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App gegen die EinsamkeitSocial Media für Senioren: Die Welt zu Gast in Omas Wohnzimmer

Viele Ältere fühlen sich aus der neuen digitalen Welt ausgeschlossen. Neue App will Weg aus der Einsamkeit bieten und nebenbei auch Kulturgut erhalten.

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Mit einer App können Senioren wieder am sozialen Leben teilnehmen © aletia2011 - stock.adobe.com
 

Daniela Krautsack war der Welt schon immer einen Schritt voraus. Das Leben in Städten der Zukunft war das Thema, das die Medienstrategin um den Globus fliegen ließ. Immer im Gepäck: das schlechte Gewissen wegen der Oma, die man nicht an den Erfahrungen und Erlebnissen teilhaben lassen konnte. So kam die 45-Jährige auch auf die Idee zu der App „Kama“, deren Name sich aus den ersten Silben ihrer beiden Großmütter zusammensetzt. „Vielen Bekannten ging es wie mir. Es ist ein gesellschaftliches Drama. Jung und Alt leben heutzutage einfach in zwei verschiedenen Welten. Da dachte ich mir, dass es doch möglich sein muss, auch die ältere Generation ins digitale Zeitalter zu holen.“ Vier Jahre lang forschte sie zu dem Thema. „Es geht hier nicht um die ,Best Agers’, sondern um jene, die nicht mehr rauskommen und nicht am sozialen Leben teilnehmen können, aber mental noch fit sind. Jene, die allzu oft vorm Fernseher geparkt werden.“

Technik von morgen für die Geschichten von gestern.

Das Versprechen der "Kama"-App

So entstand eine auf die Bedürfnisse der Senioren zugeschnittene Software, die die Lücke zwischen Jung und Alt schließen soll. „Technik von morgen für die Geschichten von gestern“, heißt es treffend auf der Homepage. Mithilfe der App soll die Kommunikation zwischen den Generationen wieder angeregt werden. „Und zwar über die üblichen Stehsätze und den Small Talk hinaus. Dazu braucht es aber auch den Einsatz der Kinder und Enkelkinder“, erklärt Daniela Krautsack, die im Rahmen ihrer Recherche auch unzählige Interviews in Seniorenheimen führte. Auf ihre Geschichten oder Lieder angesprochen bekam sie von den Senioren immer wieder zwei Sätze zu hören: „Ja, mich hat ja nie jemand gefragt“ und „Ich hätte nicht gedacht, dass das überhaupt jemanden interessiert“. Als besonders schlimm empfanden es viele, keinen Zugang zu Fotos oder Videos der Enkelkinder zu haben. Irgendwie den Anschluss an die Familie zu verlieren.

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