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Starkoch gegen FoodpornSternekoch Juan Amador verwehrt sich gegen Food-Fotos

Weil er um die Magie des Genusses fürchtet, will Sternekoch Juan Amador künftig dem Gast die Möglichkeit geben, sein Handy am Empfang abzugeben.

Juan Amador wettert gegen Foodporn © (c) Oliver Wolf Foto GmbH
 

Kaum kommt das Gericht auf den Tisch, wird nicht zur Gabel, sondern zum Handy gegriffen. Eine lästige Entwicklung, eine, die das Gesamterlebnis bei einem der besten Köche der Welt zu essen, madig machen kann. Davon ist Zwei-Sternekoch Juan de la Cruz Amador Perez, kurz Juan Amador, Wahl-Wiener und heimisch geworden in Wien-Grinzing - überzeugt.

Deshalb holt er sich jetzt die Gäste als Verbündete ins Boot – sie sollen überzeugt werden, Foodporn entgegenzuwirken. „Food-Fotos sind heute zur härtesten Währung in der weltweiten Gastronomie geworden", sagt Amador, der in Deutschland acht jahre in Folge zu den raren Drei-Sterneköchen zählte.

"Sie sorgen für Fläche in den Printmedien, für Likes und Reichweite auf Social Media und für eine Vielzahl der weltweit besten Köche sind Food-Bilder sogar wie Visitenkarten. Eine oberflächliche Entwicklung, die der Gastronomie schadet.“

Nicht aussagekräftig genug

Seit 2016 in Wien das Restaurant Amador betreibt (2 Michelin Sterne, 18 Punkte Gault&Millau). „Denn“, so Amador weiter, „über das eigentliche Erlebnis eines Restaurantbesuchs sagt ein Food-Foto überhaupt nichts aus. Da geht es um Emotionen auf ganz anderen Ebenen: Geschmack, Ambiente, zwischenmenschliche Beziehungen. Diese müssen wir auch in der Kommunikation wieder in den Vordergrund stellen.“

Keine Food-Fotos mehr

Eine Entwicklung, die Amador schon lange kritisiert und daraus nun die Konsequenz zieht. Ab sofort werden sowohl auf der Homepage sowie auch auf den Social-Media-Kanälen keine Food-Fotos mehr zu finden sein. Zudem ergeht an sämtliche Medien die Bitte, vorhandene Food-Bilder von Juan Amador nicht mehr zu veröffentlichen.

Den Gästen im Restaurant wird erklärt, warum man bittet, auf das Fotografieren des Essens zu verzichten. Ein Verbot wird es jedoch nicht geben. Amador: „Von Verboten halte ich nichts, sie sind genau die falsche Message. Durch Hektik und Stress der heutigen Zeit sind die Menschen oft getrieben und fotografieren wie automatisch, ohne groß darüber nachzudenken, ob das einen Sinn macht. In Wirklichkeit betrügen sie sich selbst um die Magie des Genusses.

Für die Dauer des Besuchs in unserem Restaurant geben wir den Gästen nun die Möglichkeit, sich von diesen antrainierten Zwängen zu befreien.“ Mobiltelefone können am Empfang abgegeben werden, bei eingehenden Anrufen werden die Gäste informiert. 

Mehr Stimmungsfotos

Anstatt der Food-Fotos setzt der Sternekoch vermehrt auf Stimmungs- und Detailfotografie, um das Restauranterlebnis auch visuell darzustellen. Für die aktuelle Fotoserie wurde dazu mit Markus Oberländer einer der besten Sportfotografen Österreichs engagiert. „Im Sport geht es darum, Emotionen festzuhalten. Und genau das wollen wir hier auch. Also haben wir uns bewusst für jemanden entschieden, der komplett aus einem anderen Bereich stammt.“

Im Laufe des Jahres will man dies auch mit Videos und Liveübertragungen aus der Küche ergänzen, für deren Umsetzung der bekannte Grazer Kameramann Philipp Lihotzky gewonnen werden konnte. Amador: „Wir sind uns bewusst, dass mit den Food-Fotos etwas wegfällt, womit sich die Leute gerne einen ersten Eindruck über uns machen. Deshalb werden wir in der Kommunikation nach außen einzelne Sinne verstärkt und auch ungewöhnlich ansprechen – vor allem das Hören.“

Fotos von Gerichten ein No-Go

Unter Spitzenköchen selbst ist das Fotografieren von Gerichten schon lange ein No-Go. Das war aber nicht immer so. „Auch ich habe anfangs überall mein Handy draufgehalten, um mich an das eine oder andere Gericht eines Kollegen erinnern zu können“, so Amador. „Nur für die Erinnerung ist das Fotografieren völlig belanglos. Denn unser Hirn hilft uns hier ja gut weiter: Hat uns das Gericht auf eine besondere Weise berührt, dann merken wir uns das automatisch. Da brauchst du kein Foto mehr dafür. Ich kann mich an Gerichte bis ins letzte Detail erinnern, die ich vor Jahren oder auch in meiner Kindheit gegessen habe.“

Und am Ende geht es genau darum. „Essen ist mehr als die bloße Aneinanderreihung von hübsch anzusehenden Gerichten. Es ist Emotion. Und die braucht keinen Filter.“ 

 

Kommentare (1)

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Estarte
0
1
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STARKOCH WEHRT SICH GEGEN FOTOS


Mich wundert es nicht, wenn ein Gast seine exklusiven bzw. und/oder teuren Speisen fotografieren möchte,-immerhin kredenzt man auch "Laubfrösche" ......und ein zweiter/nächster Besuch wird wohl nicht so bald ??? :):):)angedacht werden ?
Der Starkoch wird wohl gegen das Fotografieren sein, weil auf den Tellern wenig zu sehen sein wird ???? oder wer schafft sonst 8 Gänge ?????:):):) mit 8 Gläsern Wein/bzw. Alkohol
8 Gang Dinner :
235 Euro !!! mit Getränkebegleitung pro Gang: 115 Euro
macht : 350 Euro pro Person !!!

3 bis 4 Gang Lunch : ab "günstige"69 bis 143 Euro ! :):):)

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