Covid-Impfstoff für KinderKatharina Reich: "Im Sommer können wir die Zwölf- bis 15-Jährigen impfen"

Es wird ein "impfreicher" Sommer für die Jungen. Katharina Reich, Sektionschefin im Gesundheitsministerium über die Nutzen- und Risiko-Abwägung in Bezug Covid-Impfungen für Kinder und Jugendliche.

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Österreich will der Empfehlung der EMA in Bezug auf Covid-Schutzimpfungen für Kinder folgen - im Bild: Katharina Reich © APA/HELMUT FOHRINGER
 

Die Zulassung des Vakzins von Biontech für über 12-Jährige steht bevor – welche Auswirkung bzw. Bedeutung hat das für die heimische Impfkampagne?
KATHARINA REICH: Die Bedeutung ist eine große, wir warten sehnsüchtig darauf, größere Teile der Bevölkerung impfen und somit gegen diese Erkrankung schützen zu können. Intern laufen die Vorbereitungen, wir rechnen mit einem „impfreichen“ Sommer.

Welche Vorbereitungen sind das konkret?
Mit den Impfkoordinatoren stimmen wir uns bezüglich der Liefermengen ab. Auch müssen wir den Ablauf in den Impfstraßen etwas anpassen, da wir Eltern und Kindern mehr Raum für Fragen einräumen möchten.

Wie schnell kann die Altersgruppe der 12 bis 16-Jährigen geimpft werden?
Wir rechnen mit 340.000 bis 400.000 jungen Menschen, die in dieser Altersgruppe infrage kommen. Der Impffortschritt hängt von den Lieferumfängen ab, aber das Ziel ist, bis zum Sommer allen über 16 ein Impfangebot machen zu können. Demnach können wir dann auch die 12- bis 15-Jährigen über den Sommer impfen.

Zur Person

Katharina Reich ist Generaldirektorin für die öffentliche Gesundheit im Gesundheitsministerium. Die Allgemeinmedizinerin war bislang bei den Barmherzigen Brüdern, im Wiener Gesundheitsverbund und im Corona-Krisenstab tätig.

Wird es eine Impfkampagne zum Schulstart geben? Sommer bedeutet ja auch Urlaubszeit.
Das stimmt. Aber ja, wir sind hier in Bezug auf Impfkampagnen in den Schulen in Gesprächen mit dem Bildungsministerium. Der Zugang zu den Schülerinnen und Schülern wäre über die Bildungseinrichtungen natürlich einfach zu handhaben.

Wie sieht es mit den Vorbereitungen an den Schulen für den Herbst aus? Wie sehr hängen diese vom Impffortschritt ab?
Für diese Frage ist das Bildungsministerium zuständig. Es muss das Ziel sein, so viele Schülerinnen und Schüler wie möglich zu impfen. Je mehr wir testen und impfen, desto eher wird im Herbst ein regulärer Schulbetrieb möglich sein.

Am Mittwoch hat der Weltärztepräsident sich gegen eine Empfehlung für Minderjährige ausgesprochen, wie bewerten Sie dies?
Eine Äußerung eines Einzelnen, von der ich weder Hintergrund noch Zusammenhang kenne, möchte ich gar nicht kommentieren. Für uns ist die Empfehlung der Europäischen Arzneimittelagentur von Bedeutung, die EMA prüft die Wirksamkeit und Sicherheit dieser Vakzine äußerst präzise. Wir werden bei unserer Linie bleiben, uns an die Empfehlung der EMA zu halten, wir sind bislang sehr gut damit gefahren.

Viele Kritiker äußern Bedenken, es gäbe zu wenige verlässliche Daten in Bezug auf die Covidschutz-Impfung und Kinder. Gibt es zu wenige Daten?
Genau dieser Thematik widmet sich die EMA in ihrer Analyse. Sie sichtet alle vorhanden Daten und Studien, und auf dieser wissenschaftlichen bzw. auf dieser Datenbasis wird dann die Entscheidung über die Zulassung getroffen. Wenn dieses Gremium, das mit ausgewiesenen Expertinnen und Experten besetzt ist, zum Schluss kommt, dass das Vakzin sicher ist, dann vertraue ich darauf.

Was spricht für Sie für eine Impfung von Kindern, was dagegen? Überwiegt der Nutzen das Risiko?
Der Freigabe bzw. der Zulassung liegt genau diese Frage zugrunde: Überwiegt der Nutzen oder das Risiko bei diesem Impfstoff? Ich muss mich wiederholen: Wenn das Gremium zum Schluss kommt, dass der Nutzen das Risiko überwiegt, dann werden wir dieser Empfehlung folgen. Man darf auch nicht vergessen: Es handelt sich um eine Viruserkrankung, auch junge Menschen können schwer an Covid-19 erkranken – aus dem Nichts heraus. Auch Long Covid betrifft Jüngere. Hier geht es nicht nur um Menschen mit Vorerkrankungen, diese Erkrankungen betreffen auch gesunde, fitte Menschen und wir sollten diese nicht unterschätzen. Und auch nicht vergessen, dass wir mit anderen Impfungen schon zahlreiche schwerwiegende Erkrankungen erfolgreich bekämpft haben.

Würden Sie Ihr Kind impfen lassen? Diskutieren Sie im Forum mit!

 

Kommentare (80)
Liverpudlian88
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Nein

Weil ich selbst noch nicht mal geimpft bin... ;)

Kathrin1009
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Nein, weil noch immer Studien fehlen

Meine Kinder sind sowieso noch zu jung und darüber bin ich froh in dem Fall. Ein Impfstoff dessen Langzeitfolgen nicht bekannt sind und eine Krankheit die meine Kinder nicht gefährdet machen mir da die Entscheidung leicht. Alle Erwachsenen in der Familie sind geimpft, über die Impfung meiner Kinder denke ich in ein paar Jahren nach. Sofern Corona dann noch ein Thema ist.

mocoro
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Nein

100%ig nicht

selbstdenker70
20
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...

Derzeit definitiv NEIN. Diesbezüglich hat auch vor zwei Tagen der Weltärztepräsident zur Vorsicht gemahnt und die Notwendigkeit hinterfragt. Und ganz ehrlich, da höre ich lieber auf einen Arzt als auf die EMA die zu 86% von der Pharmaindustrie gesponsert wird.

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4
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Ich

hoffe sehr ! dass der nicht wd.zurückgepfiffen wird, wie bei AZ letztes Jahr

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