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Tag des ErdapfelsBodenschätze aus den Anden: Alles Gute kommt von unten

Erdäpfel haben am 18. September ihren großen Tag. Ein Überblick über ihre Geschichte als Grundnahrungsmittel, den Mythos Dickmacher, rare Sorten und was man daraus machen kann.

Vielfalt aus der Erde: Am 18. September ist Tag des Erdapfels © (c) alinakho - stock.adobe.com
 

Die Erdäpfelsammlung der Arche Noah ist bemerkenswert - sie umfasst rund 170 Sorten. Darunter sind hauptsächlich heimische Erdäpfel, die erhalten werden, aber auch Erdäpfel aus Mittel- und Osteuropa und Raritäten aus der ganzen Welt. Benannt sind sie zum Teil nach ihren Stiftern oder einem Ort - die „Blaue Lehner“ etwa ist seit 1994 im Arche-Noah-Archiv erfasst. Namensgeber ist die Familie Lehner. Die „Blaue Zillertaler“ stammt aus einem Garten im Zillertal.

Rund 15–20 Knollen pro Sorte kommen jährlich auf den Arche-Noah- Erhaltungsfeldern bei der Familie Weisgram im oberen Waldviertel in die Erde. Jetzt, im Herbst werden die Erdäpfel im Keller gelagert und die Erhaltungsarbeit beginnt. Knollengesundheit, Größe, Form, Schale, Farbe - alles wird kontrolliert. Die gesündesten jeder Sorten dürfen nächstes Jahr wieder in die Erde.

Sortenhandbuch

Wer an Erdäpfelraritäten interessiert ist, blättert online im Sortenhandbuch der Arche Noah.

Europas Sattmacher

Ursprünglich stammen die Erdäpfel aus Südamerika. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts rollten die Knollen erstmals über Spanien, danach über Frankreich, England und Italien. Die gekochten Knollen machten Europa satt und entwickelten sich bald zum Grundnahrungsmittel. Zwischen der hübschen Zierpflanze im Topf bis zum Rösti brauchten die Schweizer mehr als hundert Jahre. In Österreich kamen die Erdäpfel im 18. Jahrhundert an. Kaiserin Maria Theresia förderte den Anbau.

2018 machten Mehlwurm und Hitze den heimischen Erdäpfeln zu schaffen. Pflanzenkrankheiten kannte man aber schon im 19. Jahrhundert. Sie wurden aus Amerika eingeschleppt und rafften die Monokulturen Europas dahin.

Rezept: Erdäpfelsuppe mit Steinpilzen

Zutaten: 1/2 kg mehlige Erdäpfel, 1 Zwiebel, 1 l Gemüse- oder Hühnersuppe, Butter, 30-50 g getrocknete Steinpilze, Salz, Pfeffer, Petersilie, Majoran, etwas Obers oder Sauerrahm zum Verfeinern.

Zubereitung:
1. Die Steinpilze mit lauwarmem Wasser bedecken und 1/2 Stunde stehen lassen. Die Zwiebel schälen, klein schneiden, in etwas Butter anschwitzen. Erdäpfel schälen, würfeln, zu den Zwiebeln geben, kurz mitrösten.

2. Die Pilze abgießen, das Wasser auffangen, eventuell sieben, wenn die Pilze erdig waren. Die Zwiebel-Erdäpfel mit Suppe aufgießen. Etwas Pilzwasser, die Pilze und ein wenig Majoran dazugeben. Köcheln, bis die Erdäpfel weich sind.

3. Mit Obers oder Saurrahm verfeinern, mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit gehackter Petersilie bestreuen.

Mehr als 50 Kilo pro Kopf

Weltweit werden jedes Jahr mehr als 380 Millionen Tonnen Erdäpfel geerntet. Etwa 5000 Sorten soll es af der Welt geben. Der Pro-Kopf-Verbrauch in Österreich öliegt bei rund 53 Kilo pro Jahr. Weil  Erdäpfel so vielseitig einsetzbar sind, wurde der 18. September als "Tag des Erdapfels" bestimmt. Abgesehen vom Einsatz als Lebensmittel findet sich Erdäpfelstärke unter anderem in Kosmetika, Arzneimitteln, Baustoffen oder Textilien. Etwa ein Drittel der österreichischen Kartoffelernte wird in der Stärkefabrik Gmünd verarbeitet.

Die lila Vitelotte bringt unter anderem in Chips-Form Farbe auf den Tisch Foto © (c) karepa - stock.adobe.com

Komplette Verwertung: Aus dem Abfall der Stärkeherstellung, den Erdäpfelfasern fertigt der Konzern Agrana etwa Ballaststoffe für Backwaren, Erfrischungsgetränke und Fleischerzeugnisse.

Was in den Erdäpfeln steckt

Erdäpfel sind Nachtschattengewächse wie Paradeiser oder Tabak. Unter der Schale stecken die meisten gesunden Inhaltsstoffe wie Kalium, Magnesium, Eisen, Vitamin C und B. Ein Dickmacher ist sie nicht - mehr als 75 Prozent Wasseranteil beinhalten die Knollen. 100 g "wiegen" rund 70 Kilokalorien.

 

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