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Vergesslich?Das rät die Gedächtnis-Expertin: So trainieren Sie Ihr Gehirn

Gerade gehört, haben Sie einen Namen schon wieder vergessen, und mitten im Gespräch entfällt Ihnen, was Sie sagen wollten? Alles eine Frage des Trainings, ist die Gedächtnisexpertin Luise Maria Sommer sicher.

Ein zentrales Geheimnis beim Gedächtnistraining ist es, in Bildern zu denken. Wer am nächsten Tag z. B. ein Buch nicht vergessen will, soll sich mit einem dicken Wälzer auf dem Kopf aus dem Haus gehen sehen © benik.at - stock.adobe.com
 

Ob jung oder alt – man muss das Gedächtnis fordern, damit es in Schwung bleibt. Es ist wie ein Muskel, der gefordert werden will“. Davon ist die Gedächtnistrainerin Luise Maria Sommer überzeugt. Für diese „These“ führt sie auch immer sich selbst als lebenden Beweis an. Schon in jungen Jahren hat sich die damals „vergessliche Luise“ (die regelmäßig ihre Sonnenbrillen und Regenschirme verlor), für die aus der Antike stammenden Mnemotechniken interessiert und diese weiterentwickelt.

Gedächtniskunst. Die „Ars memorativa“ – die Gedächtniskunst – war im Mittelalter hoch angesehen, und eigens geschulte Personen zogen von Universität zu Universität, um sie zu lehren. In dieser Tradition sieht sich auch die gebürtige Kärntnerin, die heute in Langenwang lebt und als Vortragende, Trainerin und Autorin ihr Wissen und ihre Begeisterung für die Potenziale des Gedächtnisses weitergibt.

5 Tipps für ein besseres Gedächtnis

1. Namen assoziieren.
Schenken Sie Ihrem Gegenüber beim Vorstellen ungeteilte Aufmerksamkeit. Nehmen Sie so viele Einzelheiten wie möglich wahr. Denken Sie sich ein Bild zum Namen (z. B. Rosa – Rose, Helmuth – Helm, Sandra – Sand) und verknüpfen Sie nun dieses Bild mit einem körperlichen Merkmal. Sand, der über welliges Haar rieselt? Das ist natürlich Sandra!

2. Humor hilft!
Beim Merken von Sach- und Fachinhalten darf es ruhig ausgelassen, humorvoll, ja sogar absurd zugehen. „Denken Sie fröhlich und überlegen Sie sich zu Lerninhalten lustige Geschichten, ganz egal, ob es sich um Hauptstädte, griechische Göttinnen oder die Ressorts der Bundesminister handelt.

3. Bewegen Sie sich!
Gehen Sie so oft wie möglich zu Fuß. Bewegung hilft. Ob Balancieren, genüssliches Strecken oder der rasche Sprung zum Telefon.

4.  Viel trinken!
„Klares Wasser, klarer Kopf“: Ausreichendes Trinken ist nicht nur wichtig für einen gut funktionierenden Körper, sondern auch für einen fitten und schnellen Geist.

5. Schlafen!
Wer viel vom Gelernten behalten möchten, sollte nach dem Lernen zu Bett gehen. Nach dem Weckerklingeln lohnt es sich, noch etwas liegen zu bleiben, denn die wichtigste Erkenntnis des Tages gewinnt man oft schon vor dem Aufstehen.

Nicht Delegieren. Mehr denn je sind die Impulse der Gedächtnistrainerin und mehrfachen österreichischen Gedächtnismeisterin in Zeiten des Smartphones gefragt. Seit dieses 2007 in seiner aktuellen Form eingeführt wurde, habe sich vieles an der Art, wie wir uns verhalten, verändert. Smartphones & Co. nehmen uns immer mehr Arbeit und Gedächtnisleistung ab. Der Preis dafür ist, dass die eigene Merkfähigkeit verkümmert – wie ein Muskel, den wir nicht nutzen.

Die gute Nachricht. Es gibt einfache, wirksame Werkzeuge, um unser Gedächtnis wieder zu einem verlässlichen Partner zu machen. Eines der Geheimnisse, ja sogar das „Um und Auf“ im Gedächtnistraining ist es, in Bildern zu denken. Einfache, kreative, möglichst positive Bilder zu komplizierten Inhalten zu schaffen.
Das lässt sich jeden Tag im Alltag anwenden. Wer sich eine Telefonnummer, einen Pin-Code oder ein Geburtsdatum merken will, verknüpft am besten Zahl mit Bild. So z. B. die Zahl 4 mit einem Klavier oder die Zahl 5 mit einer Hand. Bei 17 unterstützt Udo Jürgens (17 Jahr, blondes Haar ...) und bei der Zahl 0 der Luftballon (wegen der ähnlichen Form).

Luise Maria Sommer hat alte Mnemotechniken weiterentwickelt Foto © Andreas Hafenscher

 „Haken setzen“. So ennt sich diese Methode, mit der es gelingt, beliebige Informationen dauerhaft im Gehirn zu verankern. Sie hilft im Alltag, um sich Gesichter, Namen und Nummern zu merken. Gleichzeitig beugt diese Art, das eigene Gedächnis zu fordern, Gedächtnisstörungen im Alter vor, ist Luise Maria Sommer überzeugt.

Bewusst entscheiden. Klassische Techniken wie diese sind seit Jahrhunderten im Einsatz, heute aber nicht allgemein bekannt. Vieles davon müssen wir uns richtiggehend zurückerobern. Der erste Schritt ist immer, es zu wollen und sich bewusst dafür zu entscheiden. Denn komfortabler ist es sicher, das Gedächtnis zu großen Teilen auf moderne Medien auszulagern.

Tipps. In Luise Maria Sommers jüngstem Buch „Dein Gedächtnis kann mehr“ gibt sie viele Ratschläge, die aus dem Gedächtnissport abgeleitet und auf den Alltag umgemünzt sind. Da erfährt man, wie man Einkaufszettel „am Körper abgelegt“ (Loci-Methode) oder Tipps, um sich Namen zu merken (siehe auch die Tipps links).
Wichtig ist auch: „Unique Focusing“ statt „Multitasking“. Mach das, was du machst, mit ungeteilter Aufmerksamkeit – und schon bis du Mnemosyne, der Göttin der Erinnerung, wieder einen Schritt näher gekommen.

Die Gedächtnisexpertin Luise Maria Sommer
Foto © suzy stockl

Zur Person

Dr. Luise Maria Sommer ist Gedächtnis-Expertin, zweifache österreichische Gedächtnis­meisterin mit Eintrag im Guinness Buch der Rekorde, Autorin und Vortragende zum Thema Gedächtnistraining. Die geborene Kärntnerin lebt mit ihrer Familie in der Steiermark.
www.luisemariasommer.at

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