Vor allem bei Männern Autoantikörper: Auslöser schwerer Covid-Verläufe gefunden

Ob Jung oder Alt: Schwere Covid-Verläufe sind in jeder Altersgruppe möglich. Internationale Forscherinnen und Forscher haben nun eine Veranlagung dafür gefunden.

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Corona; krank
Auch junge Menschen sind von schweren Verläufen betroffen © expressiovisual - stock.adobe.com
 

Das weltweit größte Covid-Forschungskonsortium, das Covid human genetic effort (COVIDhge), hat gezeigt, dass bestimmte Autoantikörper für eine größere Anzahl schwerer Covid-19-Verläufe verantwortlich sind, als bisher angenommen. Mehr als zehn Prozent der untersuchten schweren Fälle wiesen fehlgeleitete Antikörper auf, die nicht das Virus, sondern das Immunsystem attackierten, so Ivan Tancevski, Lungenfacharzt an der Universitätsklinik für Innere Medizin II im APA-Interview.

Auch junge Menschen betroffen 

Tancevski ist seit Herbst vergangenen Jahres einer von rund 120 internationalen Experten, die sich im Rahmen des COVIDhge-Konsortiums wöchentlich über den aktuellen Forschungsstand austauschen. Unter anderem suchen die Experten nach genetischen Ursachen für schwere Verläufe. "Auch junge Personen ohne Vorerkrankungen können schwer an Covid-19 erkranken. Männer, ältere Menschen und jene, die bestimmte Risikofaktoren aufweisen, sind tendenziell häufiger betroffen", verwies der Innsbrucker Arzt auf bekannte Daten zu schweren Verläufen.

Im Oktober vergangenen Jahres habe Konsortiumsleiter Casanova entdeckt, dass manche schwer an Corona erkrankte Menschen bestimmte Autoantikörper besitzen, die die Immunantwort negativ beeinflussten, erinnerte sich der Lungenfacharzt. In den neuesten Untersuchungen des COVIDhge zeigte sich, dass dies vor allem bei Menschen über 70 und Männern der Fall sei. "Womöglich eine Teilerklärung, warum diese Personengruppen häufiger schwerer erkranken", schlussfolgerte Tancevski.

Mangel beim Immunsystem 

Diese Autoantikörper, die laut dem Experten rund 0,3 Prozent der Gesamtbevölkerung in sich tragen, blockieren sogenannte Interferone im Körper, die beim Schutz gegen Viren beteiligt sind. "Interferone werden von bestimmten Zellen in der Lunge auf Virusreize hin produziert. Sie greifen nicht direkt das Virus an, sondern geben Signale an andere Lungenzellen ab, sodass diese eine Vermehrung und Übertragung des Virus verhindern", erläuterte Tancevski. Bei Patienten mit Antikörpern gegen Interferone funktioniere das Immunsystem also nicht mehr richtig, auch sei deren Interferonspiegel während der akuten Erkrankung deutlich erniedrigt gewesen, ließ der Mediziner wissen, der gemeinsam mit seiner PhD-Studentin Sabina Sahanic als Co-Autor bei der Studie mitgewirkt hat.

Über 1.000 Proben Schwererkrankter aus der ganzen Welt wurden im Zuge dieser Studie untersucht, die Kontrollgruppe umfasste 35.000 gesunde Personen. "Über 20 Prozent der Über-80-Jährigen wiesen besagte Autoantikörper auf", zitierte Tancevski die Ergebnisse. Die Studie laufe weiter, bald sollen auch rund 200 Blutproben aus Innsbruck mitberücksichtigt werden, die kürzlich übermittelt wurden.

Bei Therapie berücksichtigen 

Die neuen Erkenntnisse hätten sowohl Auswirkungen auf die klinische Therapie schwer erkrankter Corona-Patienten, als auch auf die Impfpriorisierung, betonte der Lungenfacharzt. So sei anzudenken, dass bei der Neuaufnahme Coronakranker ein Screening durchgeführt werde, um herauszufinden, ob die Person jenen Autoantikörper in sich trägt. "Damit würde ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf einhergehen und man könne entsprechend frühzeitig reagieren", so der Wissenschafter.

Diese Messung sei einfach durchzuführen, dafür nötige Instrumentarien könne man rasch in bestehende Labors einbauen, meinte Tancevski. Schwer erkrankten Patienten mit Autoantikörpern könnte man zusätzlich zu einer Steroidtherapie gegebenenfalls Interferone oder neutralisierende Antikörper gegen SARS 2 verabreichen. Bei der Impfung sollten Menschen, die den Antikörper in sich tragen, zur Risikogruppe gezählt werden, zitierte Tancevski die Meinung des COVIDhge Konsortiums. "Man müsste diese nun auch beim dritten Stich priorisieren", fand er.

Kommentare (15)
frogschi
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Da es bestimmte AAKs sind

würde es mich interessieren, welche AAKs dies nun sind? Wie heißen diese?

WSer
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Menschen sterben auf verschiedenster Art ...

So sterben z. B. etwa 5.000 Menschen !!! jährlich an Krankenhauskeimen - und es wird kein Theater darüber geschlagen, kein Krankenhaus oder Regierung dafür kritisiert.

Es gibt gegen Covid-19 ein kostenfreies Impfstoffangebot. Wer dies nicht nutzt - obwohl er weiß, dass seine Anzahl an Antikörpern zu gering ist .- ist selber schuld.

DAMIT IST AUCH DIE PANDEMIE VORBEI.

Hätte ich etwas zu sagen, würde ich die PCR-Tests kostenpflichtig machen und dafür jeden Österreicher 3 Antikörpertests im Jahr kostenfrei ermöglichen. Liegt er unter dem Schwellwert - den eine Expertenkommission definiert - braucht er sich für 6 Monate nicht impfen lassen.

P.S.: Dass man solange kein Impfstoff vorhanden war, entsprechende Maßnahmen gegen ein Kollabieren des Gesundheitssystems vornahm FINDE ICH RICHTIG. Die Regierung hat auch - gemessen an den Herausforderungen, dass es dafür keine Blaupausen gab, gute Arbeit verrichtet.

Aber diese Zeit ist nun vorbei., Und man soll bitte endlich aufhören, die Menschen täglich stimmungsmäßig mit Weltuntergangs-Szenarien zu quälen.

umo10
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Wir sind in der Phase

Wo man draufkam, das FSME nicht automatisch alle 3 Jahre zu impfen ist, sondern erst nach einer Titterbestimmung <1000. es ist aber nicht gefährlich weiter alle 3 Jahre zu impfen

WSer
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Genau so sollte man es auch bei Covid-19 machen.

Denken wir mal über den Tellerrand hinaus - und versuchen wir es mit einem Paradigmenwechsel

Reihen wir die Impfquoten, PCR-Tests und Neuinfektionen in unserer Betrachtungsweise zurück - und stattdessen die Anzahl der Antikörper ganz nach vorne. Gewähren wir dazu jedem Österreicher zwei kostenfreie Antikörpertests pro Jahr. Dafür sollen die PCR-Tests kostenpflichtig werden (zumindest einen Teil bis zur Gänze der Kosten zu bezahlen).

Wer genug Antikörper hat, braucht sich für Einlasskontrollen bis 6 Monate nach dem Test nicht impfen lassen. Die Zeitdauer für den Impfschutz sowie den Schwellwert für die ausreichende Antikörperanzahl legt eine Expertenkommission fest.

Wer unter dem Schwellwert liegt, soll sich impfen lassen. Damit wäre auch das Problem mit dem Mindestalter geklärt. Weiters wäre dies auch ein einsichtiges Argument, dass wenn die Antikörperanzahl zu gering ist, dass man sich (schleunigst) impfen lassen soll.

david965bc
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Behandlung mit BC 007 geglückt Dieses Medikament könnte Long Covid heilen

Dieser Artikel gestern in der kleinen Zeitung unter Besser leben gehört eigentlich hier hinzugefügt.

Denn es zeigt, das eine Coronavirusinfektion eine Menge an Autoantikörper erzeugt.

Die Impfgegner sind von Servus TV unzureichend aufgeklärt worden, was Fakten sind. Servus TV hat lediglich unbewiesene Szenarien präsentiert.

Echte Bildung funktioniert anders.

david965bc
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Dieser Artikel gehört eigentlich dazu:

https://www.kleinezeitung.at/lebensart/gesundheit/6032184/Behandlung-mit-BC-007-geglueckt_Dieses-Medikament-koennte-Long

Damit die Impfgegner endlich begreifen, das das Coronavirus Autoantikörper auslöst und nicht die Impfung.

david965bc
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Das Coronavirus löst Autoantikörper aus, das ist bereits erwiesen

Das heißt, wenn die erste Infektion mit dem Coronavirus Autoantikörper auslöst, dann könnte es ja sein, das die zweite Infektion dann schlimmer verläuft, weil der dann womöglich die Autoantikörper in sich trägt, die einen schweren Verlauf verursachen.

Die Impfgegner meinen immer noch, die Impfung würde das Immunssystem schwächen, dabei ist jede Infektion mit Viren mit Gefahren verbunden, besonders weil es eine Bildung von Autoantikörper geben kann.

Womöglich sollte man aufgrund dieser Daten doch auch die über 12jährigen durchgängig impfen, damit das Coronavirus keine Autoantikörper bilden kann.

selbstdenker70
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...

Das passt jetzt aber irgendwie mit der Kreuzimmunität nicht zusammen. Ca. 30% der Erkältungsviren sind Corona Viren, die, bei bei einer Infektion mit SarsCov2 sehr hilfreich sein.

GlebNershin
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Die tägliche Dosis Angst

Also: Schnell noch impfen gehen.

ADE gibt es nicht.

Badfox
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Was ist ADE?

Nie davon gehört.

neuernickname
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Gleb - Siehst du, wenn du impfen geangen wärst, müsstest nicht täglich neu Angst haben

Vielleicht ist dir das neu - aber impfen muss man nicht täglich.

Erst sinds zwei Impfungen im Abstand von ca. 6 Wochen und dann gibt es - wahrscheinlich - Auffrischungsimpfungen nach 6 - 12 Monaten.

Wobei man noch erforscht ob es ausreicht Risikogruppen aufzufrischen.

ADE gibt es schon - es wurde erwartet, aber bisher noch in keinem Fall nachgewiesen bei der Covid-Impfung, auch wenn ein Landschaftsökologe das in einem in der Impfgegnerszene verbreiteten youtube-Video verbreitet und einen Impfstopp fordert.
Der warnt auch vor Bill Gates.......

Ich würde auf solche selbsternannten Experten nicht hören, Gleb.

Mein Graz
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@GlebNershin

Deine tägliche Dosis Hetzerei.

Was hast du davon? Kommst du dir besonders klug vor? Willst du von Kickl & Co. Anerkennung? Möchtest von Servus TV eingeladen werden?

Oder willst einfach nur als Querulant bekannt sein...

DannyHanny
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GlebNershin

Sie sind nicht gejmpft, werden sich nicht impfen lassen! Also kann es Ihnen doch egal sein, was die " armen Impflinge" erwartet!
Also welche Beweggründe treiben Sie an , um hier im Forum Stimmung gegen die Impfung, die Geimpften Menschen zu machen!
Und das mit fadenscheinigen, unwahren und gefakten Meldungen, die von vielen hier schon widerlegt wurden. Was Sie aber nicht hindert, sie immer wieder zu wiederholen!
Und wer von Angst schreibt....empfindet sie meistens auch, wenn man es auch nie zugeben würde.....nicht wahr.

david965bc
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Die Impfung gegen Corona hilft eben auch, das keine Autoantikörper gebildet werden

Gerade bei Corona gibt es viele, die wegen Autoantikörpern im Blut an Langzeitfolgen leiden.

david965bc
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Manche Männer entwickeln als Autoantikörper,

die die Virusabwehr schwächen.

Was haben diese Männer im vergangenen Leben gemacht, damit sie diese Autoantikörper bekommen haben?

Denn Autoantikörper im Blut sind auf eine andere Virusinfektion im vergangenen Leben zurückzuführen, denke ich.

Die Impfgegner behaupten ja, das die Impfung das Immunsystem schwächt, sodass diese dann bei harmlosen Erkältungskrankheiten schwerer erkranken.

Dabei ist es eine Infektion, die zu solchen Autoantikörpern führt und nicht die Impfungen.

Jedoch könnten die Impfgegner wieder diese Studie fehlinterpretieren und behaupten frühere Impfungen wie gegen Grippe hätten zu den Autoantikörpern geführt. Dabei weiß man, das Infektionen solche Autoantikörper mit sich bringen können, wie unter anderem das Coronavirus.

In Long Covid äußern sich solche Autoantikörper, die dem Körper dauerhaft einen Krankheitszustand vermitteln. Man ist dann dauerhaft erschöpft.