Covid-Impfung & VorerkrankungImmunsuppression: Booster zeigt häufig Wirkung

Auch wenn nach den ersten beiden Impfungen keine Antikörper ausgebildet werden konnten, zeigen 40 Prozent der Betroffenen eine Immunantwort nach dem dritten Stich.

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Booster; Dritter Stich; Immunsuppression; Wirkung
Zwischen den Impfstoffen zeigte sich kein großer Unterschied bezüglich der Immunantwort © wachiwit - stock.adobe.com
 

Eine dritte Teilimpfung gegen Sars-CoV-2 kann laut einer österreichischen Studie auch noch zu einem Schutz vor Covid-19 bei Menschen mit Immunsuppression nach Nierentransplantation nach zwei erfolglosen Teilimpfungen führen. Rund 40 Prozent zeigen nach der dritten Dosis – egal ob mRNA- oder Vektorimpfstoff – eine Immunantwort mit der Bildung von Antikörpern. Die Forschungsergebnisse sind am Dienstag in einer der führenden US-Medizinfachzeitschrift JAMA erschienen.

Risikogruppe

Menschen mit eingeschränktem Immunsystem – angeboren oder zum Beispiel durch Krebs-Chemotherapie oder Unterdrückung der Abwehrreaktion nach Organverpflanzung – weisen auf Impfungen eine besonders schlechte Reaktion auf. Gleichzeitig kann der Verlauf einer Covid-19-Erkrankung bei ihnen besonders schwer sein.

"Weniger als 50 Prozent der Nierentransplantierten entwickeln Antikörper gegen das Sars-CoV-2-Spike-Protein nach zwei Dosen einer mRNA-Vakzine", so die Studienautoren. Primär sollte untersucht werden, ob man vielleicht durch die Verwendung eines Vektorimpfstoffes als dritte Teildosis (AstraZeneca) eine bessere Immunantwort als durch eine dritte Dosis mRNA-Vakzine (Pfizer-BioNTech oder Moderna) bewirken könnte.

Die Studie wurde zwischen 15. Juni und 16. August dieses Jahres mit 197 Nierentransplantierten durchgeführt, die zwei Dosen mRNA-Impfstoff erhalten und danach keine Bildung von Sars-CoV-2-Antikörper gezeigt hatten. Je die Hälfte der Probanden erhielt eine Drittimpfung mit der Pfizer-Biontech-Vakzine oder dem AstraZeneca-Impfstoff. Binnen 29 bis 42 Tagen wurde dann untersucht, ob die dritte Teilimpfung zu einer Immunantwort geführt hatte (Antikörper, neutralisierende Antikörper und Aufbau einer zellulären Immunantwort). Die Probanden waren im Mittel 61 Jahre alt, 42 Prozent waren Frauen.

Die Ergebnisse sind im engen Sinn für die Wirksamkeit der dritten Teilimpfung gegen Covid-19 bei Menschen mit eingeschränktem Immunsystem aussagekräftig. Die Resultate dürften aber auch insgesamt die Bedeutung des "dritten Stichs" unterstreichen. Die Wissenschaftler: "39 Prozent der 197 Nierentransplantierten entwickelten Sars-CoV-2-Antikörper nach der dritten Impfung. Es gab dabei mit 35 Prozent bei den zum dritten Mal mit mRNA-Geimpften und 42 Prozent bei den Probanden mit Vektorimpfstoff keinen statistisch signifikanten Unterschied (zwischen den beiden Vakzinen als Drittimpfung)."

Neutralisierende Antikörper bildeten allerdings nur 22 Prozent der Probanden. Auch die zelluläre Immunantwort war schwach. Nach der dritten Immunisierung traten häufiger Impfreaktionenen an der Einstichstelle auf, wenn ein Proband oder eine Probandin die mRNA-Vakzine zum dritten Mal erhalten hatte. Je länger die Nierentransplantation zurücklag, desto eher zeigten die Probanden eine immunologische Antwort auf die Drittimpfung. Ebenso ist das offenbar abhängig von der notwendigen Intensität der immunsupprimierenden Behandlung zur Verhinderung einer Abstoßungsreaktion.

Kommentare (8)
hfg
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Diese und einige andere

Personengruppen sind natürlich besonders gefährdet und sollten auch besonders geschützt werden?
Wie ist die Aufgabenstellung!! aber fast alle anderen Menschen ohne gravierende Vorerkrankungen müssen sich entweder mit oder ohne Impfung ohnehin irgendwann dem Virus stellen und wahrscheinlich werden zumindest die mehrmals geimpften keine größeren Probleme haben.
Nur Lock Downs, Schulschließungen etc. machen künftig wenig Sinn. Man muss überlegen wie man kurzfristig die Spitalskapazitäten erweitern kann, endlich nach 2 Jahren - und das eingesparte Geld ins Personal und Kliniken investieren.

rb0319
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@hfg

Wieder einmal schöne Tagträume von Ihnen: Wieviele Intensivbetten sollen denn aufgestockt werden, damit man ohne Überlastung durch die nächsten Wellen kommt? Österreichweit Verdoppeln? Und wie sollen diese Kapazitäten kurzfristig enstehen? Planungenund Bauten im Spitalsbereich benötigen jahrelange Planungen, öffentliche Ausschreibungen. Und dann das notfallmedizinische Personal: Es müssen Kapazitäten an den Medunis und Diplomkrankenpflegerschulen ausgeweitet werden, dann müssen die Ärzte studieren, danach jahrelang noch weitere Ausbildungen machen, um auf Intensivstationen überhaupt arbeiten zu dürfen. Lange Rede, kurzer Sinn: Sowas würde Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern. Kurzfrstig können Sie das vergessen.

samro
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das ist servus tv

dort treten noch immer die juenger auf die meinen wir haetten nach 1,5 jahren noch keine zusaetzlichen betten.
also mal spital aufzeichnen und den traeumern schicken!

hfg
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So ein Unsinn

Sie müssen mehr und schlimmer wie ein Beamter sein

rb0319
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Träumer

Und Sie sind ein Träumer, wenn Sie glauben, dass man eben mal so die Intensivkapazitäten aufstocken kann. Einfach bei Amazon bestellen, oder wie?

hfg
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Nur eine Antwort

Es ist wie es ist - wir können uns alle zu Tode fürchten und immer alles zusperren - alles Unsinn
Meine Mutter ist 92 Jahre alt 2 mal geimpft, die dritte Impfung will sie nicht mehr - ihr ist das einfach egal sagt sie sie stirbt sowieso irgendwann.
Diese Ängste das die Spitäler alle und immer überfordert sind und man außer zusperren nichts machen kann ist einfach Unsinn - es muss bei einem Erdbeben oder einer anderen Katastrophe auch irgendwelche Lösungen geben. Das Leben ist halt gefährlich.

samro
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arme mutter

dass sie keinen sinn im leben hier sieht.

9956ebjo
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Ne

Kurzfristig kann man nur schließen, wie es die F noch kurzem wollte….