Kritik an neuen Maßnahmen Gartlehner: ''Es ist zu bequem, nicht geimpft zu sein''

Nach dem Verkünden der geplanten Covidmaßnahmen übt Epidemiologe Gerald Gartlehner Kritik an den geplanten Schritten. Vieles davon sei nur "Symptombekämpfung".

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Epidemiologe Gerald Gartlehner
Epidemiologe Gerald Gartlehner © APA/Herbert Neubauer
 

Dem Epidemiologen Gerald Gartlehner fehlt in dem am Mittwoch vorgestellten "Stufenplan" der Regierung, "dass eigentlich nichts dabei ist, das die Ursache des Problems behandelt - nämlich, wie wir die Impfrate erhöhen". Man müsse sich vor Augen halten, dass die sich zuspitzende Covid-19-Situation "völlig vermeidbar" ist, wenn sich mehr Leute impfen lassen würden. Dass der Fokus nun auf den Krankenhauskapazitäten liegt, findet Gartlehner "gut".

Leider handle es sich bei dem Paket um "Symptombekämpfung", die noch dazu nicht unmittelbar einsetzen soll. Warum Maßnahmenverschärfungen nämlich nach dem Erreichen von bestimmten Grenzwerten bei der Belegung der Intensivstationen erst sieben Tage später in Kraft treten, "kann ich überhaupt nicht nachvollziehen", so der Experte für Evidenzbasierte Medizin von der Donau-Universität Krems zur APA: "Es sieht ja jeder in welche Richtung es geht und worauf man sich vorbereiten muss." Man hätte die Maßnahmen bereits früher und schärfer machen können, betonte er in der ZiB2.

"Stufe 2" des Plans sieht etwa sieben Tage nach Überschreitung einer Intensivstations-Auslastung von 15 Prozent (300 Betten) u.a. die 2G-Regel in der Nachtgastronomie und bei Veranstaltungen ohne zugewiesene Sitzplätze mit mehr als 500 Personen vor. Diesen Schwellenwert sieht Gartlehner "eigentlich schon ums Eck".

Außerdem werden dann Antigentests mit Selbstabnahme ("Wohnzimmertests") nicht mehr als Nachweis für Bereiche mit 3G-Einstrittsregel gültig sein. Dass "diese unsäglichen Wohnzimmertests" nicht sofort abgeschafft werden, kritisiert der Epidemiologe. Deren Einsatz sei vor einem halben Jahr noch vertretbar gewesen, nun sei dem aber nicht mehr so. Immerhin ungefähr 50 Prozent der asymptomatisch Infizierten würden nämlich übersehen. "Da leisten wir uns schon ein großes Risiko."

Die breitere Rückkehr der FFP2-Maske bewertet Gartlehner als positiv. Zumindest parallel zu den heute umrissenen Verschärfungen sollten deutlich mehr Impfkampagnen gefahren oder der Druck auf Ungeimpfte erhöht werden. Da habe sich im Sommer nicht viel getan, obwohl die Regierung "ja nicht gerade ungeübt" im Fahren von Kampagnen sei, so Gartlehner. Außerdem sei es in Österreich "fast noch ein bisschen zu bequem, ungeimpft zu sein". So könnte man Testgültigkeiten weiter verkürzen oder "finanzielle Beiträge" bei Testen einheben. In den USA etwa würden Krankenkassen bis zu 200 Euro zusätzlich pro Monat von ihren Versicherten einheben, das sei für viele Menschen eine Motivation sich impfen zu lassen. Eine Impfpflicht hält er zumindest für Gesundheitsberufe für überfällig.

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.

rouge
1
9
Lesenswert?

95 Prozent

aller Corona-Intensivpatienten in Wien sind ungeimpft. Zahlen, Daten, Fakten statt unbewiesener Theorien.
@wischiwaschi: ich brauch Ihr Mitleid nicht.

wiesengasse10
22
74
Lesenswert?

Alle die du aufzählst, lieber Max....

das sind alle keine "Gefährder" für andere, nur für sich selbst. Oder sind Übergewicht, Beinbrüche usw. ansteckend ??? Dieser kleinen, aber feinen Unterschied, der ist dir nicht eingefallen ??? Denk bitte mal nach....

neuernickname
15
40
Lesenswert?

wiesengasse - Na ja der liebe Max will ja damit aufzeigen wie sehr die Ungeimpften verfolgt werden in Österreich

Ist die bekannte Wehleidigkeit derer die wie die Berserker austeilen wollen aber nur wie die Mimosen einstecken können.

future4you
30
104
Lesenswert?

Nicht impfen

bedeutet nicht nur Russisches Roulette spielen mit der eigenen Gesundheit, es ist die bewusste Gefährdung seines Mitmenschen! Und ich dachte, wir leben in einem Land, dass zusammen hält. Corona hält unserer, zur Egozentrik und zum Egoismus verkommenen Gesellschaft schonungslos den Spiegel vor das Gesicht.

margitarmin
8
2
Lesenswert?

Das Leben

ist per Definition ein russisches Roulette!

neuernickname
30
42
Lesenswert?

Wir kommen da ohnehin nicht mehr raus aus der Pandemie

Dazu hätten sich mehr Menschen impfen lassen müssen.
Das ist nicht passiert.

Es ist jetzt völlig irrelevant, DASS das so ist. Wir müssen mit den Folgen leben.
Es hilft auch nix, wenn Experten jetzt siebengescheit "kritisieren". Experten haben der Politik die Verantwortung umgehängt. Haben gesagt - die Politik muss entscheiden. Hätt ich als Experte nie und nimmer gemacht. Wenn ich weiß was richtig ist, dann fordere ich die Verantworung für MICH ein!
Gartlehner hat das nicht gemacht. Jetzt lamentieren ist zu spät.
So gehts nicht mehr - wer sich aus der Verantwortung stehlen will, soll DANN, wenns schief gegangen ist, schweigen. Das sei den ganzen oberwichtigen Experten mal ins Stammbuch geschrieben.
Wer die Eier nicht hat, hat sie nicht.

Ogolius
1
11
Lesenswert?

Mit diesem tollen…

Text wieder erfolgreich umgerührt - in der Welt der primär intellektuellen Unterbegabten!

neuernickname
4
9
Lesenswert?

Ogollus "Intellektuelle" haben sich ihre Kompetenz angelesen

Und da liegt das Problem. Was in den Bücheln steht, haben andere Intellektuelle geschrieben.

Und weil die Intellektuellen die Bücheln mit lecker Fremdworten schmücken und am End des Büchels dann steht.
"Es könnte aber auch ganz anders sein"

gehens her und können was nicht "nachvollziehen" - weils selber anderer Meinung sind.
Ja supertoll diese Intellektuellen - aber sinnlos dann als Rächer die eigene Meinung herauszuplappern, nur weil man beleidigt ist, dass die eigene unfassbare Gescheitheit, nicht genug gewürdigt worden ist.

Das hat mich die Covid-Krise gelehrt. Die Experten sind auch großteils in eigener Sache unterwegs und vor allem:
Zwei Experten - 158 Meinungen - jeden Tag eine andere.

9956ebjo
9
8
Lesenswert?

So kann aber Krisenmanagement nicht funktionieren

Einfach mal SKKM studieren

neuernickname
5
11
Lesenswert?

Ich les nur einen hätti-wari Experten, der deshalb kritisiert, weil er selber keine Verantwortung trägt

Und SO funktionierte Krisenmanagement schon überhaupt nicht.

Der jammernde "ich habs immer schon gewusst" Adabei, der nachher alles besser weiß, bringt nur Unruhe ins Management.

microfib
1
3
Lesenswert?

18.12.2020: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus

Derzeit befinden sich 3.073 Personen aufgrund des Corona-Virus in krankenhäuslicher Behandlung und davon 495 der Erkrankten auf Intensivstationen.
14.12.20: 2.588 Neuinfektionen
Ebenso verhält es sich bei den hospitalisierten Corona-Patienten, wo es einen Zuwachs um 35 gab. Derzeit liegen 3.479 mit einer SARS-COV-2-Infektion im Krankenhaus, und davon 594 auf Intensivstationen. Auch hier gab es mehr als am Sonntag - und zwar um 17.
5.12.2020:
Am Samstag befanden sich 3877 Personen mit Covid-19 in Spitalsbehandlung und davon 646 Patienten auf Intensivstationen.
1.12.2020
4.482 Menschen befanden sich insgesamt mit Covid-19 in einem Spital, 691 auf intensiv!!!
Aber noch immer keine Meldung über Auslastung der Intensivbetten!!

microfib
0
3
Lesenswert?

11.1.2021: Auslastung In den Intensivstationen

2.297 Menschen befanden sich mit Covid-19 in Spitalsbehandlung, um 51 Patientinnen und Patienten mehr als am Vortag. 379 dieser Erkrankten mussten auf Intensivstationen versorgt werden, sieben mehr als noch am Sonntag......
29.12.2020:
In den In den Intensivstationen will Anschober auf eine Belegung von 200 Corona-Betten kommen, dann sei eine Normalisierung der Situation möglich. Derzeit liege die Zahl hier bei 411 belegten Betten.will Anschober auf eine Belegung von 200 Corona-Betten kommen, dann sei eine Normalisierung der Situation möglich. Derzeit liege die Zahl hier bei 411 belegten Betten.
"Es muss jeder Mensch in Österreich oder weltweit entweder die Impfung kriegen oder die Krankheit kriegen", meinte der Vorstand der 4. Medizinischen Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin an der Klinik Favoriten (das ehemalige Kaiser-Franz-Josefs-Spital) um eine Immunisierung von 70-80 % zu erreichen.

spela72
84
38
Lesenswert?

Viele Meinungen....

...interessieren mich schon lange nicht mehr. Und jene des Herrn Gartlehner schon überhaupt nicht.

rouge
3
25
Lesenswert?

Die einen

hören auf Experten, Wissenschaft und Fakten, die anderen holen sich ihre Meinung aus sozialen Verschwörungsforen. Ich gehöre zu den „einen“.

DannyHanny
20
89
Lesenswert?

Spela

Und wieso glauben Sie jetzt.....dass jemand Ihre interessiert?

onlinevision
13
66
Lesenswert?

Null Kontrolle..

Stundenlange Geburtstagsfeier am WE mit 30 Personen im Restaurant: 3 Servicekräfte im Einsatz. Kontrolle von irgendwas ist nicht mal eine Sekunde ein Thema.
Und ja, da wäre noch der tüchtige Internist, der offiziell pro-impfen ist, im Vieraugengespräch seinen Patientinnen aber von der Impfung abrät. Begründung: Sie sei "noch nicht richtig erforscht" (sic).

Sege
3
31
Lesenswert?

Mein

Internist rät zur Impfung und ist geimpft

neuernickname
24
39
Lesenswert?

Dann soll der Internist an seinen Eid denken und seinen Laden schließen

Wo simma denn hier. Im Land der feigen Duckmäuser oder im Land der Fake-News?

onlinevision
8
31
Lesenswert?

Sind Sie selber denn noch nie...

...auf ein besonderes Exemplar der Spezies Arzt UND Ärztin getroffen, das die Impfung "privat" ablehnt ??? Frage für einen Freund.

Stubaital
1
6
Lesenswert?

Corona

Herr Gartlehner gehört auch schon zu den Obergscheiten. War doch am Anfang selber im Gremium dabei. Wahrscheinlich ist er auch Opposition gesteuert.
Am besten es kommt die 1 G Regel. Die ganzen Verweigerer und Gegner gehen den Geimpften schön langsam auf den Sack.

Toyota11000
75
97
Lesenswert?

mit Notstandsverordnung

muss endlich Impfpflicht verordnet werden. Auf was wartet ihr ?

rehlein
21
117
Lesenswert?

Mit DIESEN Maßnahmen

wird sich rein gar nichts ändern.

Man ist bei den Maßnahmen immer hinterher, und nicht, wie es sein sollte präventiv.

Es hätte sofort wieder eine FFP2 Maskenpflicht überall indoor und bei nicht möglichem Abstandhalten im Freien eingeführt werden sollen, MIndestabstand sofort wieder auf 2 m, und Reduzierung der Besucherzahlen in Stadien, Veranstaltungen, etc.

Bei uns ist 1 Station schon voll belegt, eine 2. wurde wieder umgewandelt und ist auch schon fast voll, und eine 3. wird ab nächster Woche wieder zu einer Covid-Station.

Operationen werden bereits verschoben.

Das was jetzt passiert, ist ein Durchlaufen lassen, und das wird bei 40% Ungeimpften wieder ein Desaster in den Krankenhäusern.

Wieder glaubt man, dass man ganz beruhigt 700 und mehr Intensivpatienten versorgen kann, ohne, dass die Auslastung erreicht ist.

Und wieder büßen dafür alle anderen Patienten, die nicht an Covid erkrankt sind, aber auch ein Bett bräuchten.

Die Belegungszahlen hinken den Infektionszahlen hinterher - in 2-4 Wochen werden wir Hospitalisierungszahlen haben, die tatsächlich worst case sein werden.

Aber das werden die, die alles ganz easy sehen, natürlich wieder negieren.

Toll wie auf das Infektionsgeschehen reagiert wird - nämlich wie mit einem Schluck Wasser in der Kurve.

Mir graut vor den nächsten Wochen. Irgendwann sind auch wir ausgebrannt.

blackpanther
24
91
Lesenswert?

Vielleicht sollten

Ungeimpfte in so eine Station kommen, damit sie sehen, was sie mit ihrer Impfverweigerei anrichten! Man kann locker alles belächeln und als übertrieben hinstellen, solange man nicht damit beschäftigt ist. Wahrscheinlich kapiert ein Verweigerer erst dann, was er mit seiner Verweigerung anrichtet, wenn er oder ein nahes Familienmitglied von einer OP Verschiebung betroffen ist, weil ein anderer Impfgegner mit Covid sein Bett belegt.

Bobby_01
8
88
Lesenswert?

Rehlein

Sie haben in allen Punkten 100 % recht.
Leider kommt noch dazu dass das Pflegepersonal nicht mehr bereit ist allein die Krot zu fressen.
Mir ist bekannt, dass sich zumindest in einem Gr4azer Krankenhaus viele
Krankenschwestern einen anderen Job suchen und dann auch weg gehen.
Das heißt dass Betten außer Betrieb genommen werden müsse.
Zumindest 49 Betten mussten gesperrt werden, weil kein Personal verfügbar ist.
So sieht es aus.
Ich kann das auch ganz verstehen.
Dabei geht es nicht um den versprochenen und nie erhaltenen Corona tausender. Es passt leider das Umfeld nicht mehr.
Und zu allem Überfluss will man das System nun mit Vollgas gegen die Wand fahren.

Bobby_01
0
4
Lesenswert?

wer da

rot tippt versteht gar nichts.
Ohne Personal gibt es keine Behandlungen!

MuskeTiere4
12
62
Lesenswert?

Maßnahmen-Cocktail auf der langen Bank

Bei all den möglichen Maßnahmen ist EINE Maßnahme im letzten Halbjahr vollkommen aus der Mode gekommen oder ganz vernachlässigt worden: das SCHNELLE Inkrafttreten der vorgestellten Maßnahmen. 7 Tage sind (zu) lange bei sich beschleunigenden Infektionen!
Diese seltsame Lässigkeit oder trügerische Lockerheit verstehe ich nicht, da es ja inzwischen schon einigermaßen Routine im Erstellen neuer, richtiger Covid-19-Verordnungen geben müsste! Wozu also dieses träge anmutende Zuwarten oder gar Verschleppen der strengeren Reaktion auf einen sorglosen Sommer. Bald haben wir Herbstbeginn. Der hat in Österreich schon im Spätsommer begonnen, wie es scheint.

hfg
36
120
Lesenswert?

Für Ungeimpfte

Muß es deutlich „unbequemer“ werden. Impfzwang ist bei uns leider politisch nicht einfach zu verordnen. Aber die Pandemie hat die Allgemeinheit schon genug „gequält“ und sehr viel gekostet. Jetzt machen das die Impfverweigerer.

lieschenmueller
26
8
Lesenswert?

Dachte mir aufgrund des Bildes, Larry Page sei nach Österreich gekommen

Die Ähnlichkeit ist verblüffend.

madermax
22
70
Lesenswert?

Impfrate erhöhen…

Die Maßnahmen treffen primär nur Ungeimpfte, daher wird sich die Impfquote sehr wohl erhöhen, allein aus Bequemlichkeitsgründen. Wohl nicht auf die erhofften 80-85%, aber eine Steigerung von von 60% auf 65-70% wird schon werden.

Aber der Stufenplan ist tatsächlich etwas halbgar. Maskenpflicht im Handel für Ungeimpfte und 2G für Nachtgastronomie sollte man SOFORT einführen, und nicht erst bei 10 oder 15 oder 20% Auslastung...

rehlein
15
44
Lesenswert?

@madermax

Das glaube ich nicht, dass sich die Impfrate aufgrunde DIESER lauwarmen Maßnahmen erhöhen wird.

Die Impfgegner machen es schon aus Trotz nicht, da sie damit zugeben müßten, dass sie sich nun doch umentschlossen haben, das wäre ein Gesichtsverlust in deren Augen.

Und informiert halte ich von diesen Menschen die wenigstens, und wenn, dann von abstrusen Informationsquellen, denn Fakt ist immer noch, dass die Impfung wirkt - jetzt mit Delta zwar verringert, aber die Zahlen der ungeimpften Hospitalisierten sprechen für sich.

Kommentare 26-55 von 55