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Ein Troll packt aus

So kauft sich Putin eine gute Nachrede

Die Gerüchte gibt es ja schon länger, doch jetzt hat eine Russin ausgepackt, die als sogenannter "Online-Troll" auf der Gehaltsliste im Dienste des russischen Regierungschefs steht.

© APA
 

"Putin ist genial!", "Die Ukrainer sind Faschisten", "Europa ist dekadent". Zwei Monate - bis März 2015 - war Ljudmilla Sawtschuk nach eigenen Angaben für den russischen Präsidenten Wladimir Putin als bezahlte Cyber-Aktivistin im Internet unterwegs. Jetzt hat sie sich geoutet.

Trolle

Als Trolle werden Internetnutzer bezeichnet, die durch ihre Kommentare bewusst Online-Diskussionen stören und die Atmosphäre in Chatrooms vergiften. Dadurch richten sie nicht nur inhaltliche Schäden an, sondern versuchen auch, Konflikte innerhalb der Internet-Gemeinde zu schüren. Die Aktivitäten der russischen Online-Propagandisten haben schon mehrere russische Medien gezwungen, Kommentar-Foren auf ihren Websites zu schließen.

"Unser Job bestand darin, im Sinne der Regierung zu schreiben, Putin und seine Politik zu loben und seine Gegner niederzumachen", sagt die 34-jährige Russin, die mit ihren beiden Kindern in St. Petersburg lebt. Ihr Tätigkeitsfeld waren Diskussionsforen und Newsgroups, Chatrooms und Blogs. Dort brachte sie am Tag - als angebliche Hausfrau oder als Studentin oder Sportlerin - an die hundert Kommentare und Beiträge unter. Dafür gab es ein monatliches Salär von 40.000 bis 50.000 Rubel (640 bis 800 Euro). In Russlands zweitgrößter Stadt gilt das als gutes Geld.

Der Tagesbefehl

Die Bezahlung war für Sawtschuk das Motiv, sich online zu bewerben. Ihr Einstellungsgespräch bei der mysteriösen Agentur zur Erforschung des Internets war kurz. Ihr Gesprächspartner habe sich nur mit dem Vornamen Oleg vorgestellt und sie als erstes gefragt: "Was halten Sie von unserer Politik in der Ukraine?" Das Thema Ukraine spielte fortan eine wichtige Rolle bei der Arbeit der 34-Jährigen. Sawtschuk erzählt, dass sie jeden Tag Anweisungen für ihre Tätigkeit erhielt. Sie zeigt einen derartigen auf ihrem Handy gespeicherten "Tagesbefehl": "Die Ukraine hat einen Reformplan verabschiedet, um Hilfsgelder vom Internationalen Währungsfonds zu bekommen." Hauptidee der Kommentare: "Für die ukrainische Regierung steht der militärische Bedarf über den Interessen der Bürger."

Die Arbeit fand laut Sawtschuk in einem unscheinbaren grauen Gebäude an der Sawuschkin-Straße im Norden von St. Petersburg statt. Ihre Kollegen waren überwiegend jung, viele Studenten. "Politik war ihnen vollkommen gleichgültig, sie nahmen nichts ernst. Für sie war es bloß eine Art Geld zu verdienen." Daneben habe es einige ältere Beschäftigte gegeben, die ihre Arbeit als "wirkliche Mission" verstanden hätten und vollständig darin aufgegangen seien.

"Überall gibt es Kameras"

Sawtschuk beschreibt die Tätigkeit als hart. Pausenlos müssten die Mitarbeiter große Mengen Kommentare im Internet veröffentlichen, längst nicht jeder habe das Zeug dazu. Viele Leute würden entlassen, weil sie die geforderten Ansichten nicht in die richtigen Worte kleiden könnten, die Rotation sei hoch. Die Arbeitsstelle ist laut Sawtschuk weitgehend abgeschottet und streng überwacht, unter den Mitarbeitern herrscht eine Atmosphäre der Angst: "Überall gibt es Kameras." Gespräche fänden kaum statt: "Entschuldigung, ich habe es eilig", heiße es bloß.

Reporter der russischen Oppositionszeitung "Nowaja Gaseta" hatten das Online-Propagandazentrum 2013 undercover besucht. Demnach arbeiteten damals rund 400 Mitarbeiter dort in einem kleinen Gebäude am Stadtrand von St. Petersburg. Laut Lokalmedien zog die Agentur im vergangenen Oktober in ein größeres, vierstöckiges Gebäude, von einigen Medien als "Trollfabrik" bezeichnet. Berichten zufolge hat die Agentur inzwischen neue Abteilungen für Mitarbeiter mit Fremdsprachen- oder Photoshop-Kenntnissen eingerichtet.

"Redakteur" oder "Content Manager"

Die ominöse Agentur zur Erforschung des Internets ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Einziges Zeichen ihrer Existenz sind Jobanzeigen im Internet, in denen scheinbar unverfängliche Posten wie der eines "Redakteurs" oder "Content Managers" angeboten werden. Kandidaten werden aufgefordert, sich über eine Website zu bewerben. Eine automatisch versandte Antwort verspricht dann baldige Rückmeldung.

 

Kommentare (90)

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223b0c4d75a92af7b71fd92de2f67dde
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MÄNNER eigentlich BUBERL ohne MORAL und ANSTAND.........das SITTENBILD unserer Gesellschaft..........aber die Zeit tickt!

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b0bb5c3a15b0f4b13d2ae638f765eacf
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@xomax

Lügenpresse.
Jetzt brauchts nur mehr erläutern wer das deiner Meinung nach wie getan hat.

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Sand2
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Wladimirs Groupies

Papierspetznas, Schrebtischsoldaten

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Xomax
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Aha...

....und wie nennt man dann das, was die österr.,deutschen etc.- manipulativen Medien verbreiten??

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b494d19d2d9606c4615a3f58cd432ca4
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Man erinnere sich an Faymann Facebook Freunde

Soweit sind wir von den Russen nicht entfernt

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@ImSinneDerAgb: Der Unterschied erschließt sich Dir echt nicht?

Na servas…

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stimmt

Das war das erste an das ich gedacht habe.

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Sir Gisbert
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Hab mich schon gewundert das jemand irgend etwas gutes an diesem Menschen findet.

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Nahabidere
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Sei froh dass Putin mit eiserner Hand regiert,

so lange is wenigstens einigermassen a Ruh dort. Wenn der weg ist geht's eh rund

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2b1bdc24f66aac291130d42e81dd1c52
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@Nahabidere: Umgekehrt, wenn Putin weg ist, ist endlich Ruhe.

Vorher wird es mit Russland nur weiter bergab gehen.

Das Problem ist natürlich dass eine große Gefahr besteht, dass Putins Nachfolger noch Größenwahnsinniger ist.

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Sie wissen aber schon, dass die Russen hier einfach das gleiche machen wie der Westen, die Amerikaner etc

Und natürlich hat auch die von der EU zu Unrecht so hofierte Ukraine ihre Propagandainstrumente..

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2b1bdc24f66aac291130d42e81dd1c52
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@Idamante: Du weißt aber schon dass

Du Dir das einbildest, oder?

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Das Aufzeigen der Unterschiede zwischen dem Agieren des Herrn Putin

und einem deutschen Informationsminister (1933 bis 1945) sind anscheinend von der Redaktion unerwünscht (3 Versuche, erscheinen alle nicht).
Daher sei dieser Unterschied nun verraten:
1933 bis 1945 gab es noch kein Internet.

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2b1bdc24f66aac291130d42e81dd1c52
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@selbstdenker1: Na dann wirst Du Dich halt ein bisserl gedulden müssen…

Oder erwartest Du dass die ganze Nacht (Dein Posting ist von 01:06 Uhr) in der Redaktion jemand wartet um Deine Ergüsse absegnen zu können?

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471b20451936b34359fd3e6e69bc8d01
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Sind Sie einer der in der Ukraine bezahlten Poster?

Sie können sich ruhig auch outen.

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68c2d1d155b5b2956da2660c69251e05
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Da der erklärende Link ebenfalls nicht erscheint:

Einfach nach
29. Oktober 1897 in Rheydt
suchen.

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223b0c4d75a92af7b71fd92de2f67dde
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ZUNGENPRITSCHLER und Peter-Prizipler??.........Er studierte Germanistik und war nach seiner Promotion erfolglos als Journalist und Schriftsteller .........

.......in der Privatwirtschaft fliiiiiiiiegen sie.......

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68c2d1d155b5b2956da2660c69251e05
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Was ist der Unterschied zwischen Hitlers Reichspropagandaminister Joseph Goebbels und Wladimir Putin?

Joseph Goebbels war Hitlers Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda und Leiter der Reichskulturkammer. Damit trug er dazu bei, Presse, Rundfunk und Film sowie den gesamten Kulturbereich mithilfe strenger Zensur- und Repressionsmaßnahmen im Sinne des Nationalsozialismus auszurichten.
Durch die Verbindung von demagogischer Rhetorik, planvoll choreographierten Massenveranstaltungen und effektiver Nutzung moderner Technik für Propagandazwecke, insbesondere den Einsatz von Film und Radio, gelang es ihm, weite Teile des deutschen Volkes für den Nationalsozialismus zu indoktrinieren.
Der Unterschied zu Herrn Putin? Ganz einfach:
Herr Göbbels verfügte noch nicht über ein Internet.

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LenaXXX
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Troll?

Ihr solltet mal recherchieren, was ein Troll ist. Das nämlich ganz sicher nicht!

"Als Troll bezeichnet man im Netzjargon eine Person, welche Kommunikation im Internet fortwährend und auf destruktive Weise dadurch behindert, dass sie Beiträge verfasst, die sich auf die Provokation anderer Gesprächsteilnehmer beschränken und keinen sachbezogenen und konstruktiven Beitrag zur Diskussion enthalten. "

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@LenaXXX: Ja, Troll.

Was Du beschreibst trifft doch ganz exakt auf die Putin-Trolle zu – oder welchen konstruktiven Beitrag vermeinst Du deren Beiträge entnehmen zu können?

Der einzige Unterschied ist: Der "klassische" Troll macht das zum Spaß, die Putin-Trolle wegen ideologischer Verblendung oder, wie hier, Geld.

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b494d19d2d9606c4615a3f58cd432ca4
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@Lena: ich stimme dir zu

ein troll verfügt über kein hintergrund wissen und ist in seiner schreibweise mehr ein "hascherl"

das was hier beschrieben wird ist ein "intelligenter Aktivist"

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c89378be67b265c5abce0935aad14ea6
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@ LenaXXX: Und Sie meinen, Ihre Definition

entspräche nicht der im Artikel zitierten?
Ich denke, beide Beschreibungen sagen dasselbe aus, nur anders formuliert.

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viajero
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MrMystery heißt Ljudmilla?

Habe ich mir schon fast gedacht!

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MrMystery
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Sobald bei einem Bericht

kein Verfasser darunter steht, kann man sich denken von wem dieser "News Letter" ausgeschickt wurde. Und wenn man so herum googelt, dann sieht man genau wer alles auf der Deutschen "Verteilerliste" steht. Ganz oben die Bild, dann die FAZ, Die Welt, Focus N-TV, Österreich, Kleine, Krone..und dann kommen die Mitläufer noch. Hoffentlich kommt mir Morgen nicht das Cover von der Österreich unter, die pauschen das Thema noch mehr auf und machen alle noch Rebellischer..könnt mich anko..en wenn ich nur dran denke.

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@MrMystery: Jetzt sag bloß Du bist dahinter gekommen,

dass es internationale Presseagenturen gibt!

Na dann herzlichen Glückwunsch zu diesem enormen Erkenntnisgewinn! Weiter so!

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Scaurus
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Brauchst dich doch nicht angesprochen fühlen,

mit im Schnitt rund 200 Pro-Putin Kommentaren täglich alleine in den Foren der Kleinen Zeitung im vergangenen Jahr kommst du nur wie ein vielbeschäftiger, im Leben stehender Macher rüber, der in den kurzen Verschnaufpausen des Arbeitstages schnell eine wohlüberlegte, geistreiche Pointe weitergeben will.

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