So infektiös wie Windpocken Wie ansteckend Delta wirklich ist und was schützt

Berichten aus den USA zufolge soll die Delta-Variante ansteckender sein als bisher vermutet wurde. Trotz Impfung sei eine Infektion möglich. Wirkungslos ist diese dennoch nicht.

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Corona; Ansteckung
Delta bereitet Kopfzerbrechen © mpix-foto - stock.adobe.com (THORSTEN MALINOWSKI)
 

Eine Frage steht seit Wochen im Raum: Wie ansteckend ist die Delta-Variante des Coronavirus nun wirklich? Die Meldungen gingen in viele Richtungen: Einmal hieß es, schon das bloße Vorbeigehen an einer infizierten Person könne zur Ansteckung führen. Dann gab es wieder Entwarnung: Delta sei zwar um 60 Prozent ansteckender als etwa die Alpha-Variante, allerdings böten die herkömmlichen Schutzmaßnahmen und vor allem eine vollständige Impfung ausreichend Schutz.

"Wie Windpocken"

Nun geben US-amerikanische Expertinnen und Experten erneut Grund zur Sorge: In einem Paper der CDC (US-Seuchenbehörde) heißt es, die Delta-Variante sei so ansteckend wie Windpocken. Wer als Kind den Ausbruch dieser Krankheit in Kindergarten oder Schule miterlebt hat, weiß, das bedeutet, dass eine Infektion schwer zu verhindern ist, wenn man sich mit einer infizierten Person im selben Raum aufhält. Man müsse „anerkennen, dass sich der Krieg verändert habe“, heißt es in dem Papier.

Der Datenanalyse zufolge sei es der Variante auch möglich, den Impfschutz zu umgehen. Außerdem soll Delta zu schwereren Verläufen führen als etwa der Wildtyp, Alpha oder Beta. Das berichteten die New York Times sowie die Washington Post unter Berufung auf besagtes Dokument der Seuchenbehörde CDC. Florian Thalhammer, Internist und Infektiologe der MedUni Wien, erklärt: „Insgesamt ist die Delta-Variante infektiöser als Alpha, auch weil sie mit einer höheren Viruslast einhergeht und bei vielen Patientinnen und Patienten eine längere Virusausscheidung verursacht.“

Allerdings gelte auch weiterhin, dass eine Impfung unbedingt zu empfehlen sei. Denn insgesamt sei die Wahrscheinlichkeit, dass Geimpfte das Virus übertragen, trotz dieser Eigenschaften von Delta deutlich geringer als die Möglichkeit, dass Ungeimpfte das Virus übertragen.

Kein Schutzschild 

Woran es liegt, dass sich auch Geimpfte infizieren können, erklärte Bernd Lamprecht, Vorstand der Klinik für Lungenheilkunde am Kepler-Universitätsklinikum, schon vor einiger Zeit in einem Gespräch mit der Kleinen Zeitung: „Man kann sich das so vorstellen: Man trägt durch die Impfung ja nicht wirklich ein Schutzschild vor sich her, an dem alle Viren schon äußerlich abprallen. Es kann auch eine geimpfte Person von einer anderen angeniest oder angehustet werden. So können auch Viren die Atemwege oder den Nasen-Rachen-Raum eines Geimpften erreichen.“

Die Gute Nachricht: Ist jemand vollständig geimpft, bleibt trotz allem das Risiko eines schweren Verlaufs sehr gering. Laut CDC schützt die Impfung zu etwa 90 Prozent davor, im Falle einer Infektion schwer zu erkranken.

Neue Richtlinien 

Zuletzt hatte die CDC ihre Richtlinien angesichts der starken Ausbreitung der Delta-Variante angepasst und auch für Geimpfte in vielen geschlossenen Räumen wieder das Maskentragen empfohlen. Die hochansteckende Ausprägung des Virus hat in den USA nach älteren Angaben mehr als 80 Prozent Anteil an allen Infektionen - diese Zahl dürfte mittlerweile aber deutlich höher liegen. Unterdessen tritt die Vakzin-Kampagne mit 50 Prozent vollständig Geimpften US-Bürgern auf der Stelle, was eine Ausbreitung der Delta-Variante weiter antreibt.

In Österreich werden bereits strengere Maßnahmen diskutiert. Einige wurden schon beschlossen. So ändern sich etwa ab 15. August die Bestimmungen für Geimpfte in Bezug auf den Grünen Pass. Erst nach einer Vollimmunisierung erhält man dann sein Zertifikat. Denn die Delta-Variante entzieht sich leichter der Wirkung der Impfstoffe. Ein ausreichender Schutz ist erst nach der vollständigen Impfung gegeben. Thalhammer weist außerdem darauf hin, dass auch weitere Maßnahmen unbedingt notwendig sind: „Liegt eine Infektion vor, müssen, um weitere Ansteckung zu vermeiden, rasch die Kontaktpersonen lokalisiert werden. Dafür braucht es eine ehrliche und möglichst vollständige Angabe der Kontakte. Die schon vorhandenen Empfehlungen – 3-G-Regeln, Mund-Nasen-Schutz, Abstandsregeln – sollten ernst genommen werden. Die Impfbereitschaft muss gesteigert und die Impfmüdigkeit vermieden werden.“

Auch mit Impfung testen 

Trifft man sich mit vielen Menschen, kann Testen - auch wenn ein Impfschutz vorliegt - Sicherheit bringen: „In Hinblick auf Delta gibt es erste Daten, die zeigen, dass geimpfte Personen genau wie ungeimpfte Sars-CoV-2 übertragen könnten. In einigen Bereichen wie im Gesundheitswesen wurden und werden auch geimpfte Personen regelmäßig getestet. Sich trotz Impfung testen zu lassen, ist sicher in allen Bereichen empfehlenswert, wo viele Kontakte bestehen“, so Thalhammer.

Kommentare (40)
Mein Graz
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@lieschenmueller

Ich kann mich an Krankheiten im Kindesalter überhaupt nicht mehr erinnern. Und da bei uns immer viele Kinder aus- und eingingen und jeder immer irgend was anschleppte wusste auch unsere Mutter nicht mehr, wer jetzt was gehabt hat...

Unsere Kinder wurden dann geimpft, was möglich war. Und bei unseren Enkeln läuft es jetzt gleich ab.

lieschenmueller
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Vielleicht hast Du da vieles gar nicht gehabt oder sehr früh

Das mit 6 Jahren ist meine erste Erinnerung, zwar grob umrissen im Gedächtnis mit diesem schmerzenden Rundgesicht. Bei dem Keuchhusten gleich hinterher sind noch Bruchstücke da im Gedächtnis von Kandiszucker mit Rettichsaft, dass ich auch bei uns an die Mürz musste, weil die Luft an Flüssen angeblich gesund sein solle in dem Fall.

Masern, da haben wir Mädchenfreundinnen uns gegenseitig besucht und je nach Reihenfolge es prompt gekriegt. Liegen im abgedunkelten Zimmer.

Und den Juckreiz bei den Schafblattern vergisst man auch nicht.

Plus bei den meisten Krankheiten, die ich so ab der 3. Klasse VS hatte, bekam ich immer ein Hanny und Nanny-Buch. Das einzig Gute daran :-)

lieschenmueller
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Für alle, die noch gerne Daumen runter geben möchten,

wenden Sie sich an meine ehemalige Lehrerin. Baby kam schwer an den Augen geschädigt zur Welt und wurde nur ein paar Jahre alt. In der Volksschule unterrichtend konnte sie sich in den Ende 60er/Anfang 70er-Jahren nicht vor Röteln schützen.

Ein paar Jahre später war die Impfung Standard.

Mein Graz
14
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@adidasler

Tipp:
Probier beides aus und erzähle uns von deinen Erfahrungen.

pianofisch
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Fatales Zuckerl

Ja, es war als Zuckerl für Impfwillige gedacht: "Testen müssen sich nur Ungeimpfte". Dieses Zuckerl erweist sich zunehmend als Boomerang. Geimpfte sind auf jedenfalls auch potenzielle Überträger. Daher muss dieses trügerische Sicherheit leider bald einer Testpflicht für alle weichen.

checker43
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Wenige

potentielle Überträge bei den Geimpften kann man in Kauf nehmen.

lombok
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@pianofisch

Leider leider wird sich das für Euch Impfverweigerer nicht realisieren. Wenn ich geimpft bin, gebe ich weniger weiter und nehme obendrein weniger auf ... Somit doppelt gut.

Ich verstehe Euch nicht: Statt still zu sein und sich zu freuen, dass sich nun bald 6 Mio Österreicher geimpft haben werden, poltert ihr gegen uns und macht die Impfung schlecht. Wie blöd ist das denn??? Seid doch einfach still und genießt unsere "Dummheit", sich impfen zu lassen, um dem Wahnsinn bald ein Ende zu setzen.

Popelpeter
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Das stimmt so nicht

Laut der nieusten Us studie haben heimpfte beinsh die gleiche virenzahl wie ungeimpfte! Und können somit gleich ansteckend sein! Deshald wird in 9 bundestsaten bereits die maskenpflicht, indoor für alle eingeführt

checker43
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Popelpeter

Sie verschweigen, dass das nur bei manchen der Geimpften zutrifft.

500 Geimpfte, 50 infiziert, 5 davon gleiche Virenlast wie Ungeimpfte
500 Ungeimpfte, 400 infiziert, 400 davon die hohe Virenlast

Klar, warum die CDC deshalb die Impfung weiterhin empfiehlt und es mehr Freiheiten für Geimpfte geben wird?

Popelpeter
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Davon hab ich nix gelesen!

Es wurden 100 2 fach geimpfte, infizierte untersucht und deren virenlast war annähernd gleich wie bei den 100 ungeimpften!!

pianofisch
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@lombok

Nur zu Deiner info: Ich bin kein Impfverweiger.
Und ich werde dennoch "nicht einfach still" sein.
Ich habe auch niemand der "Dummheit"bezichtigt
Und ich poltere auch gegen niemand und spreche für keine Gruppe, die du als "Euch" bezeichnest.
Wenn Du Lust an "WIR" und "IHR" hast, und Gräben gerne hast, dann ist das Deine Sache.. Ich habe damit nichts zu tun !

SANDOKAN13
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Wie aus Regierungskreisen und Beratern

durchsickert wird der nächste LD so mitte September angedacht, wenn die Insidenzien weiter jede Woche so dramatisch steigen. Recht so. Die Leute wollns nicht anders. Wer nicht hören will muss fühlen

GeminiX
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Unwichtig

Das Einzige was jetzt relevant ist, ist die Auslastung der Krankenhäuser. Es wird keinen Lockdown mehr geben. Maximal ein paar Einschränkungen (FFP überall, Sperrstunde etc) Wir müssen es nun einfach mal laufen lassen.

darumprüfe
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Im Hinblick auf den Schulanfang ist das nur logisch.

Die Kinder sind ja alle nicht geimpft, d.h. man hat in einer Schulklasse dann ganz ungedämpft ein R von ca. 9. Mitte September wird es also größere Ausbrüche geben, die von Kindern in die öffentlichen Verkehrsmittel und in die Familien getragen werden und von dort dann überall hin. Die Kontaktverfolgung wird sofort zusammenbrechen und die logische Konsequenz ist ein Lockdown.

lombok
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Lockdown für Nicht-Geimpfte sehr gerne!

Kompletter Lockdown wird nicht mehr kommen ... Auch wenn Sie offenbar so tolle Kontakte in die Regierung haben. 😂😂😂

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