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Im Porträt

Max Schrems: Sein Gegner heißt Facebook

Es mutet ein wenig wie der Kampf von David gegen Goliath an: Ein Salzburger Student legt sich mit seiner Initiative "Europa gegen Facebook" mit dem Datengiganten an.

© Reuters
 

Mit 22 Anzeigen, die er gegen das weltweit größte Online-Netzwerk wegen möglicher Verstöße gegen den Datenschutz eingebracht hat, hat der österreichische Jus-Student Maximilian Schrems international Schlagzeilen gemacht. Der 24-jährige Student aus Salzburg gibt sich trotzdem bescheiden: "Der Hype geht schließlich nicht um mich, sondern um Facebook und den Datenschutz", erklärte er am Dienstag in Wien vor Journalisten.

Geboren wurde Maximilian Schrems im Oktober 1987 in Salzburg, wo er auch in die Schule ging. Für sein Studium der Rechtswissenschaften am Juridicum zog Schrems 2007 nach Wien, wo er seitdem - mit Ausnahme eines Auslandsaufenthalts an der US-Universität Santa Clara in Kalifornien - lebt. Mit seiner Initiative unter dem Titel "Europa gegen Facebook" (europe-v-facebook.org) will der 24-Jährige das soziale Netzwerk zu mehr Transparenz und verantwortungsvolleren Umgang mit den Daten seiner Nutzer bewegen. Rund zehn Wiener Studenten helfen Schrems, die zahlreichen Medienanfragen zu beantworten und die Seite der Gruppe zu betreuen.

Facebook "verbessern, nicht verweigern"

Sein Ziel sei es, das man das Online-Netzwerk Facebook sorgenfrei benützen könne. Er selbst ist seit drei Jahren Mitglied bei Facebook und will es auch weiterhin bleiben. "Die Lösung kann nicht sein, Facebook zu verweigern, sondern es zu verbessern," wie er erklärte. Die Idee für die Beschwerden gegen Facebook kam Schrems während seines Auslandssemesters im kalifornischen Silicon Valley, dem Sitz viele High-Tech-Firmen. An seiner Universität seien mehrmals Datenschutz-Beauftragte der großen Internet-Konzerne aufgetreten. "Die haben erklärt, europäisches Recht gut und schön, aber wir tun in Europa eh, was wir wollen." Er habe daraufhin eine Seminararbeit zu dem Thema verfasst, die als Basis für die erste Beschwerde diente.

Im Rampenlicht

Bei Facebook hat Schrems dann den Ausdruck aller über ihn jemals gespeicherten Daten angefordert, worauf er als Nutzer ein Recht hat. Nach Versuchen, ihn abzuwimmeln, händigte ihm das Unternehmen schließlich 1.200 DIN-A4-Seiten aus - darunter auch viele von ihm gelöscht geglaubte Einträge oder Nachrichten. Daraufhin erstattete Schrems bei der zuständigen irischen Datenschutzbehörde Anzeige gegen Facebook. Mittlerweile hat Schrems mit seinem Kampf gegen den Riesen Facebook eine gewissen Berühmtheit erlangt. EU-Justizkommissarin Viviane Reding zitierte seine Initiative bei der Präsentation der neuen EU-Datenschutz-Richtlinie und hochrangige Vertreter des Unternehmens reisten am Montag eigens nach Wien an, um mit dem Studenten persönlich zu verhandeln.

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