Gesund durch das Leben zu kommen, ist für die meisten Menschen ein zentrales Ziel. Dabei steht auch immer wieder die Frage nach der richtigen Ernährung und dem gesündesten Essverhalten im Mittelpunkt. Lange herrschte die Meinung vor, dass mäßiges, aber dafür regelmäßiges Essen der beste Weg sei. Doch Endokrinologe Thomas Pieber erklärt im Magazin „Was gesünder und fitter macht“: „Diese Einstellung kommt aus einer anderen Zeit. Damals war es eher das Problem, zu wenig als zu viel Kalorien zu sich zu nehmen. Inzwischen haben wir in der Forschung gesehen, dass es gesund für den Körper ist, wenn es Pausen bei der Kalorienzufuhr gibt.“

Denn Erholungsprozesse können nur dann gestartet werden, wenn es Phasen gibt, in denen keine Kalorien zugeführt werden. Durch verschiedene Fastenmethoden kann der menschliche Organismus zu solchen Pausen kommen. „Das sieht man nicht nur beim Menschen, sondern etwa auch bei Hefepilzen, Fruchtfliegen und Mäusen“, so der Experte. „Und es ist durchaus logisch, dass unsere Körper so ausgerichtet sind. Während der gesamten Evolution ging es immer um die Bewältigung von Phasen, in denen es zu wenig Nahrung gab – nicht zu viel. Es war immer ein Wettbewerb um Ressourcen.“

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Fasten in allen Weltreligionen verankert

Auch kulturell ist das Fasten etwa in allen großen Weltreligionen verankert: „Es gibt überall auf der Welt ein tief sitzendes Verständnis dafür, dass uns zu viel Überfluss nicht guttut“, betont Pieber.
Doch was verändert sich im Körper, wenn wir fasten? Einerseits gibt es Veränderungen im Stoffwechsel: „Hier sind zwei Mechanismen zentral. Zum einen beginnen wir, die Energie, die der Körper braucht, aus unseren Depots zu beziehen“, erklärt der Mediziner.

Dabei wird das gespeicherte Fett mobilisiert. „Fett ist ein guter Kalorienspeicher. Im Fettgewebe, aber auch in anderen Zellen – etwa in den Muskeln – befinden sich kleine Fetttröpfchen. Diese werden dann dem Stoffwechsel zugeführt und verbrannt, um Energie zu gewinnen.“
Ein zweiter Prozess, der im Stoffwechsel durch das Fasten ausgelöst wird, ist die Autophagie. Diese setzt ein, wenn man 18 Stunden oder auch mehr keine Kalorien zu sich genommen hat: „Darunter versteht man einen Vorgang, der von den niedrigsten Zellorganismen herauf gut erhalten ist. Dieser dient dazu, dass es innerhalb der Zelle auch zu Regenerationsprozessen kommt“, so Pieber. Bei diesem Vorgang werden falsch gefaltete Proteine und andere Stoffwechselabfallprodukte recycelt, aufgebraucht und verbrannt.

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