Beim Juristen nachgefragtMuss ich meinen Pool für fremde Kinder absichern?

Wer in seinem Garten einen Pool aufstellt, hat dafür zu sorgen, dass andere nicht dadurch zu Schaden kommen. Wieviel Zaun braucht also ein Pool auf einem offenen Grundstück? Oder reicht auch eine Abdeckplane?

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Ein Pool kann durchaus eine Gefahr für Kinder sein © (c) Tanja Esser - stock.adobe.com (www.tanja-esser-auftragsatelier.)
 

Unsere Leserin möchte in ihrem Garten einen Pool aufstellen, der 1,20 Meter hoch ist. Es gibt keinen Gartenzaun. „Brauchen wir hier noch einen Zaun mit einem Meter Höhe oder reicht eine Abdeckplane und eine kindersichere Leiter, um fremde Kinder vor Gefahren zu schützen?“, will sie wissen und fügt hinzu: „Wir wohnen in einer Sackgasse, und um zu unserem Pool zu gelangen, muss man wirklich darauf zugehen. Man kommt nicht zufällig vorbei und kann auch nicht zufällig so hineinstolpern.“

Wir haben dazu die Expertise des Leibnitzer Rechtsanwalts Jörg Grössbauer eingeholt. Er sagt: „Jeder, der eine Gefahrenquelle schafft oder in seinem Bereich bestehen lässt, hat nach der in Österreich geltenden Rechtslage dafür zu sorgen, dass dadurch niemand geschädigt wird. Diese Verkehrssicherungspflicht trifft denjenigen, der die Gefahr erkennen und die erforderlichen Schutzmaßnahmen ergreifen kann, also jenen, der die Gefahr beherrscht.“

Wo besonderer Schutz gefragt ist

Wer somit einen Pool oder einen Gartenteich errichtet, hat durch geeignete und zumutbare Maßnahmen sicherzustellen, dass es dadurch nicht zur Verletzung oder Tötung Dritter kommen kann. „Während man bei Erwachsenen davon ausgehen kann, dass diese im Normalfall die damit verbundenen Gefahren erkennen und beherrschen bzw. vermeiden können, trifft dies auf Kinder und insbesondere auf Kleinkinder nicht zu“, gibt der Anwalt zu bedenken.

Eine derartige Verkehrssicherungspflicht besteht laut Reinisch jedenfalls gegenüber Personen, die sich berechtigt auf dem Grundstück unserer Leserin aufhalten, kann aber auch zum Tragen kommen, wenn das Grundstück von Dritten unberechtigt betreten wird. „In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, dass Kinder und insbesondere Kleinkinder keine Grenzen kennen und Ihnen daher möglicherweise auch nicht bewusst ist, dass sie solche überschreiten.“ Reinisch betont: „Auf das von der Leserin vorgebrachte Argument der Sackgasse würde ich mich nicht verlassen.“ Es stellt sich somit die Frage, ob die Anbringung einer Abdeckplane oder einer kindersicheren Leiter eine ausreichende Sicherungsmaßnahme darstellen.

Doch lieber ein Zaun

„Für eine ausreichend starke und von Kindern nicht einfach entfernbare Abdeckplane würde dies grundsätzlich naturgemäß gelten. Es stellt sich allerdings die Frage, ob ihre Leserin eine derartige Abdeckplane tatsächlich immer dann, wenn sie den Pool nicht nützt, tatsächlich anbringen wird. In der Praxis ist vielmehr zu erwarten, dass man an einem schönen heißen Tag den Pool wohl kaum jedesmal nach der Benutzung vollständig abdecken wird. Für das Ertrinken eines Nachbarkindes im Pool genügen wenige Minuten, in denen der Pool unbeaufsichtigt ist, weil sich ihre Leserin kurz ins eigene Haus begeben hat.“ Was laut Reinisch zu bedenken ist: „Wie eine kindersichere Leiter tatsächlich aussehen soll, ist für mich nicht ersichtlich. Im Internet kursieren ausreichend Darstellungen, wonach derartige Leitern von Kindern auf die verschiedenste Art und Weise überwunden werden konnten.“ Der Rat des Rechtsanwalts: „Ich empfehle Ihrer Leserin daher dringend, vor Aufstellung des Pools entweder das Grundstück selbst oder zumindest den Pool einzuzäunen.“

Kommentare (6)
sune
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Zaun

Ich glaube ein Zaun ist deswegen von Vorteil weil i würde damit nicht leben wollen das ein Kind in meinen Pool ertrinkt. Wasser zieht Kinder einfach magisch an und da reichen wenige Minuten für eine Katastrophe. Und niemand hat sein Kind 24/7 im Blickfeld.

dizeit
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Aufsichtspflicht der Eltern

Meines Erachtens vergisst der Herr Anwalt die Aufsichtspflicht der Eltern über Kinder und insbesondere Kleinkinder zu erwähnen.

Wer seine Kleinkinder unbeaufsichtigt in fremde Gärten lässt, wird sich im Falle des Falles auch verantworten müssen.

Thetis
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aufsichtspflicht hin oder her,

der pool gehört abgesichert. vielleicht kann man sich auf die aufsichtspflicht der eltern berufen wenn ein kind ertrunken ist (und hat dann rechtlich nichts zu befürchten) aber das kind ist trotzdem tot. bei einem tödlichen verkehrsunfall hab ich auch nichts mehr davon, wenn herauskommt, dass ein anderer den vorrang missachtet hat; ich bin trotzdem tot.

freeman666
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Nein hat er nicht vergessen!

Nur ist bei der Ermittlung im Fall eines Unglücks es wenig hilfreich, dass eventuell auch anderen Personen eine Schuld zugesprochen wird.
Die Fragestellung hat der Anwalt eindeutig richtig beantwortet.

pescador
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Muss ich meinen Pool für fremde Kinder absichern?

Was ist das für eine bescheuerte Frage! Ganz unabhängig von der rechtlichen Situation ist für Sicherheit zu sorgen. Es geht ja nicht nur darum, ob man rechtlich belangt werden kann oder nicht. Es geht um das Leben eines Kindes!

evalesacher
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Pool

Der Ton macht die Musik🙋