptstadt Praia ist auf Santiago, Sal und Boa Vista sind vor allem wegen ihrer kilometerlangen Sandstrände bei Touristen, Surfern und Seglern beliebt.

Gesprochen wird Kreol, die Amtssprache ist Portugiesisch. Die Landeswährung ist der Escudo, auf Sal zum Beispiel kann großteils auch mit Euro gezahlt werden. Auf Santiago werden nur Escudos genommen. Der Zeitunterschied beträgt im Sommer minus 3 Stunden, im Winter minus 2.

Anreise. Ab 21. Dezember (jeweils freitags) bietet TUI Direktflüge ab Wien an. Die Flugzeit nach Boa Vista beträgt rund sieben Stunden, nach Sal knapp acht Stunden. Für die Einreise ist ein Visum erforderlich, das 45 Euro kostet.

Hoteltipps. All-inclusive-Resorts Riu Palace Cabo Verde, Riu Funana und Tui Sensimar Cabo Verde auf Sal, das im November eröffnete Riu Palace Boa Vista oder Riu Touareg auf Boa Vista.

Alle Infos. www.tui.com/kapverden

Diese Reise wurde unterstützt von TUI Österreich.

 

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