Tag der seelischen GesundheitDas sind die Warnzeichen: Wenn die Seele Hilfe braucht

Heute ist der Internationale Tag der Seelischen Gesundheit. Besonders in Zeiten der Coronakrise ist es unabdingbar, neben der physischen auch auf die psychische Gesundheit zu achten.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Das sind die Warnzeichen: Wenn die Seele Hilfe braucht
Das sind die Warnzeichen: Wenn die Seele Hilfe braucht © 1STunningART - stock.adobe.com
 

Das Coronavirus Sars-CoV-2 beherrscht auch nach Monaten noch die Schlagzeilen. Die andauernde Pandemie hat nicht nur Auswirkungen auf die Wirtschaft, sondern auch auf die menschliche Psyche. Einer Studie der Siegmund-Freud-Privatuniversität Wien zufolge fühlen sich 25 Prozent der Befragten psychisch durch die Krise belastet.

Bloß: Wie lässt sich erkennen, ob man sich gerade in einer seelischen Krise befindet und psychologische Hilfe benötigt? Neben Schlafstörungen gehören unter anderem Interesselosigkeit, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen sowie Ruhelosigkeit zu den häufigsten Warnzeichen. „All das sind mögliche Anzeichen, bei denen man aufmerksam werden sollte. Besonders wenn Leidensdruck damit verbunden ist, sollte man sich professionelle Hilfe suchen“, so Barbara Royer, klinische Psychologin bei „pro mente steiermark“.

Warnzeichen einer seelischen Krise

  • Schlafstörungen
  • Leistungsabfalll
  • Antriebslosigkeit
  • Interesselosigkeit
  • starkes Grübeln/"Gedankenkreisen"
  • negative Gedanken
  • gedrückte Stimmung
  • Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen
  • sozialer Rückzug
  • Gereiztheit
  • verstärkter Alkoholkonsum
  • SuizidgedankenFaktbox (8cabbc6a)

Professionelle Hilfe finden

Diesen ersten Schritt zu machen, ist für Betroffene jedoch nicht immer einfach. Royer empfiehlt daher, zunächst einmal eine psychosoziale Beratungsstelle in der Umgebung aufzusuchen. Diese verfügen über kostenfreie und anonyme Beratungs- und Informationsangebote. So lässt sich der tatsächliche Bedarf ermitteln und entsprechende Maßnahmen setzen: "Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, mehrere Beratungstermine in Anspruch zu nehmen", so die Psychologin.

Auch im Jahr 2020 gelten psychische Erkrankungen jedoch noch immer als tabubehaftet: Die Angst vor Stigmatisierung führt dazu, dass Betroffene sich mitunter scheuen, Beratungsstellen persönlich aufzusuchen. In dem Fall empfiehlt Barbara Royer eine anonyme Telefon- oder Onlineberatung in Anspruch zu nehmen.

Wenn längerfristig professionelle Hilfe in Form einer Psychotherapie benötigt wird, empfiehlt sich der Gang zum Hausarzt. Hier kann eine entsprechende Überweisung ausgestellt werden. Die Psychotherapeutische Ambulanz der „pro mente kärnten gmbh" verfügt laut Eva Leutner, der fachlichen Geschäftsführung von "pro mente kärnten" beispielsweise über Kassenverträge, sodass die Therapie mit Ausnahme weniger Sozialversicherungsträger, die einen Selbstkostenbeitrag verrechnen, gratis ist. Spezialisiert sei man hier auf Gruppenpsychotherapien.

Welttag der psychischen Gesundheit

Wie wichtig seelische Gesundheit ist, darauf macht „pro mente steiermark“ mit einer eigens zum Tag der psychischen Gesundheit gestalteten Postkarte aufmerksam, die an allen Standorten in der Steiermark ausliegt. Abgebildet sind darauf zehn einfache Schritte, um langfristig psychisch gesund zu bleiben.

Mit einem Video möchte auch die Stadt Graz dazu beitragen, Tabus zum Thema psychische Gesundheit zu durchbrechen. Die Botschaft: "Was haben Knochenbrüche, chronische Kreuzschmerzen und psychische Erkrankungen gemeinsam? Sie können alle treffen. Sie können vermieden werden. Sie können geheilt werden". Zu sehen ist das Video über die Infoscreens in Bus und Bim sowie in den sozialen Medien.

Kommentare (1)
shaba88
0
37
Lesenswert?

Kommentar

Bitte liebe Leute da draußen, wenn es Euch nicht gut geht, sucht unbedingt Hilfe, seelisch krank zu sein, ist auch eine Krankheit, die man nicht mit sich alleine ausmachen muss.